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29.05.1987 - 

Im Inhouse-Bereich spielt Großrechner-Emulation die größte Rolle:

Pilotanwender sehen dem offiziellen ISDN-Start mit Mißtrauen entgegen

MÜNCHEN - Trotz den bangen Fragen nach der Verfügbarkeit der So-Schnittstelle und der Post-Preispolitik beim Anschluß an das öffentliche Netz werden die ISDN-Funktionsmerkmale im Inhouse-Bereich bereits erfolgreich getestet. Große Kreativität legen hier die Universitäten an den Tag, wenn sich auch die Zahl der digitalen Endgeräte eher bescheiden ausnimmt. Neben Sprachkommunikation kommen in erster Linie Electronic-Mail, die Großrechner-Emulation und die Textverarbeitung zum Zuge.

Die Zahl der ISDN-Nutzer mit Non-Voice-Ambitionen ist nach wie vor gering. In der Regel findet zunächst einmal ein Austausch des alten Vermittlungssystems durch eine auf das neue Medium zugeschnittene Anlage statt. Dazu einer der experimentierfreudigsten Anwender, Professor Rainer Thome von der Universität Würzburg: "Ich habe überall nachrecherchiert. Dabei stellte sich heraus, daß die Benützer von neu auf den Markt gekommenen Systemen sich auf die Telefonkommunikation beschränken und diese läuft in aller Regel noch analog." Zurückzuführen sei dies unter anderem auf die hohen Preisunterschiede zwischen analogen und digitalen Telefon-Apparaten.

Die zweite Gruppe habe sich zwar für die Anschaffung von digitalen Endgeräten entschieden, eine Datenkommunikation finde aber nicht statt. Als bedauerlich erachtet es Thome in diesem Zusammenhang, daß der Anwender in Hinblick auf den Begriff digital "ganz eindeutig geleimt wird, indem der Unterschied zwischen einer digitalen Vermittlung und einer digitalen Übertragung nicht gezeigt wird". Selbst Vertriebsbeauftragte wären hier Irrtümern aufgesessen.

Das Institut für Betriebswirtschaftslehre und Wirtschaftsinformatik der Würzburger Universität setzt als Pilotanwender das Telenorma-System Integral 222 ein, um Untersuchungen über die Möglichkeiten von ISDN im Bürokommunikations-Bereich zu machen. Es handelt sich hier um eine Neubeschaffung, weil keine Vorgängereinrichtung abgelöst wurde.

Da für Thome die Forschung im Vordergrund steht, sind bisher nur sechs digitale Telefonapparate angeschlossen, jedoch alle mit einem PC-artigen Rechner. Genutzt werden außer der Isy-Textverarbeitung die Funktionen Electronic-Mail und Archiv. Das Archiv sei aber nicht im Sinne von Kalender zu verstehen, sondern als Textablage. Thome: "Es ist ja durch wissenschaftliche Untersuchungen bestätigt, daß die eigene geistige Kapazität mehr darin besteht, bestimmte Dinge zu assoziieren, sich aber nicht mehr an Details zu erinnern." Als nächsten Schritt plant das Institut die Einbindung von Grafik.

Parallel zu ISDN wurde ein LAN-Verbund realisiert, an den auch TN-Workstations angeschlossen sind. Erproben will man die Praktikabilität der beiden Netze für Office-Automation-Zwecke. Thome: "Es ist eben die Frage, ob es bequemer ist, eine Nummer anzuwählen und gleichzeitig Daten zu übertragen oder eine LAN-Verbindung aufzubauen." Die jetzige Peripherie stammt ausschließlich von Telenorma. Da es sich um eine nichtkompatible Konfiguration handelt, kann man ohne technische Eingriffe keine Fremdgeräte anschließen.

Nach weiteren Angaben des Wirtschaftsinformatikers ist die ISDN-Installation ein losgelöstes Projekt. "Dies hängt aber damit zusammen, daß wir spezielle Terminals haben, um an den Großrechner des Universitäts-Rechenzentrums heranzukommen. Der Aufwand lohnt sich nicht, diese in die Office-Automation-Konfiguration einzubinden."

