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02.10.1981

Philips-Verbundsystem soll Systemausbaufähigkeit sicherstellen:Privatbank koppelt Terminalsystem an RZ

02.10.1981

SIEGEN (pi) - Das Hamburger Privatbankhaus Conrad Hinrich Donner ("Donnerbank") nutzt derzeit vier seiner sechs Computer-Arbeitsplätze für die Datenerfassung, zwei für die Programmentwicklung. Mit ihrer nächsten, schon fest geplanten Maßnahme auf dem Gebiet der EDV wollen die Hamburger eine weitgehende Verselbständigung der einzelnen Geschäftssparten ihres Hauses erreichen.

Die Donnerbank existiert seit 1798 und war damals eine Abteilung eines größeren Hamburger Handelshauses. Heute verfügt die Donnerbank neben der Zentrale in Hamburg über Zweigniederlassungen in Düsseldorf und Frankfurt. Da man sich schwerpunktmäßig mit der Finanzierung von Außenhandelsgeschäften beschäftigt, werden darüber hinaus noch eigene Vertretungen in Argentinien, Brasilien, Spanien, Schweden und Indonesien unterhalten. Zum Kundenstamm gehören hauptsächlich mittelständische Unternehmen, die im Im- und Export tätig sind.

Anfang der 70er Jahre sammelte man bei der Donnerbank erste Erfahrungen mit der Datenverarbeitung. Dies geschah zunächst in der Zusammenarbeit mit einem Rechenzentrum. In dieser Zeit wurden alle Daten über Datenerfassungsgeräte auf Lochstreifen und später auf Magnetband erfaßt und an das Rechenzentrum weitergeleitet.

Stetes Anpassen

Da dies jedoch auch im Hinblick auf den steigenden Geschäftsumfang auf Dauer keine zufriedenstellende Lösung war, entschloß man sich 1975 zu einer Distributed Processing-Lösung. Die Wahl fiel auf das Multiterminal-Verbund-System P 7000 von Philips. Die P 7000 verfügt bei der Donnerbank über eine Zentraleinheit mit 192 KB und sechs Bildschirm-Arbeitsplätzen, einer Magnetbandstation (800 bpi) zwei Magnetplatten-Drives zu je 67,5 Megabytes, einen Zeilendrucker mit 1000 Zeilen pro Minute und einen Terminal-Drucker mit 45 Zeichen pro Sekunde. Das System ist online an das Rechenzentrum Hamburger Datenverarbeitung (HDV) angeschlossen.

Der wichtigste Grundsatz bei der Auswahl des Systems war nach Darstellung von Philips, daß die Datenverarbeitung mit der Entwicklung des Bankhauses Schritt halten sollte. Die P 7000 schien dafür besonders geeignet zu sein, auch im Hinblick auf die eigenständige Datenverarbeitung und die Kooperation mit dem Rechenzentrum über Standleitung. Man entwickelte ein Konzept, das den gesamten DM- und Fremdwährungs-Buchungsbereich umfaßte. Der zuständige Abteilungsleiter für EDV, Dietmar Stamm, ging dann daran, ein Paket von Erfassungsprogrammen zu erstellen, mit dem Ziel, Fehlerquellen zu minimieren und die Ergebnisse aussagekräftiger zu gestalten. Den sich ständig steigernden Anforderungen wurden die Programme in der Folgezeit immer wieder angepaßt.

Magnetband-Clearing

Im Belegwesen erreichte man eine wesentliche Rationalisierung dadurch, daß heute beispielsweise bei Devisenbuchungen, wo früher bis zu acht Belege erstellt werden mußten nur noch praktisch ein Beleg ausreicht, um die notwendigen Buchungen durchzuführen. Erreicht wurde dies durch die Generierung von logisch abhängigen Buchungsvorgängen.

Die verrechnungstechnische Korrespondenz mit anderen Banken wurde dadurch optimiert, daß aufgrund einmal erfaßter Daten nicht nur die Buchungen auf den Konten resultierten, sondern auch die belegbegleitenden Abrechnungsaufstellungen gedruckt wurden.

Die für andere Großbanken und Verrechnungsringe, wie Sparkassen, Landesgenossenschaftsbanken und Landeszentralbanken benötigten Daten werden vom System bereitgestellt und dann online an das Rechenzentrum übermittelt. So gelangen sie dann in das bundesweite Magnetband-Clearing. Auf dem umgekehrten Wege erhält die Donnerbank alle Gut- und Lastschriften, die bundesweit unter der betreffenden Bankleitzahl in das Magnetband-Clearing geleitet werden. So werden Arbeitsspitzen, die in bestimmten Zeiten anfallen, weitestgehend abgebaut. Deutlich wird dies angesichts der Tatsache, daß bis zu 600 Buchungsposten an Spitzentagen zu verarbeiten sind. Heute werden von den sechs installierten Arbeitsplätzen vier für die Datenerfassung und zwei für die Programmentwicklung eingesetzt. Zur Zeit entsteht hier eine Reihe neuer Programme.

In Zukunft sollen ohne Einschaltung des Rechenzentrums im Dialog mit dem Computer-System selbständig Arbeitsgebiete abgewickelt werden, wie etwa Geld- und Devisenhandel, Devisenzahlungsverkehr, Dokumentengeschäft sowie die Wertpapierabrechnung. Für die Donnerbank ist dabei besonders wichtig, nicht nur die buchungstechnische Abwicklung zu vereinfachen, sondem vor allem die Quantität und Qualität der Information für die Geschäftsführung und die verschiedenen Fachabteilungen zu verbessern. Außerdem will man so auch das Meldewesen an die Bankenaufsicht optimieren.