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25.09.1987 - 

Übernimmt de Jong den Vorsitz in Österreich?:

Personenkarussell bei Philips dreht sich

WIEN (CWÖ) - Personelle Umbesetzungen Innerhalb der österreichischen Phillps-Organisation ließen in den letzten Junitagen und Im Juli bei Brancheninsidern Vermutungen aufkeimen, daß der größte rein private Arbeitgeber nicht nur mit geschäftlichen Problemen zu kämpfen habe. In diesem Zusammenhang hatte Philips ja bereits im März von einem "schweren Jahr" gesprochen. insbesondere im Hinblick darauf. daß 90 Prozent der österreichischen Produktion in den Export gehen müsse. Hier sei aufgrund der zahlreichen Unsicherheiten auf dem Weltmarkt der Druck besonders groß, und es gebe auch keine Garantie für die Kontinuität ausländischer Aufträge.

Wenn Karel Vuursteen von der Hamburger Philips Vorstandsetage am 1. Oktober dieses Jahres den seit Mitte Juni verwaisten Generaldirektionsposten bei der Österreichischen Philips Industrie GmbH übernehmen wird, dann hat er sicher keinen leichten Job vor sich.

Ob er ebenso wie sein verstorbener Vorgänger Jans Hoekman in der Geschäftsführung der hundertprozentigen Tochter Philips Data Systems GmbH vertreten sein wird, ist laut Aussage des Unternehmenssprechers Fritz Magner vorerst unklar.

Zu den Gerüchten, daß Vorstandsdirektor de Jong der Grundig AG, Fürth, die Nachfolge des 1988 in Pension gehenden Philips Österreich-Vorstandes Theobald Ettel antreten werde, meinte Magner: "Es ist richtig, daß Herr de Jong für eine Funktion in Österreich vorgesehen ist, jedoch stehen die Funktion und der Zeitpunkt noch nicht fest."

Ebenso sei noch nicht abzusehen, wann Dr. Ettel aus dem Vorstand ausscheiden werde, um sodann als Vorsitzender des Aufsichtsrates der österreichischen Philips-Organisation eine "sehr aktive Rolle" (Magner) zu übernehmen. Die nach wie vor kolportierten Personalreduzierungen größeren Ausmaßes weist Philips zurück.

Viel Urlaub für viele Mitarbeiter

Gegenüber der Mitarbeiterzahl von 11 300 Ende 1986 hätten keine signifikanten Veränderungen stattgefunden.

Sicher sei, daß etliche Mitarbeiter die Übersiedlung der Elektronikfabrik an den Wienerberg nicht mitgemacht hätten, aber das gehöre nun einmal zum normalen Leben eines Unternehmens. Auch ein vierwöchiger Werksurlaub für die Mitarbeiter der Elektronik-Fabrik Wien sei im Rahmen des Philips-Konzerns absolut normal.

Beobachter des Marktes finden diese Tatsache allerdings nicht ganz normal, zumal das Werk noch nicht vor allzu langer Zeit die Produktion an dem neuen Standort aufgenommen habe. Auch eine andere Tatsache wurde mit einem gewissen Aufhorchen vermerkt: Gerhard Foerster, einer der Geschäftsführer der EFW und Vater der inzwischen eingestellten Personal Computer P2000 und YES, hat die österreichische Szene verlassen. Er nimmt fortan in den Niederlanden an einer internationalen Job-Rotation außerhalb des EDV-Bereiches teil.

In den letzten Wochen vermehrten sich die Gerüchte, da Kommerzialrat Alois Hofstätter, langjähriger Geschäftsführer von Philips Data, mit Ende dieses Jahres aus gesundheitlichen Gründen in Frühpension gehen werde. Diese Vermutungen haben sich nicht bestätigt.

Sicher ist vielmehr, daß Hofstätter im 1. Quartal 1989 mit Erreichung des 60. Lebensjahres in Pension gehen wird und derzeit mit der Vorbereitung seines Nachfolgers auf dieses Amt beschäftigt ist. Inzwischen wurde seitens Philips Data offiziell bestätigt, daß Karl Merk, langjähriger Verkaufschef und bereits Mitglied der erweiterten Geschäftsführung von Philips Data, und Peter Hillebrand, Mitgeschäftsführer der AKG (an der Philips Data zu 75 Prozent beteiligt ist), per 1. Januar 1988 zu Geschäftsführern von Philips Data ernannt werden.

Peter Hillebrand soll dann im PC-Bereich jene Lücke schließen, die das Ausscheiden von Erich-Harald Buchwald als PC-Vertriebschef geschlagen hat. Buchwald hat nach 26 Jahren die DV-Szene verlassen und ist nun in der Geschäftsführung der Ziel-Werbung Werbe GmbH tätig, deren Hauptgeschäftsführer immer noch Kommerzialrat Johann Mayrhofer ist. Nach eigenen Aussagen hat Buchwald auf persönlichen Wunsch Philips Data verlassen, um auf einem ganz anderen Gebiet erfolgreich zu werden.

Zurück zur veränderten Personalsituation bei Philips Data: Vorerst und lediglich interimistisch hat die Agenden von Erich-H. Buchwald der Verkaufsverantwortliche für den PC-Bereich Anton Rohlik übernommen. Er koordiniert die Geschäfte weitgehend in enger Zusammenarbeit mit A. Hofstätter. Ab Januar 1988 wird Hofstätter dann in der Gesamtverantwortung für die Geschäftsführung durch Mark und Hillebrand unterstützt.

Nicht bestätigt sind interne Pläne, nach denen Hillebrand zum Nachfolger von Hofstätter nach dessen Pensionierung ernannt werden soll.

Alles in allem eine etwas unruhige Zeit für Philips Data, die durch das Weggehen mehrerer Mitarbeiter aus der zweiten und dritten Managementebene zu Mitbewerbern sicherlich nicht erleichtert wird.

Dazu kommen Rückschläge auf den Markt, der seit 1986 durch eine abgeschwächte Dynamik und verstärkten Wettbewerb gekennzeichnet ist. Dazu kommt die Übernahme des gesamten Telekommunikationsbereiches (1985 wurden konzernweit die Bereiche Telecommunications und Data Systems in einer Industriegruppe vereinigt). Hier hatte Philips Data mit der Telefonnebenstellen- und Kommunikationsanlage SOPHO-S bislang kein besonderes Glück in Österreich.

Vorgestellt vor zwei Jahren, von der Post zugelassen Anfang dieses Jahres, wurde sie bis Mitte Juli noch kein einziges Mal verkauft. Und auch die Elektronik Fabrik Wien erhielt keine hauseigene Anlage, sondern telefoniert und vermittelt über Data-Star von Kapsch.