An das öffentliche Netz dagegen will die Würzburger Universität aller Voraussicht nach schon im zweiten oder dritten Quartal 1988. Für Telenorma entschieden sich die Informatiker, weil nur diese Firma das System in der gewünschten Größenordnung liefern konnte. Weitere Kriterien seien die Upo-Schnittstelle gewesen und die Zusicherung, digitale Telefonapparate zur Verfügung zu stellen.

Mangel an Software und Adaptern

Ein zweiter TN-Benützer, der sich aber nicht zu erkennen geben möchte, hat sich ebenfalls aufgrund der Upo-Schnittstelle für diesen Hersteller entschieden. Dem Medium ISDN an sich steht er aber mehr als skeptisch gegenüber. Es fehle an Adaptern zum Anschluß an PCs, an Anwendungen und an Schnittstellen. Er bemängelt außerdem die im Gefolge einer Installation notwendig werdenden Software-Änderungen und Anpassungen. Was nütze es zum Beispiel, wenn man ein Dokument übertrage, wo keine Quittungen ausgedruckt werden könnten. Im Moment gebe es eigentlich noch gar keine echte ISDN-Anlage und bei den vorhandenen Systemen lägen himmelweite Unterschiede vor. Die meisten digitalen Vermittlungssysteme, so von PKI, SEL und Telenorma, seien als Durchschaltesysteme konzipiert worden. Im Gegensatz dazu stehe die Siemens-Anlage, die von der Konzeption her mehrere tausend Anschlüsse in einer Anlage vereinigt. So viele Rechner, wie man für diese Zahl von Anschlüssen benötigt, könne man aber nur schwer anschließen. Insofern sei es sinnvoll, die Peripherie nach außen zu verlegen.

Die stattliche Anzahl von 115 Teilnehmersitzen für die Mischkommunikation und 65 multifunktionalen Terminals hat die Universitätsklinik Göttingen im November 1986 in Betrieb genommen. Angeschlossen sind diese Geräte an das Siemens-System 3W600. Auch hier konnte keine andere Firma die gewünschten Leistungsanforderungen erfüllen. Überhaupt zeigte sich bei der Computerwoche-Umfrage, daß zum jeweiligen Zeitpunkt der Entscheidung oft nur ein Anbieter in der Lage war, den spezifischen Bedingungen des Anwenders gerecht zu werden.

Inhouse-Leistungsmerkmale nach außen tragen

Für Ericsson entschied sich der Assekuranz-Makler C. Wuppesahl aus Bremen, dessen Anlage MD 110 mit 20 Amtsleitungen und 100 Nebenstellenanlagen ausgerüstet ist. 15 der Anschlüsse sind digital. Momentan beschränke sich die Anwendung auf das Telefonieren und die Gebührenerfassung mit Hilfe eines PCs. Electronic-Mail lohne sich erst nach dem Umzug in den geplanten Neubau. Im Moment ist für den EDV-/Org.-Leiter Udo Fecker noch alles ziemlich unausgegoren, besonders im Hinblick auf die Poststrategie nach dem offiziellen-ISDN-Start. Zum einen fehle noch die So-Schnittstelle. Zum anderen sei aber auch noch ungeklärt, inwieweit das von der Geräteseite her angebotene Leistungsspektrum extern überhaupt genützt werden kann. "Es gibt verschiedene Dinge, die die Post nicht genehmigt, so zum Beispiel eine Wahlwiederholung extern oder eine Konferenzschaltung mit mehreren Teilnehmern. Die Anlage könnte vieles beherrschen, wenn die Post nur wollte." Fecker plädiert dafür, daß das ganze Leistungspaket "nach draußen gebracht wird". Er habe ferner die Befürchtung, daß neben den laufenden Gebühren noch zusätzliche Kosten auf die Benützer zukämen. So müßte man die Dienste ja auch anwählen und abmelden. Bei einer HFD-Leitung müsse man zum Beispiel 10 Mark für die Anwahl bezahlen. Beim Telefonieren hingegen koste eine Anwahl nichts, aber er sei sich nicht sicher, ob die Post nicht doch etwas an Kosten aufschlägt. Auch fehle eine konkrete Aussage darüber, wenn denn nun die Bundesrepublik Deutschland flächenmäßig total vernetzt ist. Bis dahin sei es sicherlich noch ein dornenreicher Weg.

