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22.12.2000 - 

Picture Publisher 9 glänzt mit Effekten

Pixel-Klassiker mit hochwertigen Korrekturfunktionen

Nach längerer Pause erscheint jetzt eine neue Version des Pixel-Klassikers "Picture Publisher". Hersteller Micrografx besserte vor allem im Bereich Kontrastkorrektur und Druckvorstufe nach. Heico Neumeyer* hat sich das Programm angesehen.

Ganz neu ist Picture Publisher 9 nicht: Unter der Bezeichnung "Image 1" existiert das Programm seit einem Jahr innerhalb des Grafikpakets "Igrafx Designer" von Micrografx (www.micrografx.com). In unveränderter Form verkauft der Hersteller diese Software nun für 259 Mark als Einzelprodukt. Gegenüber der Vorgängerversion zeigt Picture Publisher neue Stärken bei Kontrastkorrektur und Druckvorstufe.

So unterstützt das Programm uneingeschränkt Bilddateien mit 16 Bit Farbtiefe pro Grundfarbe, wie sie hochwertige Scanner und Digitalkameras liefern. Die Kontrastkorrekturbefehle wurden erweitert, und die neue Farbsonde nennt Messwerte für maximal neun Bildpunkte gleichzeitig. Der neue Farbkanal-Manager gewährt Zugriff auf einzelne Grundfarben, der ebenfalls neue Kanalmixer korrigiert die Farbabstimmung durch Gewichtung der Grundfarb-Anteile. Hinzu kommen vorbildliche Funktionen für CMYK-Druckfarben.

Mit diesen Merkmalen platziert sich Picture Publisher deutlich über "Paint Shop Pro" und "Photoimpact" aus dem gleichen Preissegment. Nur Corels "Photopaint" oder Adobes "Photoshop" - beide wesentlich teurer - bieten eine vergleichbare Leistung. Zu den Highlights des Picture Publisher zählt überdies die vielseitige Widerrufen-Funktion: Aktuelle Befehlsfolgen lassen sich hier auch sofort als Makro speichern, ohne dass man sie neu aufzeichnen muss.

Picture Publisher 9 zeigt solide Leistung bei Auswahl und Montage, erreicht aber in dieser Disziplin nicht immer die Raffinesse von Paint Shop Pro, Photoshop oder Photopaint.

Es ermöglicht starke Effekte, die Produktfotos, Hintergründe oder Logos wirkungsvoll beleben. So schafft das "Lichtstudio" attraktive Beleuchtungssituationen; wichtige Bildpartien werden stimmungsvoll hervorgehoben, Belangloses lässt sich im Schattenbereich ausblenden.

Ein anderer Effektfilter erzeugt Gegenlichtreflexe und gleißende Sonnenbälle. Größe, Zahl, Winkel, Helligkeit und Lichtabfall der Strahlen lassen sich ebenso regeln wie Ausmaß und Helligkeit eines Lichthofs. Mit dem Tiefenschärfe-Befehl machten die Programmierer eine weitere Anleihe bei der Fototechnik. Diese Funktion bietet derzeit kein Konkurrent: Um ein gewähltes Zentrum herum wird das Bild unschärfer und auf Wunsch dunkler oder heller. Eine vergleichbare Wirkung erzielt man in anderen Programmen nur durch mehrere kombinierte Befehle. Zudem errechnet Picture Publisher aufwändige 3D-Kanten für Montageobjekte - anders als bei Photoshop oder Photoimpact lassen sich die Abschrägungen aber nicht mehr korrigieren oder abschalten.

Schwächen zeigt der Picture Publisher beim Web-Design, hier bieten Paint Shop Pro, vor allem aber Photoimpact und Photoshop mehr. So fehlt jegliche Unterstützung für Rollover-Schaltflächen, die Funktion für eigene Bildkataloge im Web wirkt spartanisch. Gut gelungen ist den texanischen Programmierern jedoch die Sofortvorschau bei der Produktion von nahtlos kombinierbaren Hintergrundmustern für Web-Seiten.

Im Lieferumfang findet sich auch die Bilddatenbank "Share Media". Allerdings wirken die Miniaturen zu klein, und außer dem Namen kann der Anwender keine Dateieigenschaften unter den Miniaturen anzeigen. Hier fehlt überdies die Möglichkeit, sämtliche Miniaturen nach Größe, Datum oder Dateiformat zu sortieren. Überdies kann Share Media die Originaldateien weder umbenennen noch löschen.

Picture Publisher zeigt Spitzenleistung bei der Kontrastkorrektur, auch die Montagefunktionen eignen sich für ernsthaften Einsatz. Für Web-Designer kommt das Programm kaum in Betracht. Der mitgelieferte Netzwerk-Installer macht den Picture Publisher nicht zuletzt für den Firmeneinsatz attraktiv.

*Heico Neumeyer ist Fachjournalist und Softwaretrainer für Bildbearbeitung in Gaißach, Oberbayern.