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12.08.1977

Personal & Home Computer Hobbyists

Vor wenigen Jahren waren es einige Dutzend, die an der West Coast in ihrer Freizeit mit "Naked Systems", der inzwischen spottbilligen Mikrocomputer-Hartware, herumbastelten und sich zu den ersten Amateur Computer Societies, Mikrocomputer User Groups, Computer Enthusiasts Clubs etc. zusammenschlossen. "Think Hex" war der Slogan unter den wenigen Tüftlern, die mühsam ihr für den Privatmann immer noch recht teures Hobby propagierten. Heute zählen Zehntausende zu den "Personal & Homecomputer-Hobbyists" (mittlerweile gängiger Gattungsbegriff für diese Spezies von Mitmenschen). Komfortables BASIC läuft heute bereits auf Systemen für $ 395, - , rund $ 985, - kosten "Hobby-Computer" mit zahlreichen Interfaces, unter anderem für Kassetten-Spieler und Farbfernsehgeräte, die das leisten, wofür man in den fünfziger Jahren stolze 1 Million Dollar verlangte.

Und die Preise fallen weiter. Und neue "Tiny Languages" werden entwickelt. Und Spiele gibt es zu Hunderten: Schiffeversenken und Stäbchenspiele, Spacewar und Dazzle Doodle und vieles mehr, zum Teil in Kleinanzeigen für $ 9,95 die Kassette angeboten.

Fortran - Man und Doctor Debug

Zwischenzeitlich - und wen überrascht das? - gibt es mindestens vier Spezial-Zeitschriften, die allein ihrer Namen wegen genannt werden sollten: "creative computing, magazine for recreational and educational computing" (sogar Hochglanz-Papier), "Dr. Dobb's Journal of Computer Calisthenics & Orthodontia" (was immer das sein mag), "Personal Computing" und "People's Computer Company" (zwischen den Zeilen: Sei nett zu deinem Computer, denn er fühlt wie du den Schmerz!).

Da geht es keineswegs trocken zu: Vielmehr spricht der "mystische Drachen" als Chefredakteur zu seinen Lesern in Alt-Hoch-Englisch", Fortran-Mann" streitet in Phantom-Manier gegen Count Algol, wobei gelegentlich seine Dimensions und Structures lädiert werden, aber die schöne Parity und Herr Doktor Debug helfen dem Cartoon-Helden. Auch Killroy was there und lugt zwischen den Zeilen, wenn Programm-Listings für neue Spiele erklärt oder Makros für Mikros vorgeschlagen werden. Nicht immer überwiegen die ernsthaften Beiträge - wozu auch, wenn es sich so amüsant liest, was der President der United States Robotics Society (die gibt es wirklich) zum Thema "Robots as Household Pets" vorschlägt (da kommen schlechte Zeiten für Hundezüchter!). "Ernsthaft" wird diskutiert, ob Science-Fiction-Mikro-Computer-Spiele, in denen überwiegend angreifende Weltraumschiffe gewalttätig vernichtet werden, zur richtigen Grundeinstellung gegenüber Wesen anderer Sterne führen, vielmehr sei jeder Hobbyist aufgefordert, Spiele und vor allem dergleichen zu entwickeln, die durch Gewaltlosigkeit und Kooperation die Weltraumwesen integrieren werden.

Ansonsten: Hardware-Berichte über die vielen neuen Mikros, Interfaces, PROM- und RAM-Boards Peripherals und Literatur.

Bereits ein Milliarden-Geschäft

Auf der letzten National Computer Conference in Dallas, Texas (Juni 1977), gab es erstmalig eine dreitägige Personal Computing Fair. Seit der letzten Ausgabe der führenden US-Fachzeitschrift Computerworld (Schwesterzeitung der Computerwoche) gibt es eine regelmäßige Rubrik-Seite "Microcomputing" für die Fans. Die First West Coast Computer Faire, die im April 1977 in San Francisco ausschließlich für "Personal und Homecomputing" veranstaltet wurde, hatte nahezu zehntausend Besucher. In den USA gibt es mittlerweile über einhundert "Computer Shops, wo man tauschen, kaufen und verkaufen kann. Usw.

In den USA sind es bereits heute Zehntausende, und das Reserve-Heer ist riesengroß: Hunderttausende von Hardware-Spezialisten, Software-Leuten, Labor- und Meß-Menschen, Funk-Amateuren und Elektronik-Fans sowie eine ganze neue Generation von Highschool- und College-Kids, die selbstverständlich auf der Schule wenigstens eine Sprache lernten und meist auch an Terminals selber für ihre Semester- und Jahresarbeiten mit dem Computer arbeiteten. Bereits im letzten Jahr wurden auf dem "Personal Computing Markt" in den USA etwa 1,2 Milliarden Dollar umgesetzt.

Und vor wenigen Jahren waren es einige Dutzend, die man belächelte. Und gleich viel sind es wohl heute hierzulande.