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27.02.1987 - 

OEM-Produkt für den VAR-Markt, Eigenentwicklung für Großkunden:

Philips implementiert Unix in Sophomation

27.02.1987

FRANKFURT(bi) - Speziell den Bankensektor und generell den Markt der Büroautomation und -kommunikation will Philips mit seiner letzt angekündigten neuen Unix-Systemfamilie P9000 angehen. Verfügbarkeit ist bis Mitte des Jahres zugesagt; auf Preise mochte sich Gert Bindels, Senior Managing Director, jetzt nur in etwa festlegen: Von 15 000 Mark für Einplatzsysteme, 150 000 bis 200 000 Mark im mittleren Bereich bis zu einer halben Million reicht die Meßlatte.

Angeboten werden die Rechner in einer "Unix-pur"-Version - dem P9070 -, einem OEM-Produkt von Motorola auf der Basis des 68020,

und in einer Eigenentwicklung, genannt P9X00, mit dem Mehrprozessorkonzept MPX auf der Basis des M68000. Gerne würden die Philips-Leute die "MPX-Funktionalität", welche über Unix in der X/Open-Ausprägung hinausgeht, in Standard-Unix einbringen, betonte Bindels.

Wie nahezu alle in jüngster Zeit angekündigten Unix-Rechner (beispielsweise von Siemens, Nixdorf, NCR) zielt die P9000-Familie in erster Linie auf den Filialrechner-Markt, also Großkunden, und erst in zweiter Linie auf Systemhäuser. Mit der Ausrichtung auf OSI- und X/ Open-Standards sowie mit integriertem MS/DOS bei gleichzeitiger Einbindung in das, "Sophomation-Konzept" ist auch "Koexistenz mit Großrechnern"- vorgesehen.

Die Familie der P9000-Systeme umfaßt zwei Implementierungen: P9X00 und P9070. Die P9X00 enthält die abteilungsbezogenen Systeme, die aus einer beliebigen Kombination der Einzelsysteme P9100, P9200, P9300 bestehen können. Diese Typen unterscheiden sich in der Konfiguration, hinsichtlich der Kommunikation und in bezug auf die Ausbaufähigkeit. MPX ist als Kern des P9X00 kompatibel zu den Unix-Systemen V.2 und X/Open. Weitere Merkmale von MPX auf einem UPL-Bus: Ausfallsicherheit, benutzerfreundliche Schnittstellen sowie Mehrfachnetzknoten. Für die Kommunikation seien die ersten vier Schichten des Referenzmodells realisiert.

Speziell für den Markt der Value Added Reseller (VAR), der auf der Basis von Hard- und Software-Standards in eigene Entwicklungen investiert, hat Philips das System P9070 konzipiert. Es basiert auf Standard-Unix auf einem VME-Bus. VME-Erweiterung ist mit 12 Slots möglich. Mit einem LAN-Ethernet-Prozessor können mehrere Systeme miteinander verbunden werden. Speziell für bereits installierte P7000-Rechner ist durch ein zusätzliches Betriebssystem unter Standard V/68 Kompatibilität gegeben. Die Brücke zwischen beiden Systemen bildet Office LAN. Für die Kommunikation mit IBM und anderen kompatiblen Systemen wird sowohl die BSC- als auch die SNA-Umgebung unterstützt.

Mit der Ausrichtung auch auf das VAR-Marktsegment verspricht das Unternehmen jedoch "den VARs ausdrücklich nicht, nicht in den CIM-Markt zu gehen", so Bindels. Aber erst nach einem Markteinstieg über Partner werde CIM ein zentrales Thema bei Philips werden. Als Partner willkommen sind, so Bindels, sehr große Unternehmen.

Die Kundenbasis, die Philips im vergangenen Herbst durch Übernahme von Bunker Ramo hinzugewonnen hat, in erster Linie Banken, soll verstärkt beackert werden. Gerade mit den MPX-Systemen, die in Siegen vom Band laufen, versprechen sich die Philips-Leute eine Zunahme an installierter Basis in diesem heiß umworbenen Segment. Einen" Bankkunden" in der Bundesrepublik, der sich bereits in die Bestellerliste eingetragen hätte, konnte Bindels auf Nachfrage allerdings noch nicht benennen. Weltweit jedoch belaufe sich der Auftragsbestand für Unix-Systeme auf mehr als 300 Millionen Mark, "Bankkunden" inbegriffen.