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14.06.1985 - 

Die Zukunft heißt Glasfaserkabel und integrierte Gesamtlösung:

Philips umwirbt Post als Innovationsmotor

NÜRNBERG (ru) - Einen konzilianten Ton pflegt Dr. Gert Lorenz, Vorstandsvorsitzender der Philips Kommunikationsindustrie AG (PKI), beim Thema Deutsche Bundespost. Statt, wie sein Mitbewerber Nixdorf, die Post zu schelten, konzidiert er dem gelben Monopol innovative Kräfte.

Produktneuerungen, erklärte Lorenz auf der PKI-Jahrespressekonferenz in Nürnberg, hätten dem Unternehmen in den vergangenen drei Jahren eine Umsatzausweitung von 310 Millionen Markt gebracht. Wer sich zur Innovation bekenne, müsse zwangsläufig auch ja zur Substitution sagen. Die Bundespost spiele hier einen entscheidenden Faktor. Sie habe sich in den zurückliegenden zwei Jahren bei der öffentlichen und privaten Kommunikationstechnik zu einem Innovationsmotor entwickelt. Lorenz: "Ein PKI-Grundsatz lautet Zusammenarbeit und Unterstützung der Deutschen Bundespost bei der

Einführung neuer Netze und Dienste."

Reagieren will die PKI auch auf die zunehmende Bedeutung der optischen Fasern in der Telekommunikation. Die Bedeutung des Kupferkabels, dessen Zukunft Philips noch vor einem Jahr beschworen hatte, werde in den kommenden Jahren deutlich zurückgehen. Vorstandsmitglied J. Peter Starke prognostizierte für 1985 einen weltweiten Umsatz an Nachrichtenkabeln von 15 Milliarden Mark, der 1990 20 Milliarden Mark erreichen dürfte.

In den kommenden fünf Jahren sei mit einem Lieferrückgang bei Kupferkabeln für das Ortsnetz der Bundespost von 350 auf 250 Millionen Mark zu rechnen. Bei Kupferfernkabeln, so Starke weiter, werde die Nachfrage von 65 Millionen Mark in 1987 dann drastisch auf zehn Prozent des ursprünglichen Umsatzes zurückgehen. Die Post, glaubt man bei PKI, ordere in diesem und dem nächsten Jahr 100 000 Kilometer Glasfaserkabel.

Die Zukunft liegt für die Nürnberger Gesellschaft, deren Anteile zu 70 Prozent die Allgemeine Deutsche Philips in Hamburg hält, in integrierten Gesamtlösungen. Das Ziel dieser PKI-Bestrebungen lautet derzeit "Sophomation", eine Konzeption zur Übertragung von Daten, Text, Sprache und Bild über einen Verbindungskanal. Im Gegensatz zu dem Siemens-Kind "Hicom" könnten hier Geräte der unterschiedlichsten Hersteller miteinander vernetzt werden.

Absicht der PKI ist es zudem, künftig beispielsweise an über den Teletex-Dienst hinausgehenden Standardisierungen mitzuarbeiten und auch die Voraussetzungen dafür zu schaffen. Angesprochen sind hier Veränderung und Weiterverarbeitung von per Teletex übertragener Information. Dies sei derzeit noch nicht möglich.

"Wir wollen keineswegs in einen Wachstumsfetischismus hereinkommen", kommentierte Dr. Gert Lorenz die Marschroute für die nächsten Jahre. Hieß der Grundsatz des Hauses bislang Rendite vor Wachstum, sollen beide Größen nunmehr gleichrangige Ziele sein.

Der Umsatz der jetzt drei Jahre bestehenden Unternehmensformierung erhöhte sich im Geschäftsjahr 1984 um 100 Millionen Mark auf 1,4 Milliarden Mark. An diesem Volumen war der Marktbereich Bürokommunikation mit 42 Prozent beteiligt, der der Telekommunikation mit 58 Prozent. Durch Innovationen, erzielte die PKI in den vergangenen drei Jahren ein Umsatzplus von 310 Millionen Mark.

Der Netto-Cash-flow stieg gegenüber 1983 um sieben Prozent von 166 auf 177,7 Millionen Mark. Rückläufig war indes der Netto-Jahresüberschuß. Er ging von 88 auf 74 Millionen Mark zurück. Jedoch war das Vorjahresergebnis durch einen steuerfreien Verschmelzungsgewinn in Höhe von 23 Millionen Mark "geschönt". Der Jahresüberschuß vor Steuern kletterte im Gegensatz zu 1983 von 127 auf 158 Millionen Mark. Im Unternehmen verbleiben 39 Prozent des Gewinns, der Rest wird ausgeschüttet.