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12.02.1982 - 

Release 1.2 steht bevor, und die Entwicklung geht in Richtung auf weitere Datenunabhängigkeit:

Pioniersystem Natural noch nicht am Endziel

DARMSTADT (je) - Wesentliche Erweiterungen des Funktionsumfangs des interaktiven Anwendungsentwicklungssystems "Natural" meldet die Darmstädter Software AG (SAG). Natural, das nach Worten von DAG-Vorstandsmitglied Peter Page bei seiner Einführung im Jahre 1979 ein "Pioniersystem einer völlig neuen Art" war, hat nach Meinung der Darmstädter aufgrund der über 400 Installationen bewiesen, daß diesem neuen Weg der Anwendungsentwicklung die Zukunft gehört. Mit dem ab April verfügbaren Natural 1.2 ist nach Pagés Darstellung nun auch ein Entwicklungsinformationssystem entstanden.

Das schon in Natural 1.1 enthaltene integrierte Data Dictionary beispielsweise beliefert nunmehr nicht nur den Compiler mit Informationen für die Programmerzeugung, sondern erhält, wie Page erläutert, vom Compiler unmittelbar Cross-Referenz-Daten zurück. Dadurch werden die Beantwortung einer ganzen Reihe von Fragen möglich, von denen Page acht aufzählt:

- Welches Programm benutzt welche Dateien oder Datenfelder für Lese- oder Änderungsfunktionen? (Die Fragen können in beiden Richtungen gestellt werden).

- Welches Programm benutzt welche Unterprogramme (und umgekehrt)?

- Welches Programm benutzt welche Masken?

- Welche globalen Variablen sind in einem Anwendungssystem definiert, und welche Programme benutzen sie?

- Welcher Programmierer hat welche Programme erstellt und wann?

- Welche Veränderungen wurden von wem und wann in welchen Programmen angebracht (mit der Möglichkeit, ein Programm in einen alten Zustand zurückzuversetzen)?

- Wann und von wem wurden Batch-Programme durchgeführt?

Als weitere Neuheit stellt Page ein Help-System vor: Während der Programmerzeugung oder der Ausführung von Kommandos könne der Benutzer durch eine "?"-Eingabe Help-Menüs anfordern, die ihm Informationen über die augenblickliche Umgebung lieferten - Querverweise auf andere Funktionen eingeschlossen.

Fragen für den DBA

Eine Besonderheit dieses Help-Systems ist aus Pagés Sicht, daß der Benutzer Fragen an das System absetzen kann, die automatisch dem Datenbankverwalter präsentiert werden und es diesem erlauben, weitere Informationen im Help-System einzubauen. Maskenerzeugung direkt auf dem Bildschirm ist eine weitere Natural-Neuerung. Die entworfenen Masken können nach Angaben der SAG sofort zur Ausführung verwendet werden, ohne daß die sonst in TP-Monitoren umständlichen Prozeduren abgewickelt -werden müssen. Der interaktive Compiler prüfe bei der Erstellung das Programmes direkt die Übereinstimmung der Maskenfelddefinition mit der Eingabeanweisung. Es können aber auch eine Eingabeanweisung direkt aus der Maskendefinition abgeleitet werden.

Dynamische Programmerzeugung steht ebenfalls neu auf der Natural-Liste: Dadurch - so Pagé - ist es möglich, durch Ausführung eines Natural-Programmes ein neues Natural-Programm zu erzeugen und auszuführen. Dem Endbenutzer könnten Auswahlmenüs zum Aufbau seiner Suchkriterien oder Reportausgaben unter Benutzung der Information aus dem Dictionary angeboten werden, so daß er zwar mit Natural arbeite, nicht aber diese Sprache zu beherrschen brauche.

Benutzerkommandos

Auswahlmenüs werden standardmäßig geliefert; der Anwender kann jedoch weitere Menüs für ein Anwendungssystem entwerfen.

Neu an Natural ist auch ein erweiterter Full-Screen Editor:

Beim Editierungsvorgang erzeugt er auf Wunsch automatisch die Protokollinformation für das zentrale Dictionary. Ebenso neu sind bestimmte Programmlistfunktionen. Beim Online-Auflisten eines Programms, erläutert Pagé, können Cross-Referenzen für Datenfeldnamen oder beliebige Wörter erstellt werden und selektiv mit Zeilen mit einem bestimmten Inhalt gelistet oder intensiviert auf dem Schirm angezeigt werden:

Benutzer-erstellte Kommandos ergänzen jetzt die Standard-Anweisungen: Neben den Standard-System-Kommandos, die größtenteils als Natural-Programme realisiert seien, könne der Anwender eigene neue Kommandos erstellen, die damit gleichwertig zu System-Kommandos (entweder nur in einer spezifischen Benutzerumgebung oder systemweit) existieren.

