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12.07.2002 - 

IT-Arbeitsmarkt/Gedruckte Anzeigen dienen dem Image - gewechselt wird per Internet

Personaler und Bewerber suchen online

Das Internet hat die Personalarbeit verändert. Unruhige Zeiten kommen auf die Recruiter zu. Wollen sie die besten Mitarbeiter, müssen sie ihre Prozesse verschlanken, denn Geschwindigkeit ist ein entscheidendes Kriterium geworden. Von Frank Färber*

Kommerzielle Karriereportale haben sich im Markt für Stellenanzeigen fest etabliert, weltweit wie auch in Deutschland. Praktisch alle Studien zum Thema E-Recruiting sagen dem Markt für die nächsten Jahre ein enormes Wachstum voraus. So prognostizieren die Analysten von Lehman Brothers, dass alleine der deutsche Markt von 100 Millionen Euro im Jahr 2000 auf über 1,3 Milliarden Euro im Jahr 2005 anwachsen wird. Eine Studie von Forrester Research in den sieben größten europäischen Ländern belegt, dass dort schon 35 Millionen Europäer ihre Jobs auch im Internet suchen.

Deutschland ist dabei führend. Mehr als 70 Prozent der rund 35 Millionen deutschen Internet-Nutzer machen sich im Web über Arbeitgeber und freie Stellen kundig. Einer Emnid-Studie zufolge sind die Online-Stellenmärkte für höher qualifizierte Bewerber schon zur Hauptinformationsquelle geworden. Bis 2005 wird rund die Hälfte aller qualifizierten Arbeitsplätze via Internet besetzt sein, prognostiziert der Verband der deutschen Internet-Wirtschaft, Electronic Commerce Forum.

Arbeitgeber, die Leute suchen, gehen ebenfalls online. In Deutschland gibt es kaum noch ein namhaftes Unternehmen, das keine E-Recruiting-Dienstleistungen in Anspruch nimmt. Laut einer aktuellen Forrester-Studie gelten kommerzielle Online-Stellenbörsen gleich nach der Mund-zu-Mund-Propaganda und der Direktansprache (Headhunting) als eines der wichtigsten Mittel zur Rekrutierung neuer Mitarbeiter.

Zu den Gewinnern des Booms gehören nach Ansicht von Experten vor allem zwei Typen von Online-Börsen: unabhängige und branchenübergreifende Karriereportale mit globaler Ausrichtung wie Monster (www.monster.de) und spezialisierte Stellenbörsen mit klar abgegrenzter Zielgruppe, die bereits über ein gedrucktes Medium ihren Fachmarkt erreichen, wie Jobuniverse (www.jobuniverse.de) für die Hightech-Branche. Beide Karriereportale bieten Stellensuchenden und Arbeitgebern Vorteile, die beispielhaft für die Situation in der gesamten Branche stehen. Dies sind Schnelligkeit, Transparenz, Kostensenkung, Flexibilität und Zusatzfunktionen.

-Schnelligkeit: Der Stellensuchende legt sein Profil einmal in standardisierter Form auf der jeweiligen Internet-Plattform an und vermag sich dann mit wenigen Klicks auf immer neue Ausschreibungen zu bewerben. Der Personalverantwortliche kann sich durch Suche in der Bewerberdatenbank innerhalb von Minuten eine Liste interessanter Lebensläufe zusammenstellen.

-Transparenz: Stellenrubriken in Zeitungen zeigen einen begrenzten Ausschnitt freier Stellen. Die Einfachheit, Schnelligkeit und Kostengünstigkeit von Online-Anzeigen führen dazu, dass Internet-Stellenmärkte dem tatsächlichen gesamten Arbeitsmarkt näher sind. Auf der anderen Seite müssen die Unternehmen bei traditionellem Recruitment eher passiv auf Kandidaten warten, während Internet-Bewerberdatenbanken eine aktive Suche und Ansprache ermöglichen.

-Kostensenkung: Für den Arbeitsuchenden sind die Internet-Services (Anlegen des Profils, Online-Bewerbung, Einrichten von Suchassistenten etc.) kostenfrei. Für Personaler kosten Internet-Stellenanzeigen weniger als gedruckte.

-Flexibilität: Schnelligkeit und Transparenz der Online-Plattformen machen den Arbeitsmarkt in seiner Gesamtheit flexibler. Angebot und Bedarf finden schneller zueinander, der Zeitraum zwischen zwei Tätigkeiten verringert sich.

