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06.03.1992 - 

Je größer der Rechner, desto höher fällt das Salär aus

Personalberater konzipiert System zu Gehaltsberechnung

MÜNCHEN (CW) - Das Gehalt gehört zu den heiklen Themen, über die man im Kollegenkreis selten offen spricht. Wie aber soll ein DV-Spezialist herausfinden ob sein Salär angemessene üppig oder unterdurchschnittlich ist? Hier könnte das Gehaltsmodell helfen, das Professor Ernst Zander und der Personalberater Stefan Rohr aufgrund einer Umfrage erarbeitet haben (vgl. CW Nr. 46 vom 15. November 1991). Die wichtigsten Kriterien für die Verdiensthöhe sind Berufserfahrung, Alter, Führungsverantwortung und Rechnerwelt.

Aufgrund von neun Kriterien läßt sich mit dem Modell das Gehalt errechnen. Die Verfasser der Studie berücksichtigen dabei die Größen Alter, Berufserfahrung, Hochschulabschluß, Führungsverantwortung, Position, Rechnerwelt, Stellenwert der DV im Unternehmen, Branchenzugehörigkeit sowie Lage und Größe der Unternehmen. In einer Art Baukastensystem werden die einzelnen Kriterien auf das Grundgehalt aufgerechnet.

Die Basisvergütung setzt sich aus Alter und Berufserfahrung zusammen. Das ergibt beispielsweise bei dem 44jährigen Leiter Anwendungsentwicklung - Burkhard Boss, der 17 Jahre Berufserfahrung hat, ein Jahressalär von 84 100 Mark. Das Grundgehalt für den seit fünf Jahren als Analytiker/PC tätigen 29jährigen Klaus Kabel beträgt 67 300 Mark. Aus den weiteren Bausteinen ergeben sich Prozentwerte, die zum Schluß mit dem Basisgehalt verrechnet werden. So schlägt sich das von Boss absolvierte Hochschulstudium auf sein Basisgehalt mit plus 17 Prozent oder 14300 Mark nieder, während Kabel bei diesem Baukastenelement leer ausgeht.

Führungstätigkeiten spielen bei der Gehaltsfindung eine entscheidende Rolle. Für Boss ergeben sich aus seiner Verantwortung für 60 Mitarbeiter, seiner Tätigkeit im Bereich Anwendungsentwicklung für die Großrechnerwelt ein Plus von 56,2 Prozent, was jährlich rund 47 260 Mark entspricht. Dazu kommen noch plus 17,4 Prozent für besondere Führungsverantwortung.

Der nächste für Kabel relevante Baustein bedeutet für die Mitarbeiter im PC-Bereich eine herbe Enttäuschung: Sie verdienen nämlich wesentlich weniger als ihre Kollegen aus der Großrechnerwelt. So erhält der Koordinator/PC minus 18,8 Prozent, der Koordinator/Großrechner dagegen plus 9,2 Prozent. Für Kabel bedeutet seine Tätigkeit Analytiker/PC laut Tabelle ein Plus von 7,7 Prozent (5180 Mark). Wäre er im Großrechnerbereich tätig, stünden ihm plus 13,7 Prozent oder 9220 Mark zu. Die Verfasser der Studie haben aber für Mitarbeiter in einer PC-Umgebung einen Trost parat. Sie kommen zu dem Schluß, daß sich hier die Gehälter langsam, aber stetig erhöhen.

Der besonders hohe Stellenwert der DV in seinem Unternehmen bringt dem Analytiker Kabel Plus vier Prozent oder 2690 Mark ein, seine Branche im Bereich Verlag/Medien schlägt sich mit plus -392 nieder,

Die branchenbezogenen Gehaltsunterschiede sind laut Untersuchung relativ gering. Am oberen Ende stehen die Hardwarehersteller (plus 3,3 Prozent), das Ende der Tabelle bilden die Unternehmen aus dem Bereich Telekommunikation (minus 3,4 Prozent).

Die kleinen und die größten Unternehmen zahlen am besten, so das Fazit der Studienverfasser. Kabel ist bei einem Unternehmen mit 300 Mitarbeitern beschäftigt, was ein Plus von 055 Prozent ergibt. In strukturschwachen Gebieten fallen laut Untersuchung die Gehälter niedriger aus als in den High-Tech-Hochburgen. Zudem mußten die Arbeitgeber in Großstädten tiefer in die Tasche greifen als ihre Kollegen aus der Provinz. In Stuttgart darf Kabel laut Tabelle mit einem Plus von 3,6 Prozent rechnen, Boss in München muß sich mit plus 2,0 Prozent begnügen.

Bei den DV-Mitarbeitern werden sich künftig zwei große Gruppen bilden, einerseits hochspezialisierte Fachkräfte und andererseits eher handwerklich orientierte Programmierer, so prognostizieren die Verfasser. Diese Entwicklung werde sich auch in den Bezügen niederschlagen. Prinzipiell sei aber mit, steigenden Gehältern in der DV-Branche zu rechnen.