Verfeinerte Satzauswahl

Globale Variablen können jetzt ebenfalls definiert werden, teilt die SAG mit. Natural 1.2 erlaube die Definition solcher Variablen, die automatisch von einer Transaktion zur nächsten weitergereicht werden. Damit könnten beliebige Daten zwischen den Transaktionen ausgetauscht werden, ohne daß sie in Parameter-Listen explizit erwähnt werden müßten.

Natural Stock, heißt eine Neuheit, in die nach Angaben Pagés von Natural-Programmen aus Kommandos, Transaktionsnamen und Eingabedaten eingestellt werden können, so daß sich komplexe Prozeduren aufbauen und ohne Terminal-Eingabe abwickeln ließen.

Erweiterte Feldprüffunktionen zur Prüfung auf numerische, druckbare Zeichen wie Datum, Uhrzeit, bestimmte Werte oder Wertbereiche gehören ebenfalls zu den neuen Natural-Features.

Das SAG-Datenbanksystem "Adabas", fährt Page seine Aufzählung fort, erlaubt es, durch Auswertung komplexer Suchkriterien Sets von Datensätzen aus einem Bestand direkt zu selektieren, ohne daß die Datensätze gelesen würden. Mit Naturals Set-Verarbeitung ließen sich Sets beliebig verknüpfen beziehungsweise die Satzauswahl durch stufenweise Einschränkung des Kriteriums verfeinern.

Während der Kommunikation mit Natural - und auch das ist neu - können Bildschirminhalte in einen Page-Pool kopiert werden. Dabei werden im Page-Pool nicht nur Report-Ausgabeinformationen, sondern auch der Inhalt von Transaktionsmasken zusammen mit den Eingabedaten des Benutzers abgelegt. So, meint Pagé, könne der Benutzer auf vorherige Arbeitsschritte zurückblättern, um eine Eingabe oder Ausgabe zu verifizieren.

Die neue "On Error"-Verarbeitung erlaubt es nach Darstellung Pagés dem Anwender, im Programm Vorkehrungen für Aktionen im Fehlerfall zu treffen, so daß der Terminalbenutzer nie mit einer Fehlermeldung konfrontiert werde, sondern unter Programmkontrollen gezielt in der Verarbeitung weitergeführt werden könne.

Ein Aufbau vom Anwendungssystemen aus Natural-Transaktionen gemischt mit "native" TP-Transaktionen, ist, wie Pagé unterstreicht, jetzt ebenfalls möglich: Da eine Natural-Session von einem Natural-Programm aus beendet werden könne, (...)nten "native" TP-Transaktionen mit Natural-Transaktionen gemischt werden, ohne daß der Terminalbenutzer bemerke, welche Art von Transaktionen er gerade benutze.

In einem neugeschaffenen "Security System" - und damit schließt Pagé die Reihe der Natural-Erweiterungen ab - lassen sich für jeden Benutzer die für ihn verfügbaren Funktionen definieren. Zudem könne eine "Anwendungsumgebung" definiert werden, bestehend aus Quell- und Objektbibliothek-Dateien beziehungsweise User-Views aus der Datenbank. Zwischen den "Anwendungen" und Benutzern hergestellte Beziehungen legten fest, welcher Benutzer Zugriff zu einer Anwendung habe, und welche Funktionen ihm in dieser Anwendungsumgebung zur Verfügung stünden.

Virtual File Concept

Page legt Wert auf die Feststellung, nur die wesentlichen neue Funktionen in Natural 1.2 dargelegt zu haben. Mit Natural 1.2, sagt er wird aus dem interaktiven Anwendungsentwicklungssystem zusätzlich ein Entwicklungsinformationssystem:

Alle Informationen über Daten, Anwendungen, Benutzer, Programme etc. werden im zentralen Dictionary gespeichert. Diese Informationen werden vom System automatisch gepflegt und stehen über Kommandos direkt zur Online-Abfrage bereit.

Pagé: "Natural hat mit der jetzt verfügbaren Version 1.2 noch lange nicht das Endziel erreicht, das langfristig geplant ist." In der Entwicklung befänden sich bereits Funktionen, die eine noch weitergehende Unabhängigkeit von der Form und der Lokalität der Daten ermöglichten, zum Beispiel das Projekt "Net-Work" und ein "virtual file concept".

Informationen: Software AG, Hilpertstraße 20 6100 Darmstadt, Telefon: 0 61 51/8 40 72.