Herbert Lange, Leiter des Fachgebiets RZ-Betreuung, Systemhardware und Technik: "Siemens konnte uns eine echte Parallelnutzung bieten mit zwei B-Kanälen und einem Signalisierungs-Kanal. Ausschlag gaben darüber hinaus der Liefertermin, das Multiterminal und die Server-Software für die Kopplung der Hicom-Anlage an den zentralen Rechner." Erwähnt werden müsse auch die Mailing-Funktion, bei der sich eine Nebenstelle von einer anderen Nebenstelle über den zentralen Rechner direkt ansprechen läßt, ohne daß die Nebenstellen-Anlage selbst aktiv wird.

Die Universität Göttingen hat die Anlage gemietet. Der Grund: Erst einmal will man die Pilotversuche der Post abwarten, denn erst dann werden die Schnittstellen endgültig festgelegt. Lange: "Darauf warten wir im Prinzip schon händeringend." An erster Stelle rangiert in diesem Krankenhaus nicht die Sprach-, sondern die Datenkommunikation in Form von Electronic-Mail und die Textverarbeitung. Grafische Übertragung und Bildübermittlung stehen ebenfalls zur Disposition.

Verschickt werden beispielsweise Laborwerte vom Laborrechner zum Zentralrechner und dann direkt zur Station. Die dafür notwendige RJE-Funktion zur Anschaltung der digitalen Nebenstellenanlage an den Großrechner vom Typ 3081 haben die Universitäten und Siemens gemeinsam "gestrickt". Der Server emuliert eine Clusterstation IBM 3274 und eine RJE-Station 3770. Zum Teil wurden Anwendungen wie die schon erwähnte Abfrage von Laborwerten, die Patienten-Kurzinformation sowie die Stations-Belegungslisten auf das neue System übernommen.

Lange hat noch viele Wünsche an die Zukunft. So wartet er beispielsweise auf eine international genormte Schnittstelle für den Anschluß von Druckern an die Terminals. Außerdem soll ein Formatserver für Textbausteine implementiert werden. Und in einer zweiten Stufe will das Krankenhaus mit der zukaufbaren Leistung Patiententelefon ans öffentliche Netz gehen.

Wie Thome stellt der Göttinger Professor die Fachkompetenz der Vertriebsbeauftragten in Frage. "Die zuständigen VBs kommen größtenteils aus dem Fernsprechbereich und sind natürlich datenverarbeitungsmäßig überhaupt nicht geschult. Sie können die neuen Systeme oft nicht richtig einordnen." Bei Siemens habe man aber diesbezüglich einen Glücksgriff getan.

30 Prozent digitale Anschlüsse geplant

Vergleichbar mit der Installation an der Universität Göttingen sind auch die Siemens-Pilotinstallationen bei den Bielefelder Dürkopp-Werken und der AOK in Stuttgart. Beide entschieden sich für eine Hicom-Anlage 3W600. Für Walter Schwabedissen, den Leiter Bürokommunikation bei den Dürkopp-Werken, gaben auch die beiden Nutzkanäle und die Emulationsmöglichkeit via Server an den Großrechner den Ausschlag für die System-Entscheidung. Von den insgesamt 350 Teilnehmern verfügen 35 über einen digitalen Anschluß. Hinzu kommen zwei Multifunktionsterminals. Als nächste Anwendung vorgesehen ist der Electronic-Mail-Verbund.

Schwabedissen geht davon aus, daß der Anteil der digitalen Anschlüsse langfristig nicht mehr als 30 Prozent beträgt. "Wir haben das gezielt auf einzelne Leute, die bestimmte Funktionen verwerten können, abgestimmt." Die Bielefelder Firma will sich so schnell wie möglich an das öffentliche Netz anschließen und ISDN insbesondere für die Kommunikation mit den Außenstellen nutzen.

