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The Waves of Change


14.07.1978 - 

Personalkostenentwicklung

Daß der Personalkostenanteil am DV-Budget des Anwenders heute relativ langsam wächst, hat mehrere Gründe: Zum einen bieten die Hersteller immer wirtschaftlichere Systeme an und erweitern gleichzeitig ihre Supportleistungen - die notwendige Folge ist ein verringerter DV-Personalbedarf beim Anwender. Das Angebot der Systemhäuser, das speziell auf eine Verringerung der DV-Eigenleistung des Anwenders abzielt, verstärkt diesen Trend nur noch.

Speziell bei Systemen im unteren Leistungsbereich (IBM System /32 Burroughs B-80, Univac BC-Serie, Honeywell Level 6 u.a.) dürften sich die Personaleinsparungen nachhaltig bemerkbar machen. IBM liefert zum Beispiel Audioprogramme mit automatischer Bedienerschulung. Ein Steuerungssystem unter dem Namen "Prixie" läßt den Bürocomputer Univac BC/7 sogar ohne Programmierer auskommen.

Trotzdem wird der Bedarf an DV-Fachkräften insgesamt weiter ansteigen. Für 1975 wurde das gesamte DV-Personal in den USA auf rund 1,2 Millionen geschätzt - dazu gehörten allein weit über 200 000 Programmierer. Für 1980 wird mit 3,8, für 1985 mit 4,5 Millionen Fachkräften gerechnet. Allein der Programmierbedarf dürfte dann die 500 000-Grenze überschreiten. 1985 wird damit der Anteil der DV-Beschäftigten an der erwerbstätigen Bevölkerung der USA von 1,5 Prozent im Jahre 1975 auf 4,5 Prozent angewachsen sein.

Nachwuchssorgen

Angesichts dieser Bedarfslawine gewinnt die Frage nach der Versorgung mit qualifiziertem DV-Nachwuchs zunehmend an Brisanz: Werden Universitäten und herstellereigene Ausbildungszentren gerade in der Zeitspanne 1980/85 in der Lage sein, genügend Systemanalytiker, Programmierer und Operatoren bereitzustellen? Ein Mangel an qualifizierten Datenverarbeitungsfachleuten und fähigen Projektmanagementspezialisten, wie sie etwa bei der Implementierung von komplexen Anwendungen im Bereich Datenkommunikation und Datenbankmanagement gebraucht werden, könnte diesem Markt in den Mittachtzigern erhebliche Wachstumseinbrüche bescheren.

Einigen Berechnungen zufolge beträgt der Gesamtbedarf allein an DV-Bedienungspersonal bis 1980 rund 2 Millionen Menschen - diese Schätzungen gelten wohlgemerkt nur für den amerikanischen Markt. Das wären 200 000 Menschen pro Jahr, also ungefähr 25 Prozent der jährlichen College-Absolventen in den USA

Daß dies eine unrealistische Forderung ist, liegt auf der Hand. Hier zeichnen sich Entwicklungen ab, die das Wachstum der Gesamtbranche erheblich gefährden können. Sprecher verschiedener DV-Ausbildungsinstitute haben in letzter Zeit immer wieder Vorschläge zur Behebung dieser Diskrepanz zwischen Branchenbedarf und Nachwuchskapazität gemacht. Grundtenor dieser Mutmaßungen: Immer mehr Arbeitnehmer werden sich, angeregt vom sozialen Prestigewert und den guten Verdienstmöglichkeiten in der Datenverarbeitung, für eine "Computerkarriere" entscheiden und damit die Lücke zwischen Angebot und Nachfrage automatisch schließen. Angesichts der zunehmenden Komplexität heutiger und zukünftiger Computersysteme wird man mir gewiß verzeihen, wenn ich mir von dieser Entwicklung nicht allzuviel verspreche.

Das gesamte DV-Personal muß sich heute ständig weiterbilden. Das gilt insbesondere für die Systemanalytiker, deren Fähigkeiten bei komplexen Anwendungen in der Datenkommunikation von entscheidender Bedeutung sind.

Auch die Fähigkeiten des DV-Managements lassen häufig zu wünschen übrig. Erschwerend kommt hinzu, daß ein gesicherter Bestand an einschlägiger DV-Erfahrung, der für jedes Problem die richtige Losung parat hält, heute einfach noch nicht in ausreichender Weise vorhanden ist. Die Folgen für das DV-Management: Unsicherheiten bei wichtigen Projekten und dazu unnötige Kostensteigerungen.

Ein neuralgischer Punkt ist und bleibt immer noch das Problem der Herstellerverantwortung bei Systemschäden Hier können nur Hard- und Softwareverbesserungen und eine klare Definition der Zuständigkeitsbereiche Abhilfe schaffen ein wichtiges Problem angesichts der weitreichenden Konsequenten, die derartige Systemstörungen in Zukunft haben können.

Hier müssen Geschäftspolitik, und Vertragsbedingungen neu überprüft Werden auf Anwederseite eine realistische Einschätzung eventueller Systemausfälle vonnöten sein. Bücher wie Dick Brandsons "Data Processing Contracts: Structure, Contents and Negociations" dürften daher in Zukunft verstärkten Absatz finden.

Charles P Lecht ist Gründer und Vorsitzender der Advanced Computer Techniques Corporation (ACT).

Übersetzung: Reinhold Falkner

Wird fortgesetzt