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Interaktive Flipcharts integriert


03.12.1998 - 

Picturetel baut auf das Internet

MÜNCHEN (CW) - Mit Videokonferenzen über das Internet will Picturetel das Geschäft wieder auf Vordermann bringen. Zweites Standbein der neuen Strategie sind interaktive Meeting-Tools wie Flipcharts. Kann Picturetel das Steuer herumreißen?

Neue Wettbewerber wie Sony und fallende Preise haben den Videoconferencing-Herstellern zurückgehende Umsätze beschert. Der von Picturetel sank von 483 Millionen Dollar 1996 auf 466 Millionen Dollar 1997. Das Unternehmen verzeichnete sogar einen Verlust von 38 Millionen Dollar. Picturetel ist eigenen Angaben zufolge mit einem Marktanteil von über 60 Prozent Marktführer bei Raumsystemen, also bei Videokonferenzanlagen für mehrere Personen auf jeder Seite. Bei den Desktop-Systemen liegt Picturetel laut Dataquest mit 30 Prozent gleich hinter Intel (39 Prozent).

Auf die Schwierigkeiten reagierte Picturetel nun mit einer neuen Strategie und besserer Technik. So soll in Version 3.1 des Video-Clients "Live LAN", in der Netz-Management-Software "Live Manager" und in "Live Gateway", einem Tool für die Überbrückung zwischen LAN und ISDN, eine Übertragung mit 30 Bildern pro Sekunde möglich sein. Das entspricht der Darstellungsgeschwindigkeit von Fernsehbildern. Bisher arbeitete Picturetel über das Telefonnetz im ISDN-Standard. Jetzt geht es auch mit dem Internet Protocol (IP) über in- und externe Netze. Marketing-Manager Uwe Peters begründet das mit dem Wachstum der Netze in den Unternehmen. Dagegen lege ISDN nur noch langsam zu.

Interaktive Flipcharts und Wandtafeln

Als neues Produkt in diesem Bereich kündigt Picturetel das Desktop-Videokommunikationssystem "Picturetel 550" an. Es erlaubt sowohl Konferenzen über ISDN als auch für IP-Netze. Zusätzlich unterstützt das PCI-basierende System gemeinsames Arbeiten in Dokumenten nach dem Multimedia-Standard T.120 und integriert dazu Microsofts "Netmeeting". Picturetel 550 kostet rund 2800 Mark und ist für das Betriebssystem Windows NT erhältlich.

Außerdem hat Picturetel die gewohnten Flipcharts, Wandtafeln oder Zeichenbretter, auf denen während einer Konferenz Dinge grafisch oder mit Stichworten erläutert werden, in interaktive "Meeting-Tools" umfunktioniert. Die Firma hat die Flächen digitalisiert und in ihr Konferenzsystem eingebunden. Zeichnet ein Teilnehmer etwas auf, erscheint das auch am anderen Ort der Konferenz auf der Tafel. Dort läßt es sich ändern und wird damit auch gleich auf der ersten Tafel vermerkt.

Einen Hoffnungsschimmer scheint es für den Videoconferencing-Hersteller zu geben. "Im dritten Quartal hatten wir erstmals seit 1997 wieder einen Betriebsgewinn", gab Chairman und CEO Bruce Bond gegenüber dem "Handelsblatt" an. Mit der Übernahme der Starlights Networks hat Picturetel jetzt noch einen Spezialisten für Kommunikation an Bord genommen. Mit der Streaming-Media-Technologie von Starlight Network lassen sich Audio-Video-Datenströme via Internet verschicken und am PC abspielen, ohne daß die großen Datenmengen auf dem PC gespeichert werden müssen.