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22.06.1990 - 

Eindhoven signalisiert auch für das zweite Quartal nichts Gutes

Philips und Olivetti brechen die Kooperationsgespräche ab

EINDHOVEN/IVREA (CW) - Philips und Olivetti werden offenbar auch in Zukunft getrennte Wege gehen: Die laufenden Kooperationsgespräche zwischen den Holländern und Italienern sind nach Angaben der beiden Unternehmen ergebnislos abgebrochen worden.

Seit April dieses Jahres hatten die Firmenstrategen darüber nachgedacht, ob und wie eine auf bestimmte Produkte wie Drucker und elektronische Komponenten begrenzte Zusammenarbeit realisiert werden könnte. So lauteten jedenfalls die offiziellen Stellungnahmen. Vermehrte Anzeichen für die Schwäche des Philips-Computerbereiches ließen gleichwohl viele Beobachter einen engeren Zusammenschluß der beiden DV-Anbieter für wahrscheinlich halten.

Unterdessen muß den Krisenmeldungen um die NV Philips Gloeilampenfabrieken eine weitere hinzugefügt werden: Nach dem äußerst schwachen ersten Quartal des laufenden Geschäftsjahres, das im Zusammenhang mit der frühzeitigen Demission des Vorstandschefs Cornelius van der Klugt bekanntgegeben wurde, bleiben wahrscheinlich auch die zweiten drei Monate 1990 sowohl weit hinter den vergleichbaren Vorjahresergebnissen als auch hinter den Erwartungen zurück, wie das Unternehmen ankündigte. Im zweiten Quartal 1989 hatte Philips im Rahmen der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit einen Nettoprofit von 197 Millionen Gulden erwirtschaftet.

Die Ertragslage der Holländer kann deren Position in den Kooperationsverhandlungen mit Olivetti nicht gestärkt haben. Das "Wall Street Journal" zitiert einen amerikanischen Analysten: "Vielleicht sind die Gespräche von Olivetti abgebrochen worden, nachdem sie sich das Kerngeschäft von Philips angeschaut haben." Die Produktlinien der Eindhovener sowie die zu erwartenden Restrukturierungskosten könnten nach Ansicht anderer Beobachter ein übriges zum Scheitern der Gespräche beigetragen haben. im März hatte van der Klugt die Parole ausgegeben, Philips wolle zwar eine Computer-Allianz eingehen, aber "Herr im eigenen Hause bleiben".

Diese Vorgabe, sollte sie denn unter dem neuen Chef Jan Timmer noch gelten, habe womöglich einer Einigung zwischen Olivetti und der Gloeilampenfabriek im Wege gestanden, berichtete das "Wall Street Journal" weiter.

Timmer gilt zwar als Sanierer mit Mut zur Lücke, aber ein Philips-Sprecher bekräftigte, das Computergeschäft sei nach wie vor sehr wichtig für sein Unternehmen. Man habe in Eindhoven nicht die Absicht, sich aus dem DV-Markt zu verabschieden. Auch unter dieser Voraussetzung werden sich die Holländer, aber ebenso der Konzern aus dem italienischen Ivrea, weiter um Schützenhilfe bemühen müssen.

Olivetti-Chef Carlo De Benedetti stellte nach einer Vorstandssitzung fest, sein Unternehmen werde "das Potential an Partnerschaften sorgfältig abschätzen mit dem Ziel, Marktanteile hinzuzugewinnen".

Über die grundsätzliche Feststellung hinaus, daß Gespräche mit anderen europäischen Unternehmen im Gange seien, nahm Philips bisher zu möglichen anderen Kooperationen keine Stellung.