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29.03.1985 - 

Nach Ausverkauf jetzt Produktionsstopp:

PG jr. macht Mother Blue keine Ehre

BOCA RATON (bi) - Die Produktion des IBM PC junior wird jetzt nach vorhergehenden "Ausverkaufsaktionen" Ende 84/Anfang 85 eingestellt. Peripherie soll für den Winzling, der nach dem PC Portable zum zweiten PC-Flop des Mainframe-Marktführers wurde, IBM zufolge lieferbar bleiben.

Der PC jr., der im US-Markt der Homecomputer wie ein Hecht im Karpfenteich hatte wirken sollen, war im September 1983 "nahezu hysterisch" begrüßt worden. Jetzt sind die Händler US-Nachrichten zufolge "schockiert" über den Strich, den Big Blue kurz entschlossen unter die offenbar unbefriedigende Rechnung gemacht hat. Im wesentlichen hat das Preis/Leistungs-Verhältnis des als "zu niedlich" empfundenen Kleinrechners nicht gestimmt. Zu den zunächst angesetzten stolzen 1700 Dollar war "das Spielzeug" für den semiprofessionellen Einsatz fast nicht verkäuflich, besser wurden die Zahlen erst, als der Neuling in dem von IBM bisher unbegrasten Home-Segment für 1000 Dollar - und das auch noch aufgerüstet - zu haben war. Allein 200 000 von den insgesamt 250 000 Stück wurden im vierten Quartal 84 mit Discountpreisen hinunter bis zu 795 Dollar an den (Weihnachts-)Mann gebracht, wie das Marktforschungsinstitut Dataquest festgestellt hat.

Zu diesem Preis konnte IBM allerdings, wie Mikro-Händler Achim Becker, Düsseldorf, vermutet, kein Geld verdienen. "Das Gerede der Haremswächter über einen Zusammenbruch des Home-Marktes ist absoluter Blödsinn! IBM hat eine kaufmännische Entscheidung getroffen, die sicherlich aus Sicht dieses Unternehmens richtig ist. Was nicht heißt, daß die rote IBM nicht doch eines Tages auf anderem Wege wieder in diesen Markt gehen wird."

Vorerst verschafft der Rückzug in erster Linie Apple neuen Auftrieb. Becker: "Denn die leben ja immer noch von ihrem Oldie, dem Apple II, und für den ist das eine hervorragende Nachricht." "Werksferien", wie erst vor kurzem bei Apple angezeigt, dürften zunächst als Argumentationshilfe nicht mehr notwendig sein, hoffen die Händler.