Melden Sie sich hier an, um auf Kommentare und die Whitepaper-Datenbank zugreifen zu können.

Kein Log-In? Dann jetzt kostenlos registrieren.

Falls Sie Ihr Passwort vergessen haben, können Sie es hier per E-Mail anfordern.

Der Zugang zur Reseller Only!-Community ist registrierten Fachhändlern, Systemhäusern und Dienstleistern vorbehalten.

Registrieren Sie sich hier, um Zugang zu diesem Bereich zu beantragen. Die Freigabe Ihres Zugangs erfolgt nach Prüfung Ihrer Anmeldung durch die Redaktion.

08.08.1980 - 

Arbeitskreis Bildschirmtextähnliche Systeme:

Pilotversuch im Schatten der Praxisprobleme

WIEN/GRAZ (to) - Mitte Juni wurde in Wien das zweite Treffen des OCG-Arbeitskreises "Bildschirmtextähnliche Systeme" abgehalten. Brennpunkt der Gespräche war der voraussichtlich September/Oktober anlaufende Feldversuch "Bildschirmtext in Österreich", zu dem 300 interessierte Teilnehmer aus dem ganzen Land - davon zwischen 30 und 60 Informationsanbieter - zugelassen werden sollen. Auch Erfahrungsberichte aus dem Ausland wurden bei dem Meeting gehört; der Hauptredner der Veranstaltung, John Darkin, Leiter von Prestel International, warnte: "Technische und organisatorische Probleme treten hauptsächlich erst beim Übergang vom Feldversuch zum allgemeinen Dienst auf."

Professor Dr. Hermann Maurer Vorsitzender des Arbeitskreises an der Technischen Universität Graz, betrachtet seine Aufgabe, nämlich die des "Katalysators für die Entwicklung elektronischer Textkommunikation in Österreich", als so gut wie erfüllt. Vordringlich wäre, wie er in seinem Referat darstellte, einige konkrete Fragen zu klären, wie die zu den intelligenten Btx-Terminals und die Frage der Einrichtung eines Informations-Anbieterklubs für den Pilotversuch.

Eine Darstellung der ins Auge gefaßten Installation für den Bildschirmtext-Versuch gab Dipl. Ing. Wolfgang Michalke, Referent für Videotex beim Fernmeldetechnischen Zentralamt (FZA): Die Zentrale, ein Computersystem GEC 4065 mit 2 Magnetplatten (zu je 70 Millionen Bytes Kapazität) wird 32 Anschlüsse haben und 50 000 Seiten speichern können. Es wird die Prestel-Test-Service-Software des "British Post Office" eingesetzt. Die Zentrale wird im FZA (Wien, Arsenalgelände) eingerichtet werden.

Michalke gab auch einen Statusbericht über die internationale Normung. Fazit: Sehr viel ist im Gespräch, wie beispielsweise DRCS-dynamic redefinable character sets, Intensitäten und reset-Funktion, aber noch nichts beschlossen. Mehrere "Videotex-Länder" haben eine internationale Arbeitsgemeinschaft gegründet (GB, F, D, NL, N, S), Österreich will später folgen.

Pilotausrüstung

Der Versuchsteilnehmer muß im Besitz der Endgeräte Telefon und Fernsehapparat sein; Modems können von der Post gemietet werden, hieß es von seiten des Postministeriums. Vier Arbeitskreise, die ihre Arbeit sofort aufnehmen sollen, kümmern sich um die Vorschriften in puncto "Recht", "Gebühren", "Organisation" und "Zugriff", die für die Dauer des Experiments gelten sollen. Die Gebühren für Inanspruchnahme des "Versuchsdienstes" entsprechen denen des Ortstarifs.

Philips, Österreich, berichtete über die Konstruktion eines mikroprozessorgesteuerten Btx-Editier-Terminals, das softwaregesteuert über einen DFÜ-fähigen Textautomaten, eine spezifische Seitenadressierung des Btx-Materials erlaubt. Das zweite Unternehmen, das an den Vorbereitungen für Österreichs Bildschirmtext-Versuch teilnahm, ITT, hatte Demonstrationsmaterial über Installationen aus neun Ländern vorbereitet. Darunter befand sich auch ein Überblick über das österreichische Konsumentenberatungssystem "Telekonsument".

Darkin beschrieb die Praxis in Großbritannien folgendermaßen: Zur Zeit hat der neue Dienst 4000 Teilnehmer, darunter hauptsächlich Geschäftsleute. 300 Anbieter halten ihr Produkt im Umfang von 165 000 Seiten auf zehn Info-Retrieval-Computern bereit, es kann über 900 Simultananschlüsse abgefragt werden. Der Feldversuch auf der Insel ergab Interesse an Btx bei Selbständigen, höherem Mittelstand und Gewerbetreibenden. Abfrageschwerpunkte lagen dabei vor allem bei Nachrichten, Wetter Sport, Fahrplänen, Hotelinformationen, Konsumenteninformationen Banken, der Börse sowie Spielen.

Als typische Kostenmehrbelastung eines Btx-Teilnehmers wurden in Großbritannien 20 Prozent der aktuellen Telefongebühren errechnet.

Als wichtigste Aufgabe seines Gremiums nannte Dr. Otto A. Simmler, Vorsitzender des Btx-Anwenderklubs, die Diskussion zwischen Informations-Anbieter und -Abnehmer zu fördern. Vorsicht scheint dem Arbeitskreis vor "zu vielen Neuerungen auf einmal" geboten. Antwortseiten der "Info-Lieferanten", wie etwa zum Fernbestellen, sollen berücksichtigt werden. Bedauert wurde in der Schlußdiskussion vor allem, daß "man momentan wohl um das Führen eines privaten Seitennummern-Verzeichnisses, ähnlich einem Telefonverzeichnisses, ähnlich einem Telefonverzeichnis, nicht herumkommen wird".

Eine nächste Sitzung ist für Anfang Dezember geplant. Interessenten am Feldversuch sollen sich an untenstehender Adresse unverbindlich melden, ob nur als Benutzer oder auch als Informationsanbieter.

Adresse: Dipl. Ing. Klaus Sambor, FZA, Abt. T, Postfach 111, A - 1103 Wien.