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03.08.2001 - 

Roberto Colaninno verlässt den TK-Konzern

Pirelli und Benetton greifen nach Telecom Italia

MÜNCHEN (CW) - Mit der Übernahme eines 7,2 Milliarden Euro teuren Aktienpakets sichern sich Pirelli und der italienische Bekleidungskonzern Benetton die Kontrolle über die hochverschuldete Telecom Italia. Deren Chef Roberto Colaninno macht Platz für den Benetton-Manager Marco Tronchetti Provera.

Der Kabel- und Reifenhersteller Pirelli erwirbt gemeinsam mit dem Partner Benetton 23,6 Prozent der Holding Olivetti Spa von der Luxemburger Finanzierungsgesellschaft Bell. Damit steigt der Anteil des Duos auf 27,2 Prozent an Olivetti, das seinerseits 55 Prozent der Telecom-Italia-Anteile hält. Der drittgrößte europäische TK-Konzern gerät damit faktisch unter die Kontrolle der Aktienaufkäufer. Die übrigen Olivetti-Anteile befinden sich im Streubesitz.

Colaninno ohne ErfolgDer einstige Staatsmonopolist wurde bis dato vom ehemaligen Olivetti-Manager Colaninno geleitet, der nun die Führung an Pirelli-Präsident Tronchetti Provera abgibt. Colaninno, der von 1996 bis 1999 versuchte, den maroden Olivetti-Konzern zu sanieren, sollte bei Telecom Italia die Wende einleiten, doch der Erfolg blieb ihm versagt. Die neuen Großaktionäre wollen das TK-Unternehmen anders ausrichten. Für die Übernahme bilden sie eine Gesellschaft, an der Pirelli mit 60 Prozent und Benetton mit 40 Prozent beteiligt ist.

Die bisherigen Mehrheitseigner, eine Gruppe norditalienischer Unternehmen unter Führung von Colaninno, hatten vor rund zwei Jahren mit einer feindlichen Übernahme die geplante Fusion der Deutschen Telekom mit Telecom Italia zunichte gemacht. Für die Verkäufer und damit auch für Colaninno lohnt sich der Deal: Sie erhalten für jede Olivetti-Aktie 4,17 Euro, beinahe das Doppelte der Börsennotierung des Papiers zum Zeitpunkt der Übernahmeankündigung.

Pirelli dürfte sich für das Geschäft kaum verschuldet haben. Der Verkauf seiner zwei Glasfasersparten an die US-amerikanischen Hersteller Cisco und Corning spülte rund 3,5 Milliarden Euro in die Firmenkasse. Unter der Führung von Tronchetti Provera erweiterte der Reifenhersteller sein Portfolio systematisch um Kabel- und Energieprodukte. Pirelli will sich stärker auf den TK-Markt ausrichten und unter anderem seine Sparte für LKW-Reifen verkaufen. Auch für Benetton bedeutet der Einstieg bei Telecom Italia einen weiteren Schritt in Richtung Diversifizierung.

Zu dem TK-Konzern gehören unter anderem der größte italienische Mobilfunkbetreiber Telecom Italia Mobile (TIM) und der Gelbe-Seiten- und Internet-Dienstleister Seat-Pagine Gialle. Im Geschäftsjahr 2000 wies Telecom Italia einen konsolidierten Umsatz von 28,9 Milliarden Euro bei einem Nettogewinn von 2,9 Milliarden Euro aus. Gleichzeitig aber stieg die Nettoverschuldung von 15,7 auf 19 Milliarden Euro.