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26.09.1980 - 

Von interaktiver Programmierung zur interaktiven Systementwicklung:

PET arbeitet im Open/Closed-Shop-Betrieb

SIEGEN (je) - Vor mehr als drei Jahren wurde PET/X1150 als interaktives Programmiersystem entwickelt. Dem Münchener Softwarehaus Softlab und der Philips Data Systems, Siegen, ist es nach Ansicht der Siegener mit PET erstmals gelungen, die USA - und damit den Weltmarkt - für deutsche Softwaretechnologie zu öffnen.

Die Weiterentwicklung zu einem Werkzeug für die gesamte Systementwicklung, betont der Anbieter, macht PET inzwischen auch zu einem Hilfsmittel für Aufgaben der EDV-Organisation und Systemanalyse. Derzeit setzen mehr als 3000 Benutzer in allen Branchen PET für Aufgaben der Programm-Entwicklung ein - in fünf europäischen Ländern und in den USA. Kunden berichten im Mittel von Produktivitätssteigerungen in der System-Entwicklung von 30 bis 50 Prozent, teilweise sogar bis zu 100 Prozent; die Kosten belaufen sich nur noch auf rund zehn Prozent der Personalkosten - so die Philips-Erfolgsmeldungen.

Aschenputtel-Programmierer

Viele Programmierer-Aufgaben werden bereits durch Online-Systeme unterstützt. Die Software-Entwickler schaffen diese Systeme nach Philips-Erkenntnissen jedoch mit technologischen Hilfsmitteln, die vor einer halben Generation noch ausreichen mußten. Selbst wenn sie heute bereits interaktive Programmiersysteme einsetzen können, erhielten sie oft einen Service, den beispielsweise kein Sachbearbeiter mehr akzeptieren würde. Die Priorität der Fachbereiche auf den Großrechnern führe zu Antwortzeiten, die jede kreative Tätigkeit unmöglich machen; dies ist die Ansicht der Siegener.

Was dem Software-Entwickler nach Philips-Meinung fehlt, ist die Unterstützung aller Phasen der Programmentwicklung mit interaktiven Werkzeugen und Methoden sowie die dafür nötige Basis: ein DB-DC-System, speziell für die Bedürfnisse des schöpferisch arbeitenden Systementwicklers ausgelegt.

Diesen atavistischen Zuständen setzt Philips PET entgegen; denn "der PET-Bildschirm ersetzt dem Programmierer Codierblätter, Notizzettel, Lochkartenstapel und Programmlisten. Es macht ein Ende mit Wartezeiten, Locharbeiten, Testläufen und Sekretariatsarbeiten. Durch computerunterstützten Dialog werden Routinearbeiten bei der Software-Entwicklung automatisiert".

Full-Service-Bündel

PET unterstützt, heißt es weiter, die kreativen Tätigkeiten der Programmentwicklung wie Spezifikation (Pflichtenheft) sowie Design und: "Aus einem Bündel von Tools entsteht ein interaktiver Full-Service für den Programm-Entwickler".

Sämtliche Werkzeuge und Hilfen, erläutert Philips, werden im Bildschirmdialog genutzt, sind einheitlich implementiert und arbeiten auf der gleichen Datenbasis. Dies erlaube einen glatten Übergang zwischen den Projektphasen und eine ständige Aktualität aller Informationen. Die Realisierung auf einem von dem Zielrechner unabhängigen Software-Entwicklungs-Computer gewährleiste ein vom Produktionsbetrieb ungestörtes Arbeiten. Das Distributed-Processing-Konzept bringe alle Leistungen für den Programm-Entwickler direkt an dessen Arbeitsplatz; neben den PET-spezifischen Entwicklungswerkzeugen seien damit auch die Programmierhilfen, Generatoren und Tools der Großrechnersysteme interaktiv vom PET-Bildschirm aus verfügbar.

Anschlüsse an IBM-, Siemens- sowie vergleichbare andere Rechner sind inzwischen für 18 verschiedene Betriebs- und Spool-Systeme (beispielsweise DOS/VS, OS/VS1, OS/ VS2, MVS mit den Spoolsystemen Power, JES1, JES2, sowie BS1000 und BS2000 mit BSpool) realisiert. Der PET-Benutzer kann damit seine für den Hostrechner formulierten Aufträge absenden und hat jederzeit direkten Zugriff zu ihm - so Philips. Ohne Umwege über die Arbeitsvorbereitung oder das Rechenzentrums-Operating könne er seine Übersetzungs- und Test-Aufträge in den Großrechner "einspielen". Entsprechende Vorkehrungen machten es möglich, weitgehend auf die Bereitstellung von externen Betriebsmitteln und Operatinghandling bei Tests zu verzichten.

Dedizierter Einsatz

Da PET als dediziertes System ausschließlich auf die Unterstützung von Programm-Entwicklungsarbeiten spezialisiert ist - die Arbeitsvorbereitung bezeichnet Philips als äAbfallprodukt" -, erbringt es seine Dienstleistungen dem Benutzer meist in weniger als einer Sekunde.

Benutzer, resümiert Philips, brauchen absolutes Vertrauen in die Sicherheit ihrer Datenbestände; PET trage dem Rechnung. Jede auf dem PET-Bildschirm eingegebene Zeile werde sofort auf die Platte geschrieben. Auch bei einer durch Stromausfall verursachten System-Störung bleibe so die Aktualität des Datenbestandes gewährleistet.

Die Berechtigungsprüfung verhindere unberechtigte Zugriffe. Alle von den berechtigten Benutzern durchgeführten Änderungen würden im System protokolliert. So könnten alle Korrekturen eines Programmes oder auch jedes anderen Textes zurückverfolgt werden. Auch die Rekonstruktion früherer Versionen sei jederzeit möglich.