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23.02.2006

PHP steht vor einem Generationswechsel

Nach zehnjähriger Erfolgsgeschichte ändert Zend die Architektur der Skriptsprache.
Das Fundament von PHP, Zend-Core, wird deutlich erweitert.
Das Fundament von PHP, Zend-Core, wird deutlich erweitert.

Einem Open-Source-Produkt ist es gelungen, die gesamte proprietäre Konkurrenz, Microsoft inklusive, in den Schatten zu stellen: PHP. Es ist die mit großem Vorsprung führende Skriptsprache im Internet. Nach einer Erhebung der Web-Statistiker von Netcraft verwendeten im August letzten Jahres etwa doppelt so viele Websites PHP wie Microsofts "Active Server Pages". Andere Produkte wie Macromedias "Cold Fusion" oder das sich zunehmend verbreitende "ASP.NET" sind weit abgeschlagen.

PHP blickt auf eine etwas mehr als zehnjährige Geschichte zurück, wobei die Entwicklung in den ersten fünf Jahren noch sehr verhalten war. Der rasante Aufstieg begann im Jahr 2000 mit dem Release 4; zur gleichen Zeit gründeten die israelischen PHP-Initiatoren Zeev Suraski, Andi Gutmans und Doron Gerstel das Unternehmen Zend. Es dauerte vier Jahre bis zur Version 5, die nicht nur einen neuen Kernel, die "Zend Engine 2", mit sich brachte, sondern auch XML, Soap und Objektorientierung. 2005 erklärten IBM und Oracle, künftig PHP zu unterstützen.

Auf 20 Millionen Domains

"Das war so wichtig für PHP, wie IBMs Anerkennung von Linux dem Open-Source-Betriebssystem zum Durchbruch verholfen hat", blickt Zend-President und -CEO Gerstel zurück. Nach seinen Angaben verwenden heute 20 Millionen Internet-Domains PHP, das sind mehr 40 Prozent des Internets. Mitte 2003 gab es etwa zehn Millionen Internet-Domains mit PHP. In rund zweieinhalb Jahren hat sich die Verbreitung von PHP also verdoppelt.

Als Gründe für diese Entwicklung führt Gerstel - neben der Anerkennung durch IBM und Oracle - in erster Linie an, "dass PHP einfach und intuitiv zu nutzen, gleichzeitig aber mächtig ist". Von nicht zu unterschätzender Bedeutung sei schließlich gewesen, dass sich das Verhältnis der Anwender zu Open Source gewandelt habe, so der Zend-Chef: "Mit Linux hat sich die Position des Markts gegenüber Open Source grundlegend geändert. Vor sechs Jahren wurde Open Source noch gleichgesetzt mit geringer Qualität und Vertrauenswürdigkeit. Heute werden diese Begriffe eher angewendet auf proprietäre Software von Microsoft."

Jetzt soll eine einschneidende Änderung PHP weiteres Wachstum sichern. Bisher besteht die Programmiersprache aus dem Zend-Core, der ausschließlich von rund 20 Zend-Angestell- ten entwickelt wird, und zahl- reichen Zusatzmodulen. Diese sind das Werk einer Community von rund 500 externen Ent- wicklern, die hauptberuflich bei anderen Unternehmen beschäftigt sind. Das Gesamtprodukt, PHP, verbreitet Zend in zwei Varianten, der Entwicklungsumgebung "Studio" und der Produktionsumgebung "Platform". Weil alles unter der BSD-Lizenz Open Source ist, muss man es nicht kaufen, aber vor allem Großunternehmen tun es doch, um sich Support und Services zu sichern.

Noch in diesem Jahr wird das Produktszenario komplett umgebaut. Ins Zentrum rückt dann ein Fundament, das Zend-intern zurzeit noch "Complete PHP Toolkit" genannt wird, aber einen anderen Namen erhalten soll. Es wird neben dem bekannten Zend-Core ein "PHP-Framework", eine Eclipse-Entwicklungsumgebung, den Apache-Web-Server, eine beliebige integrierbare Datenbank und das "Zend-Network" umfassen. Darauf setzen die Neuausgaben "Studio Pro" als Entwicklungs- und "Platform Pro" als Produktionsumgebung auf.

Eine Art Open-ASP.NET

Zend-Chef Gerstel zieht einen Vergleich heran: "Das Ganze ist dann so umfangreich wie ASP.NET - mit einem Unterschied: Es ist Open Source." Der technisch bedeutungsvollste Vorteil der Erweiterung ist wichtig für die künftige Positionierung von Zend, so Gerstel: "Es wird möglich sein, dass andere IT-Anbieter oder Anwenderunternehmen in unser System Plug-ins einbauen, so dass dann spezifische Web-Services entstehen können, beispielsweise für Report-Generation oder Business Intelligence. Man wird andere Lösungen und PHP einfach integrieren können."

Zend ist damit auf dem Weg von einem Anbieter einer Skriptsprache zum Web-Service-Integrator. "Wir möchten eine Rolle spielen in der nächsten Web-Generation, die aus zusammengefügten Applikationen bestehen wird", erklärt Gerstel.

Damit wird PHP aber nicht auf einen höheren Level gehoben, etwa gegen Java positioniert. "PHP wird Java niemals verdrängen", erklärt Gerstel. "Es gibt Dinge, die man nicht mit PHP versuchen sollte, zum Beispiel Transaktions-Management oder andere große Anwendungen. Aber wenn es um Web-Applikationen geht, ist Java Overkill, zu komplex, zu zeitaufwändig bei der Entwicklung. Java bringt mehr Entwicklungskosten mit sich als PHP."