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04.01.1991 - 

Auf A T&T-, Concurrent- und IBM-Maschinen:

Picks Daten-Management-System läuft auch in Unix-Umgebungen

LAS VEGAS (jm) - Neben Windows 3.0 als Konkurrent zu OS/2 und dessen Mitbewerber Unix scheint es in der Branche kaum Alternativen zu geben. Dabei konnte die als Klassiker zu bezeichnende Advanced-Pick-Systemumgebung beweisen, daß sie auf einer größeren Plattform verbreitet ist als allgemein bekannt zu sein scheint.

Die von Dick Pick, dem Präsidenten der Pick Systems, 1965 entwickelte Systemumgebung - damals geplant für ein US-Army-Projekt unter der Bezeichnung Girls ("Generalized Information Retrieval Language and System") und in der Folge umbenannt in "General Information Management" - wurde auf der Comdex sowohl auf IBMs RISC/6000-System als auch auf AT&Ts Multiprozessor-Server "Starserver E" sowie in einem LAN-Verbund von DOS-, Unix- und Pick-Rechnern demonstriert.

Wichtig dürfte dem kalifornischen Entwickler vor allem gewesen sein, daß er sein Pick-System unter Unix - am AT&T-Stand sogar unter der neuen Version 4.0 - präsentieren konnte: Die im Pick-System integrierte Datenbank und assoziierte Applikationen lassen sich nämlich erst seit 1989 auf Unix portieren. Und erst im Mai 1990 konnte die Unix International unter 21 neuen Mitgliedern auch Pick Systems begrüßen.

Bei der in Deutschland von Vadas in FrankfurttMain vertriebenen Veteranensoftware - Advanced Pick ist die weiterentwickelte Pick-Umgebung, die vor allem für Programmierer, Entwickler und den Endbenutzer Leistungsverbesserungen erbrachte - handelt es sich um ein ursprünglich proprietäres Mehrplatz-Betriebssystem, das aber zusätzlich eine Datenbank mit integrierten Anwendungsprogrammen, ein eigenes Programmiersystem und eine Abfragesprache beinhaltet.

Mittlerweile soll es laut dem Marktforschungs-Unternehmen IDC etwa 3000 Anwenderpakete für den kommerziellen Bereich geben, Pick selbst schreibt sich bereits 4000 Applikationen zu. Pick war ursprünglich für den Minicomputer-Bereich in kleinen und mittelgroßen Betrieben gedacht, läuft heute jedoch - wie die Comdex zeigte - auch auf PC-basierten-Systemen.

Erstmals implementiert wurde es 1973 auf einem Microdata-1600-Prozessor. Den "Durchbruch" erlebte das Unternehmen aus dem kalifornischen Irving allerdings erst 1981 und 1982, als die IBM-Series/1- und 43XX-Modelle sowie Rechner von SMI, Pertec und Altos als Pick-Klientel hinzugezählt werden konnten. Seit längerem laufen mittlerweile auch die ausfallsicheren Stratus-Maschinen Altos Mehrplatz-Rechner und Prime-Rechner unter Pick. Auch DEC warb für seinen im Herbst 1990 vorgestellten Mehrprozessor-Server "Application DEC 433MP" - Codename "Calix" - unter anderem mit der Fähigkeit, auch Applikationen aus der Pick-Umgebung fahren zu können.

Die Demonstration in Las Vegas sollte denn auch bezeugen, daß die Verbindung des Daten-Management-Systems von Pick mit Unix für neue Client-Server-Architekturen besonders geeignet erscheint. So räsonierte auch IDC, das Unix-Betriebssystem und die Pick-Datenbank mit ihren Applikationen ergänzten sich in hervorragender Weise.

Pick-Datenbank und Unix ergänzen sich ideal

Während die ursprünglich als Stand-alone-System konzipierte Pick-Umgebung nicht berühmt sei für ihre Kommunikationsfähigkeiten, mache Unix diese Schwäche wett. Andererseits unterstrich die IDC, daß Pick auf ein sehr umfangreiches Anwendungsangebot verweisen könne.

Die Analysten kommen zu dem Schluß, daß vor allem der Trend zu Client-Server-basierten Lösungen der bislang eher stiefmütterlich bedachten Manager-Software zugute kommen könnte: Gerade auch für große Unternehmen - im Fortune-1000-Club ist Pick nämlich praktisch kaum existent -, die sich nach Implementationen auf Serverebene umschauen, könne die Verbindung von Unix mit einem "echten Endbenutzerorientierten Werkzeug wie der Pick-DBMS viele Applikationsprobleme lösen", die sonst weiterbestünden. Allerdings monieren die Marktforscher ein noch bestehendes Manko: Pick ist bislang nicht auf eine echte verteilte Datenbank-Anwendung eingerichtet. Andererseits sehen die Marktforscher Pick unter Unix als überlegenen Mitbewerber etwa gegenüber Oracle, Ingres und Informix. Diese seien zwar als High-end-Produkte zu bezeichnen, verfügten jedoch nur über einen begrenzten Applikationenkatalog.

Gerade das Engagement von Pickblue - einer Pick-Tochtergesellschaft, die auch Big-Blue-Computersysteme vertreibt -, die Advanced Pick auf AIX portierte, weckt große Erwartungen. Pickblue-President Steve Kruse meinte anläßlich der Vorstellung von Advanced Pick auf IBMs RISC/6000-Maschinen: "Für uns ist das ein sehr wichtiges Ereignis, vor allem auch deshalb, weil das System ohne Probleme auf AIX läuft." Mittlerweile könne man auch ein großes Interesse von seiten Big Blues und des gesamten Unix-Marktes verzeichnen.

Das auf allen Hardwareplattformen angesiedelte Multiuser-Pick-System besitzt übrigens nach IDC-Meinung noch eine bemerkenswerte Stärke: Es werde im allgemeinen übersehen, wie effizient die Pick-Umgebung gestrickt sei. Während zum Beispiel OS/2 pro Benutzer mindestens 4 MB Arbeitsspeicher verlange und Windows wie auch Apples Multitasking-Option "Multifinder" immerhin noch 2 MB benötigten, bedient Pick mit 16 MB gleich 65 Benutzer. Sind die Anforderungen geringer, kann man nach IDC auf einer mit 640 KB Arbeitsspeicher ausgerüsteten 286-Maschine noch zehn Arbeitsplätze unterstützen. Fazit der Analysten: Kunden, die möglichst wenig Geld für Hardware ausgeben wollen, sollten eigentlich starkes Interesse am Pick-System finden.