-Zusatzfunktionen: Wer Online-Stellenbörsen besucht, kann Funktionen nutzen, die über die Recherche anhand gedruckter Inserate hinausgehen. Hierzu gehören beispielsweise das Einrichten von E-Mail-Suchassistenten, Erstellen und Verwalten des Lebenslaufs und diverser Anschreiben und die Online-Bewerbung mit wenigen Mausklicks. Die komplette Bewerbung wird vereinfacht und automatisiert. Auch für Arbeitgeber gibt es Tools für jede Stufe der Rekrutierung. Neben der Online-Verwaltung von Standardbriefen und der Möglichkeit, die Suche in der Lebenslaufdatenbank zu automatisieren, finden sich diverse Instrumente zur Vorauswahl der Kandidaten und zur Erfolgskontrolle der einzelnen Rekrutierungsmaßnahmen.

Der Kostendruck liegt auf den Personalabteilungen

Von konjunkturellen Schwankungen abgesehen, wird insbesondere in Deutschland der Mangel an Fachkräften anhalten. Dies liegt neben einem Ausbildungssystem, das oftmals am Bedarf der Unternehmen vorbeizielt, auch an der demografischen Entwicklung. Viele Unternehmen bemühen sich unter Einsatz vielfältiger Medien (Online-Plattformen, Zeitungsannoncen, Karrieremessen etc.) um geeignete Kandidaten. Diese "Aufwertung" des Bewerbers spiegelt sich darin, dass Lebenslaufdatenbanken und Direktansprache (Headhunting) wichtiger geworden sind.

Der Druck, durch integrierte Softwaresysteme beziehungsweise Outsourcing an entsprechende Dienstleister, zu sparen, liegt auch auf den Personalabteilungen. Daher haben Recruitment-Dienstleister einen Wettbewerbsvorteil, deren Leistungen sich - eventuell unter Einbindung weiterer externer Dienstleister - reibungslos in die technische und organisatorische Infrastruktur des Kunden einbetten lassen. Auch das Outsourcing kompletter Recruitment-Projekte von der Kandidaten-Vorauswahl bis hin zur Einstellung - manchmal sogar darüber hinaus, wie beispielsweise beim Interims-Management - gewinnt an Bedeutung.

Globalisierung spielt im Markt für E-Recruitment eine zentrale Rolle. Auf der einen Seite können Online-Stellenmärkte durch die Implementierung der gleichen technischen Infrastruktur in verschiedenen Ländern mit vergleichsweise niedrigen zusätzlichen Kosten das Umsatzpotenzial ausweiten. Auf der anderen Seite verlangen gerade die im Recruiting besonders zahlungsfähigen Großunternehmen immer stärker ein über Landesgrenzen hinaus zentral koordiniertes Personal-Management.

Globale Akteure wollen auch weltweite Präsenz

Ein Indikator für den Globalisierungsdruck ist die Tatsache, dass alle namhaften Online-Stellenbörsen mit zum Teil erheblichem finanziellem Aufwand versucht haben, in verschiedenen Ländern gleichzeitig Fuß zu fassen. Gelungene Beispiele hierfür liefern wiederum Jobuniverse als IT-Spezialportal und Monster als branchenübergreifendes Globalportal. So ist Jobuniverse.de Teil des internationalen Stellennetzes Jobuniverse.com, das sich international an wechselwillige IT-Spezialisten wendet. Gegenwärtig sind 15 Länder in Europa, Amerika und Asien/Pazifik angeschlossen. Damit zählt Jobuniverse zu den fünf größten Online-Stellenmärkten der Welt für technische IT-Berufe. Ähnlich Monster: Das globale Firmennetz umfasst nationale Websites mit lokalen Inhalten in 21 Ländern auf vier Kontinenten. (hk)

*Frank Färber ist wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Wirtschaftsinformatik an der Johann- Wolfgang-Goethe-Universität in Frankfurt am Main.

Angeklickt

Der Bedarf an gedruckten Stellenanzeigen wird bleiben, doch wandelt sich ihre Funktion. Während Zeitungsofferten vor allem dazu dienen, ein Unternehmen als attraktiven Arbeitgeber darzustellen, findet der Arbeitsplatzwechsel zunehmend über das Internet statt.