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19.10.1990 - 

Großreinemachen im Universalrechnerbereich noch nicht abgeschlossen

Philips zieht sich peu a peu aus dem Computer-Business zurück

MÜNCHEN (CW/see) - Um nahezu ein Drittel kürzt NV Philips die Stellen in der Computersparte: Allein PKI verliert - zunächst - 900 Mitarbeiter; weitere Maßnahmen stehen an. Erst wenn man "das eigene Haus in Ordnung gebracht" habe, so Philips, seien DV-Kooperationen ein Thema. In diesem Zusammenhang bringen Beobachter erneut den Namen Olivetti als Partner oder Käufer ins Spiel.

Offizielle Stellungnahmen aus Eindhoven legen den Schluß nahe, daß Philips sich auch nach der Sanierung nicht zutraut, als DV-Anbieter auf eigenen Beinen zu stehen. Vielmehr bleibt das Thema von Kooperationen mit anderen Anbietern offenbar durchaus aktuell im Unternehmen. Ohne vorherige weitere Restrukturierungs- beziehungsweise Sanierungsmaßnahmen werde man den "Gedanken an Allianzen" gleichwohl nicht verfolgen, heißt es in der Konzernzentrale.

Was schon zu Jahresbeginn von der Branche böse als "Filetierung" der Information Systems apostrophiert wurde, scheint nach Ansicht von Beobachtern nun wieder neue Aktualität zu erhalten: Glenn Cuthbertson etwa, Program Director European Financial Strategies des Marktforschungs-Unternehmens Gartner Group, ist nach wie vor davon überzeugt, daß Philips als DV-Anbieter "verschwinden" werde, und sieht in Olivetti trotz der im Sommer gescheiterten Kooperationsgespräche einen potentiellen Käufer. Ein früherer PKI-Mitarbeiter beurteilt die jüngsten Maßnahmen gleichfalls als Verkaufsvorbereitungen: Es gehe den Eindhovenern lediglich darum, mittelfristige Kundenverpflichtungen noch zu erfüllen, um schließlich den Happen Philips-Computer möglichst appetitlich anbieten zu können.

Die jetzt angekündigten Einsparungen bedeuten für 4900 der weltweit rund 15 000 Philips-Mitarbeiter in der DV-Division entweder das Aus oder die Verlagerung in einen anderen Konzernbereich.

Die bundesweite Vertriebsorganisation für Büro- und Informationssysteme der Philips Kommunikations Industrie AG (PKI), Siegen und Nürnberg, soll nach der Umstrukturierung mit weniger als der Hälfte der bisherigen 1 100 Mitarbeiter auskommen. Geplant ist eine Konzentration auf folgende Märkte: öffentliche Auftraggeber, herstellende Industrie, Finanzwirtschaft und Dienstleistungen. Außerdem werden nach dem Willen der Sanierer Philips-DV-Produkte künftig verstärkt über indirekte Kanäle verkauft. In Deutschland verlieren so 600 PKI-Vertriebsmitarbeiter ihre Jobs.

Zunächst 300 Stellen will PKI bis Ende 1991 im Werk für Büro- und Informationssysteme in Siegen-Eiserfeld einsparen. Die dann noch verbleibenden "System-Aktivitäten" der Product-Division Information Systems sollen in den Folgejahren abgebaut werden, so daß nur noch OEM-Produkte mit dem Philips-Label am Markt zu haben sind. Die PC-Entwicklung und -Produktion wird dem Unternehmensbereich Consumer Electronics zugeschlagen. Aufatmen dagegen können die TK-Mitarbeiter in Nürnberg und Köln: Diese Bereiche bleiben vorerst von Sparmaßnahmen verschont.