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24.01.2008

Personalnot: Ausbilden statt jammern

Die Blue Card für Hochqualifizierte kommt. Aber wann? Mittelständler wie das SAP-Beratungshaus Itelligence AG warten nicht darauf, sondern forcieren jetzt ihre Nachwuchsarbeit.

SAP-Spezialisten werden heftig umworben, ob von Anwenderunternehmen, IT-Beratungen oder vom Softwarehersteller selbst. Ungeachtet dieser Konkurrenz hat sich Dieter Schoon ein ehrgeiziges Ziel gesteckt: Der Personalleiter will das Software- und Beratungshaus Itelligence AG zum attraktivsten Arbeitgeber im SAP-Umfeld machen - neben den Walldorfern selbst. Um den Nachwuchs davon zu überzeugen, setzt er auf Absolvententage in der Bielefelder Zentrale, eine enge Zusammenarbeit mit den Hochschulen sowie Traineeprogramme, die unterschiedliche Einstiege ermöglichen.

SAP University Alliances

Das Programm unterstützt weltweit Ausbildungsprojekte und versorgt über 700 Hochschulen und berufliche Schulen mit direktem Zugriff auf SAP-Software und Arbeitsmaterialien. In Deutschland lehren rund 200 Bildungseinrichtungen prozessorientierte Betriebswirtschaft am Beispiel von SAP-Software. Dabei werden die SAP-Systeme den Institutionen über SAP University Competence Center on Demand zur Verfügung gestellt. Studenten sollen Einblick in den Geschäftsalltag erhalten und mit geschäftskritischen Daten umgehen lernen. Ziel ist es, Studierende für SAP zu interessieren, zu fördern und im Idealfall als Junior Professionals zu gewinnen. Der Walldorfer Konzern arbeitet mit seinen Partnern zusammen, die mittels eigener Kooperationen und Kontakte SAP in die Lehre bringen. Die Itelligence AG kooperiert als einer der größten SAP-Partner mit Hochschulen in Deutschland, Polen, Spanien und den USA.

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auf welchen Wegen ein Beratungs- und Softwarehaus seinen Nachwuchs findet;

wie ein SAP-Mittelständler mit Hochschulen zusammenarbeitet;

welche Einstiegsmöglichkeiten es in die SAP-Beratung gibt.

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www.computerwoche.de/ 538763: Hochschulausbildung; 591603: Wichtige IT-Skillsfür die Zukunft; 589202: SAP-Arbeitsmarktim Aufwind.

Kürzlich führte Itelligence knapp 200 Hochschuldozenten auf dem SAP-Campus in St. Leon-Rot vor, wie Unternehmensberatung im Mittelstand funktioniert. Mitarbeiter schlüpften in die Rollen von Geschäftsführern, IT- und kaufmännischen Leitern sowie Beratern und spielten typische Situationen durch: vom Verkaufsabschluss über den Analyse-Workshop bis zur Produktivsetzung. Dabei bauten sie bewusst unterschiedliche Fehler ein, die sie anschließend mit dem Publikum diskutierten.

Zusammenarbeit mit 700 Hochschulen weltweit

"Sehr professionell, wie realistisch die Fallbeispiele wirkten", sagte Helmut Krcmar, Professor für Wirtschaftsinformatik an der TU München. Professor Detlef Deßaules vom Fachbereich Wirtschaft der Fachhochschule Bielefeld ergänzte: "Man merkte den Akteuren an, dass sie die gespielten Szenen tatsächlich erleben." Für manche Teilnehmer deckten sich die Szenen mit eigenen Erfahrungen. "Viele Projekte scheitern, weil die zwischenmenschlichen Faktoren nicht berücksichtigt werden", sagte Margit Scholl. Die Wirtschaftsinformatik-Professorin an der FH Wildau bei Berlin trainiert Unternehmen und Behörden in Projekt-Management.

