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Erste Eindrücke zu Adobes neuer Bildbearbeitung

Photoshop 5.0: Mehr Flexibilität bei 3D-Effekten und in Texten

05.06.1998

Mit der History-Palette kehrt das mehrstufige Widerrufen von Befehlen bei Photoshop ein. Dieses Programmelement listet alle bisherigen Arbeitsschritte auf. Ohne spürbare Zeitverzögerung kann man auch nach dem Zwischenspeichern zu einer früheren Fassung zurückspringen.

Adobe stattete die Rücknahme-Palette mit praktischen Zusatz-Features aus. Per Klick entsteht jederzeit ein Duplikat der aktuellen Fassung. Außerdem läßt sich eine Variante in den Schnappschußspeicher kopieren; sie erscheint als Miniatur in der History-Palette und bleibt auch dann erhalten, wenn aus Speicherplatzgründen frühere Bildvarianten endgültig verworfen werden.

Der ebenfalls neue History-Pinsel malt pixelgenau beliebige Bildfassungen in die aktuelle Datei. Allerdings trennten die Programmierer die History-Technik gänzlich vom Makrorekorder, der die Befehlsfolgen automatisiert. Wer also eine gelungene Befehlsfolge dauerhaft speichern will, kann sie nicht aus der History-Palette nehmen - er muß sie neu aufzeichnen.

Die History-Funktion erzeugt bei großen Bilddateien mehrere 100 MB große Auslagerungsbereiche auf der Festplatte. Nicht zuletzt deswegen verwaltet Photoshop nunmehr vier statt wie bisher zwei eigene Auslagerungslaufwerke.

Flexibler zeigt sich das Programm auch bei den Schriftzügen. Erstmals kann man Textebenen noch im Textmodus korrigieren, zum Beispiel die Schriftart oder den Inhalt ändern. Zeilenabstand und Zeichenabstand sind präzise regelbar, sogar zwischen horizontalem und vertikalem Aufbau läßt sich frei umschalten. Auch die Farbwahl gestaltet sich flexibler.

Die neuen Textebenen sind drehbar, lassen sich neigen oder mit den Kanten und Schatten der Ebeneneffekte ausstatten. Anders als bisher muß man beim Vergrößern oder Drehen keine aufgeweichten Konturen mehr befürchten.

Allerdings akzeptiert eine Textebene längst nicht alle Photoshop-Funktionen. Will man seinen Schriftzug mit Filter, Farbverlauf oder auch nur mit dem Farbeimer bearbeiten, verlangt Photoshop die Umwandlung der Textebene in eine normale Pixelebene. Diese ist jedoch nicht mehr im Textmodus zu korrigieren. Es ist auch nicht möglich, den Text über Hüllen und Pfade an Objekte anzuschmiegen, wie es beispielsweise "Photo Impact" erlaubt: Hier muß auf ein Illustrationsprogramm gewechselt werden.

Als letztes Bildbearbeitungsprogramm der Oberklasse hat nun auch Photoshop Funktionen, Ebenenobjekte mit Schatten, Lichthöfen oder dreidimensionalen Kanteneffekten zu verzieren. Solche Designs verlangen nicht zuletzt WWW-Gestalter; im Photoshop waren sie bislang nur über langwierige Befehlsfolgen möglich.

Die entsprechenden Eingriffe aus dem neuen Dialog "Ebenen-Effekte" verändern ein Objekt nicht dauerhaft - die Manipulation läßt sich jederzeit ausschalten, ändern oder auf andere Ebenen übertragen. Wird eine Ebene bearbeitet, passen sich die Effekte sofort an: Schatten und Kanten berechnet Photoshop neu, sobald man Bildpunkte einfügt oder herausschneidet. Auf Wunsch richtet das Programm bei allen Ebenen den simulierten Lichteinfall im gleichen Winkel aus.

Insgesamt ist ein unkompliziertes Werkzeug entstanden, mit dem sich sehr gute Ergebnisse erzielen lassen. Features wie mehrfach gewellte Kanten, perspektivisch verzerrte Schatten oder Oberflächenstrukturen bietet Photoshop allerdings nicht.

Fazit: Bahnbrechende Neuerungen offenbart Photoshop 5.0 nicht. Die History-Palette sorgt jedoch für eine leichte Handhabung des Designs. Die neue Version läuft unter 32-Bit-Windows sowie auf dem Macintosh ab System 7.5.5. Die Software soll 1600 Mark kosten, für das Update werden 750 Mark genannt.

Heico Neumeyer ist freier Fachjournalist in Bad Tölz.