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"Connectivity-Software" erschließt Mainframe-Ressourcen


04.01.1991 - 

Phaser schlägt eine Brücke zwischen SNA und Novell-LANs

MÜNCHEN (CW) - Die unternehmensweite Verbindung von Novell-Netzen über existierende SNA-Strukturen ist ab sofort auch eine Option für deutsche Anwender. Die kalifornische Phaser Systems Inc. gab anläßlich der Deutschlandpremiere ihres "Netware SNA-Routers" die Unterzeichnung eines Distributionsvertrages mit der Computer 2000 AG und deren Tochterunternehmen, der Microware GmbH bekannt. Beide Unternehmen übernehmen -den Exklusiv-Vertrieb für Deutschland, Österreich und die Schweiz.

Als "Einstieg in ein strategisches Marktsegment" wertete Dieter Kondek, Geschäftsführer Kommunikation und Lösungen bei der Computer 2000 AG, das Engagement voll Phaser Systems im deutschsprachigen Markt. Die Connectivity-Produkte der Kalifornier ermöglichen, so Kondek, den Netz-Managern den Aufbau und die Nutzung eines einheitlichen Datennetzes im Unternehmen. Neben der Kostenersparnis komme beim Einsatz des Routers vor allen Dingen die Integration von Mainframe-Ressourcen in das unternehmensweite Netzkonzept zum Tragen.

Der Netware SNA Router von Phaser Systems läuft auf Novell-Netzen und realisiert die Verbindung zwischen Novell-LANs untereinander sowie IBM-Hosts innerhalb eines existierenden SNA-Netzes. So können nach Darstellung von Phaser Systems unternehmensweit einheitliche Kommunikationspfade für unterschiedliche Rechnersysteme auf SNA-Basis geschaffen und unter einem Netz-Management verwaltet werden. Eigene Leitungen für PC-Netze werden da. durch teilweise überflüssig.

Der Router benötigt kein zusätzliches Tool auf der Host-Seite, benutzt aber laut Phaser Systems den SNA Backbone und IBMs NCP, um eine begrenzte Anzahl von LANs zu verbinden. Die gesamte Software kann größtenteils auf PCs installiert werden, die dann als Server, Router und Gateways ihre Netzwerk-Funktionen übernehmen. Bei der Verbindung einer größeren Anzahl von Remote-LANs empfehlen die kalifornischen Connectivity-Spezialisten die Implementierung ihres hostorientierten Softwarepaketes "Netware MVS/VM". Das Programm basiert auf Novell Netware Version 2-15 und stellt laut Phaser Systems unter MVS den Zugang zu IBM-Mainframes bereit. Die unmittelbare Anbindung von Novell-Netzen an die Großrechner realisiert für den LAN-Anwender das Bridging über bereits existierende SNA-WANs. Gleichzeitig ist der Zugriff auf Host-Batch-Services um Ausführen, Überprüfen und Retrieval von Batch-Jobs hostseitig oder vom PC aus möglich.

Offensichtlich keine Probleme bei dieser Kooperation mit IBMs SNA-Welt hat man auf Seiten von Novell. Seit 1987 ist Phaser Systems im Rahmen eines Development-Abkommens mit Novell verbunden. Ziel der gemeinsamen Entwicklungsbemühungen ist es, Interfaces zwischen IBM-Mainframes und Novell-LANs zu entwickeln. 1989 wurde Phaser Systems zum Novell-OEM und als erste Ergebnisse dieser Verbindung entstand "Netware MVS/VM". Die Ankündigung des "Netware SNA Routers" erfolgte ein Jahr später in den USA.

Konkrete Ziele für das erste Jahr

Brian Howell, Senior Product Manager der deutschen Novell GmbH, stellte bei der Präsentation klar, daß Novell nicht nur ein Teil des Marktes sein will, sondern auch mit dazu beitragen möchte, daß der Markt im Bereich der unternehmensweiten Vernetzung weiter wächst zum Nutzen aller Beteiligten. In diesem Sinne äußerte sich auch Dieter Kondek. Er vertrat die Ansicht, daß die Verantwortlichen von Big Blue trotz der Dominanz im Mainframe-Markt auf der "Endkundenseite" strategisch mit Novell zusammenarbeiten wollen.

Nach einigen erfolgreichen Probeinstallationen bei deutschen Anwendern will man nun den Markt in Angriff nehmen - dies mit einer optimistischen Umsatzerwartung, wie Bill Ferguson, Vice-President Phaser Systems, vor der Presse skizzierte.

Er prognostizierte dem "lnter-Connectivity-Market" in den nächsten vier Jahren das größte Wachstum innerhalb der Computerindustrie und sprach zudem von Überlegungen bezüglich einer vergleichbaren Anbindung des LAN-Managers. Auch die Entwicklung im Zusammenhang mit FDDI-Standards werde man, so Ferguson, im Auge behalten.

Für das erste Jahr hat man sich jedenfalls konkrete Ziele gesteckt, zwölf bis 15 Mainframe-Anwender sollen nach den Vorstellungen der Amerikaner und ihrer beiden Distributionspartner heuer zu Kunden werden.

Der Preis für Netware MVS/ VM wird bei hostseitiger Anbindung (Klasse 5) rund 300 000 Mark betragen, der SNA-Router wurde mit 11 000 Mark veranschlagt. 20 bis 30 Systemhäuser werden für den Vetrieb nach entsprechender mehrstufiger Qualifizierung entweder nur für den LAN-Bereich oder darüber hinausgehend für die gesamte Mainframeseite autorisiert.