Seit Jahren unterhält Itelligence enge Kontakte zu Bildungseinrichtungen der Region Ostwestfalen-Lippe. Die Partnerschaft mit dem Betriebswirtschafts-Lehrstuhl von Professor Volker Herzig an der FH Bielefeld, der mit dem Itelligence-Berater Andreas Buschjost Seminare zum Thema SAP Human Resources konzipiert und hält, ist nur ein Beispiel. Mit der Fachhochschule für Wirtschaft Bielefeld entwarf der IT-Dienstleister den Studienschwerpunkt "Standardsoftware" sowie eine Vortragsreihe zu internationalem Projekt-Management. Kontinuierlich baut Itelligence die Kontakte zu Hochschulen aus: Seniorberater halten Seminare an der FH Bonn-Rhein-Sieg; an der Universität Hamburg übernehmen sie Lehraufträge zu SAP-Implementierungen. International kooperiert das mittelständische Softwarehaus mit Hochschulen in den USA, Spanien und Polen.

Die Maßnahmen sind Teil von it.university, dem Ende 2005 gestarteten Programm zur gezielten Nachwuchsgewinnung. In dem Rahmen arbeitet Itelligence eng mit SAP University Alliances zusammen. Das University Alliances Program der SAP gibt weltweit über 700 Hochschuleinrichtungen direkten Zugriff auf SAP-Software und -Arbeitsmaterialien (siehe Kasten). Als Mittelständler profitiert Itelligence von der Kooperation mit dem weit größeren SAP-Konzern, da sie den Bielefeldern den Weg zum nationalen wie internationalen Absolventenmarkt ebnet.

Ein wichtiges Instrument, um Nachwuchs zu gewinnen, sind auch die unterschiedlichen Traineeprogramme. Das "Trainee at the Customer Program", kurz TCP, richtet sich an Berufsanfänger, die zwar eine SAP-Karriere planen, sich aber nicht sofort auf Berater oder Anwender festlegen wollen. Sie werden von Beginn an in ein Kundenprojekt einbezogen und können sich am Ende der Probezeit entscheiden, ob sie bei Itelligence als Berater bleiben oder zum Kunden wechseln wollen. "Mit diesem dualen Berufseinstieg sind wir in der mittelständischen IT-Industrie Vorreiter", erläutert Schoon das Projekt. "Aufgrund der Wahlfreiheit rechnen wir mit einer starken Nachfrage." Zwischen fünf und zehn Plätzen vergibt Itelligence jährlich; auch 2008 können sich Berufsanfänger für dieses Ausbildungsprogramm bewerben.

Eine ähnliche Resonanz erwartet Itelligence auf das Ausbildungsprogramm im Bereich SAP-Netweaver-Prozessintegration (früher XI, Exchange Infrastructure). Als neuer Baustein von it.university spricht es sehr viele Interessenten an. Jeder, der einen IT-Hintergrund oder eine Affinität zu Computern hat, kann sich bewerben: Informatikabsolventen ebenso wie Quereinsteiger, Berufsanfänger wie Joberfahrene. Nicht ohne Grund ist der Bewerberkreis so groß gehalten. Denn gerade bei der Integration von Systemen und Abläufen fehlen Fachkräfte. Die Trainees bekommen in zehn Wochen eine Grundausbildung in SAP-Prozessintegration (XI/PI). Die Ausbildung endet mit einem Abschlusstest. Wer ihn besteht, erhält ein Jobangebot. "Die Trainees können sich ausprobieren und ihre Stärken kennen lernen", sagt der Personalleiter. Das Programm startet im Januar 2008 mit bis zu 15 Plätzen.

Mit seinen Initiativen will Itelligence die Absolventen von morgen für die Arbeitswelt fit machen und bestenfalls für sich gewinnen. "Ein Mittelständler wie wir muss selbst aktiv werden und sollte sich nicht nur auf die Politik verlassen", unterstreicht Schoon. Für Professor Deßaules von der FH Bielefeld ist das Programm ein Beispiel dafür, "wie das Engagement eines Mittelständlers die Interessen der Hochschulen trifft. Lerninhalte werden gefestigt und bestärken die Studenten in der Überzeugung, dass sich die beschwerliche Auseinandersetzung mit Wirtschaftsinformatik lohnt." Das Konzept scheint aufzugehen: 2007 hat Itelligence um 37 Prozent mehr Junioren eingestellt als noch im Jahr davor. (am)