Bei der AOK in Stuttgart steht nach eigenem Bekunden ungeachtet des heranbrechenden ISDN-Zeitalters die Telefonkommunikation im Vordergrund. Dazu der Abteilungsleiter für Organisation und DV, Helmut Herbst: "Wir wollen ja primär eine Telefonanlage und da spielte die Problematik ISDN erst viel später eine Rolle." Mit immerhin drei Multifunktionsterminals realisiert die Krankenkasse aber im Inhouse-Bereich auch schon die Datenkommunikation. Es ist inzwischen möglich, mit den Siemens-Bildschirmen via Server auf die gleichen Daten zuzugreifen, wie die übrigen am Rechenzentrum hängenden Terminals. Langfristig gesehen plant die AOK, das Multifunktionsterminal besser auszustatten, damit es ein richtiger PC wird. Probleme haben die Stuttgarter momentan noch mit dem an die Terminals angeschlossenen Hardcopy-Drucker. Hierzu nochmals Herbst: "Oft erfährt der Hersteller die Wünsche leider erst vom Anwender."

Nicht viel von dem vielfach gepriesenen Multifunktionsterminal-Konzept hält der Professor für Informatik an der Naturwissenschaftlichen Fakultät der Universität Augsburg, Peter Schulthess. In seinem Institut löst das Nixdorf-System 8818 mit rund 40 digitalen Telefonen 100 Anschlüsse einer Siemens-Anlage vom Typ EMD ab. "In dem Moment, wo ein Terminal teurer ist als ein PC, ist der Bildschirm-Einsatz nicht mehr sinnvoll. Hinzu kommt, daß sich die Kommunikation mit dem Großrechner auch besser mit Mikros realisieren läßt."

Die an das ISDN-System angeschlossenen PCs und sonstigen Peripheriegeräte stammen von NCR, Apple, Nixdorf, Cadmus, Norsk Data, Siemens und Digital Equipment. Datenübertragung und Telefonieren laufen über eine Leitung, wobei aber nicht dieselbe Telefonnummer benützt wird. Nochmals Schulthess: "Mit unserer Software ist es bequemer, beispielsweise einen Laserdrucker über die zugeordnete Telefonnummer anzusprechen als zusätzlich zu dieser Nummer eine Dienstekennung hinterherzuschieben."

Schulthess hat im übrigen in der Entscheidungsphase äußerst schlechte Erfahrungen gemacht. "Wir sind von einem Hersteller ein halbes Jahr an der Nase herumgeführt worden. Man hat uns über Monate hinweg ein System in Aussicht gestellt, das man im Endeffekt doch nicht liefern konnte." Für Nixdorf habe hauptsächlich die gebotene asynchrone Schnittstelle gesprochen, da ja die meisten PCs über ein solches Interface verfügten. Man könne darüber hinaus aber auch eine asynchrone Übertragung via PC realisieren. Die angeschlossenen Mikros verfügen über Terminal-Emulationsprogramme für Rechner von DEC, IBM, Norsk Data und Siemens.

Mikrocomputer anstatt Multifunktionsterminal

Der Anschluß an das zukünftige ISDN-Netz ist geplant und läßt sich - so Schulthess weiter - mit dem Nixdorf-System ermöglichen. "Die Schnittstellen-Konversion müßte man durch eine zusätzliche Karte realisieren, aber die Kanalstruktur des Systems ist für ISDN geeignet." Dennoch sieht der DV- und Telecom-Experte Probleme auf sich zukommen. Geplant ist eine Ausrüstung der gesamten Universität mit ISDN-Möglichkeiten. Die Naturwissenschaftliche Fakultät mit ihrer 2W180-Anlage stellt nur einen Nebenstandort dar. Wahrscheinlich wird die Universität mit zwei sich überdeckenden Telefonanlagen leben müssen. In dem Augenblick jedoch, wo die bestehende EMD-Anlage mit digitalen Komponenten zusammenarbeiten muß, rechnet Schulthess mit erheblichen Schwierigkeiten.

