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24.01.1975 - 

Auch wenn man Software nicht weiterverkauten kann:

Pionierarbeit lohnt sich

KIEL - Für gleichbleibende Bierqualität sorgt seit 1972 bei der Kieler Holsten-Brauerei ein Siemens-Prozeßrechner 301. Es war der erste bierbrauende Computer der Welt - inzwischen gibt es eine zweite solche Anlage bei der holländischen Brauerei Heiniken. Wenn die Kieler gelegentlich bei Fachveranstaltungen über ihr System berichten, wird es von den Kollegen stets beifällig aufgenommen.

Zur Beratung von Kollegen oder gar zum Verkauf von Software oder Know-how ist es bisher allerdings nicht gekommen. "Es fehlt einem die Zeit für Beratungen und das Verkaufen ist schwer, zumal sich Software kaum schützen läßt", meint H. Kühl, der für den Einsatz des Prozeßrechners zuständig ist.

"Wenn die Sache läuft, dann läuft sie auch", meint Kühl, der nach der Inbetriebnahme Programme nur noch änderte, um im Sinne des Tuning den Ablauf zu verbessern. In der ersten Ausbaustufe hat man durch Einsatz des Rechners acht Mann eingespart. Der Prozeßrechner steuert und überwacht den gesamten Sudprozeß vom Malzabruf bis zum Kühlen der Würze. Der Sudbetrieb läuft ohne menschtichen Eingriff ab, wenn zu Wochenbeginn die Lochstreifen mit den Programmen bereitgestellt, die gewünschte Biersorte festgeiegt und das Programm gestartet ist. Lediglich das Feststellen von Menge und Extraktgehalt der Ausschlagwürze muß noch manuell erfolgen, weil alle bisher erhältlichen Dichtemesser bei dem starken Zuckergehalt zu schnell verkleben, ais daß sie bei einem automatisierten Prozeß eingesetzt werden könnten.

In einer zweiten Ausbaustufe, die in zwei Jahren abgeschlossen sein soll, will man dem Rechner auch die Kontrolle von Energieversorgung, Wasseraufbereitung und Maschinenlaufzeiten überlassen und ihn zur Kesselhausüberwachung sowie zur Grenzwertkontrolle beispielsweise bei den Kühlaggregaten einsetzen. Damit sollen nochmals vier Mitarbeiter eingespart werden. Auch eine dritte Stufe ist schon geplant: der Rechner soll dann die Filtration kontrollieren und außerdem vermehrt Protokolle schreiben, Daten sammeln und auswerten. "Bei Wirtschaftlichkeitstests haben wir sehr gut abgeschnitten", sagt Kühl. Die Pionierarbeit der Kieler Brauer wurde von Siemens unterstützt - der Hersteller sah eine Marktlücke.

Im kaufmännischen Bereich arbeiten die Kieler überwiegend kon- ventionell mit Buchungsmaschinen - lediglich die Lohnabrechnung erfolgt per EDV im Rechenzentrum der Hamburger Muttergesellschaft. Die hat dafür bisher keinen Prozeßrechner im Betrieb stehen.