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02.06.1978 - 

Management vom Computer abgewertet:

PIMS macht den Unternehmenserfolg rechenbar

MÜNCHEN/CAMBRIDGE/MASS. (ee) - Nur zu zwanzig Prozent tragen Glück und Geschick des Managements zu Erfolg oder Mißerfolg von Unternehmen bei. Zu 80 Prozent hängt das Firmenschicksal an naturgesetzlichen Wirtschaftszusammenhängen. Dies berichtet das Handelsblatt über eine vom Computer des renommierten Strategic Planning Institute (SPI) in Cambridge (Massachusetts) aus Kennzahlen hochgerechnete Studie.

Das Strategie Planning Institute führt das sogenannte PIMS-Programm (Profit Impact of Market Strategies) weiter, das in den frühen sechziger Jahren von der Planungsabteilung von General Electric entwickelt wurde. 1972 übernahm die Harvard Business School PIMS um zwei Jahre später ein unabhängiges Institut daraus zu machen. Eigentümer dieser "Nonprofit Organisation" sind 175 bedeutende Konzerne und ein paar Dutzend kleinere Firmen, die die einmalige Dienstleistung zu schätzen wissen.

SPI-Computer errechnen Kennzahlen (für 1200 verschiedene Branchen und Nebenbranchen). Die Daten werden von Mitgliedsfirmen geliefert denen SPI Vertraulichkeit zugesichert hat. So Können eingereichte Zahlen mittels eines beliebigen Multiplikators verschleiert werden. SPI interessiert sich nur für Kennzahlen und Trends.

Zu den 37 Charakteristika, welche vorausberchenbaren, dauerhaften und wesentlichen Einfluß auf den Firmenerfolg haben, zählen: Marktanteil Kapitalintensivität (Anlageninvestitionen pro Umsatzeinheit), Produktqualität im Verhältnis zum Konkurrenzangebot, Wettbeverbsfähigkeit des Preises Marketing- und Forschungsaufwand pro Umsatzeinheit, Produktivität der Mitarbeiter etc. Das klingt wie Bisenwahrheit. Dennoch schätzen Konzernbosse konkrete SPI-Vergleiche.

Begeistert erklärt Willam W. Wommack, Stellvertretender Vorsitzender der Mead Corp.: "Wir fanden die Computeranlayse von Funktionsobjekten sehr wertvoll. Manche Akquisitionsmöglichkeit wurde im Licht einer SPI-Untersuchung nicht genutzt. Andere nahmen wir gerade deshalb vor." Mead läßt auch die Fünfjahrespläne, die die Abteilungsleiter jährlich zu unterbreiten haben, im PIMS-Programm prüfen. "Manager neigen dazu, alle Daten vorzulegen, die ihre vorgefaßte Meinung erhärten, die entgegengesetzte Richtung gehende Informationen jedoch zu unterdrücken. Der Vergleich mit Branchendurchschnitten verschafft dem Vorstand den objektiven Maßstab" sagt Wommack. Ähnlich loben Sperry Rand, Westinghouse, Pillsbury, Control Data, Lear Siegler und Dart diese Dienstleistung.

"Kein mathematisches Modell ist perfekt", meint Prof. Georg Stiner von UCLA Graduate School of Business, Los Angeles. Diese statischen Korrelationen bewähren sich jedoch als eines der besten Managementwerkzeuge, die zur Verfügung stehen. Die PIMS-Analyse deutet an, wo man zupacken soll, hilft die Zukunft besser abzuschätzen."