Hier liegt im übrigen ganz generell ein Manko bei den bisherigen ISDN-Anlagen und ihren Endgeräten: Sie sind nicht kompatibel und können darum nicht miteinander verbunden werden. Auch die Kopplung alter und neuer Systeme läßt sich technisch noch nicht bewältigen. Es gibt jedoch auch Wege, um sich diesen Schwierigkeiten zu entziehen. So ist das Unternehmen PKI in der Lage, Sprachkommunikationssysteme über zwei Megabit-Leitungen miteinander zu verbinden. Der Nürnberger Hersteller erhielt von der Technischen Universität Berlin einen einschlägigen Großauftrag. Dazu Axel Wunder, Leiter Produktmanagement und Sprachkommunikation: "Wir erneuern dort alle sechs Systeme und installieren sechs Sopho-S-Knoten." Die Vernetzung geschieht über die besagten "MB-Postleitungen". Insgesamt sollen auf diese Art und Weise 7300 Nebenstellen miteinander verbunden werden. Der Anwender selbst wollte sich zum gegenwärtigen Zeitpunkt noch nicht zu der Installation äußern. Wunder beklagt allerdings die Gebührenpolitik der Deutschen Bundespost in bezug auf Festverbindungen und semi-permanente Verbindungen, also 2-MBit-Leitungen. "Aus Kundensicht wird eine solche Anwendung leider sehr teuer. Wenn ein Anwender zum Beispiel zwischen zwei Knoten nur zehn Leitungen braucht und er bekommt aufgrund 2 Megabit 30 Leitungen, dann muß er die auch bezahlen. Hier fehlen noch die Bestimmungen." Weitere Hemmnisse von Postseite aus sieht der Telecom-Experte aufgrund der Unklarheiten bei der endgültigen Schnittstelle, wobei sein Urteil zumindestens teilweise wohl eher die Herstellerperspektive widerspiegelt. Der Telecom-Experte hält nicht viel von der So-Schnittstelle, sondern drängt auf Upo. Seine Begründung: "Was macht man denn, wenn Firmen kommen, die noch ein älteres Leitungsnetz haben, denen keine vier Drähte zur Verfügung stehen, die können doch die So-Schnittstelle vergessen."

Bei der Stadtverwaltung München, die seit Anfang Dezember 1985 im Rathaus Pasing eine Hicom-Anlage fährt, ist inzwischen der angekündigte Sprachspeicher eingerichtet worden. Mehr als von den Neuerungen spricht Roland Kiene, leitender Baudirektor am Baureferat der Stadt München, allerdings von den aufgetretenen Schwierigkeiten. Auf Kriegsfuß steht er beispielsweise mit dem Multifunktionsterminal, weil man nicht unmittelbar an jeden Bildschirm einen Schönschreibdrucker anhängen könne. Wenn der Drucker "irgendwo herumstehe", würde er zu wenig benützt.

Probleme gibt es auch mit der Post. Kiene: "Ich führe zur Zeit Verhandlungen, weil ich die außenliegenden Nebenstellen digital schalten möchte, aber das läßt die Post im Moment nicht zu." Es sei für die Stadtverwaltung lebenswichtig, daß man die digitalen Apparate einkanalig oder zweikanalig über die eigenen städtischen Leitungen schalten könne. Möglich würde dies erst Anfang 1988, aber die Bedingungen stünden weiterhin nicht fest. Auch Erweiterungen hingen davon ab, ob man über das eigenen Kabel gehen dürfe oder nicht. "Es fehlen die technischen Bedingungen, ob das einfach geht oder schwierig ist, oder ob unser Rufnummernplan Schwierigkeiten kriegt. Das weiß man eben alles noch nicht."

Wie andere Anwender ist man bei der Stadt München erpicht auf Entscheidungen hinsichtlich der ISDN-Schnittstellen. Ihm selbst wäre entweder die So-Schnittstelle oder aber ein "Upo-halbes"-Interface, das heißt also eine einkanalige Schnittstelle recht.

AU:Stefanie Schopenhauer