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15.03.1985 - 

Philips Kommunikations Industrie zieht mit "Sopho S" nach:

PKI kündigt die offenere ISDN-K-Anlage an

ESSEN (bi) - Auch Philips kündigte jetzt eine ISDN-fähige digitale Nebenstellenanlage für den Weltmarkt an: "Sopho S". Das als außerordentlich "offen" im Gegensatz zum stärksten Mitbewerber apostrophierte System ist erwartungsgemäß ein wesentlicher Teil der Philips-Welt "Sophomation".

Sopho S ist eine Kommunikationsanlage für die Vermittlung und Integration von Sprache, Text, Bild und Daten. "S" steht für Switch. Das System wird in der Baustufe W 3000 angeboten, ist also ausbaufähig von 100 Nebenstellen bis zu einer Teilnehmerzahl von 20 000. Als Besonderheit ihrer Entwicklung sehen die Philips-Leute neben der Integration in ihr globales Sophomation-Konzept die "offenen" V.24-, V.35- und X.21Schnittstellen, über die an das neue Sprachterminal KT 64 beliebige Terminals beziehungsweise Mikros anschließbar seien. Sie betonen also die Zugänglichkeit des Philips-Systems auch im Inhouse-Bereich für Fremdprodukte. Dieses Konzept wird ähnlich allerdings auch von Nixdorf und Telenorma (TN) verfolgt.

Über die Textfunktionen wird noch nachgedacht

Ein spezielles Multifunktionsterminal nach dem Vorbild des SiemensTerminals "Hicom 3510" (siehe CW Nr. 1/85, Seite 1) präsentieren die Marketing-Männer für Sopho S nicht. Grund: Sie erwarten sich von bedarfsorientiert zusammengestellten Funktionsmodulen kostengünstigere und auch organisatorisch flexiblere Lösungen. Ein spezielles Btx-fähiges Text-Terminal, den HCS 400, zeigten sie dennoch im Foto - Kostenpunkt 4000 bis 5000 Mark. Präsentiert werden soll die Entwicklung auf der Hannover-Messe. Über die mehr oder weniger eingeschränkten Textfunktionen des Gerätes wird zur Zeit eigenen Aussagen zufolge noch nachgedacht.

Offenbar richtet sich das Announcement der PKI hauptsächlich an die bereits bestehende Kundenbasis. Das geht auch aus dem "Einstiegskonzept" in Sophomation hervor: In erster Linie für den Einsatz in den höheren Ausbaustufen von Sophomation sieht nämlich Gerhard Busse, der Marketing-Chef für Kommunikationssysteme, das "neue Medium für die integrierte Informationsübertragung" Sopho-S. Es habe dort eine Brückenfunktion zwischen den anderen bereits realisierten Systemteilen, wie Sopho-LAN oder dem Netzknotenrechner Sopho-Net, der zwischen Inhouse- und Remote-Diensten und -Netzen (zum Beispiel SNA- und DEC-Umgebung) vermittelt.

Verfügbarkeit von einer Vielzahl von Servern führten die Leute von Philips als einen ganz wesentlichen Pluspunkt für ihre ISDN-Kommunikationsanlage an:

- Text-Server (samt Electronic Mail),

- Paketvermittlungsserver (PAD-Funktionen),

- LAN-Server (Sopho-LAN),

- DFÜ-Server (Protokoll- und Geschwindigkeitsumwandler für die Nutzung öffentlicher Stand- und Wählleitungen - X.21 und X.25 sowie herstellerspezifische Netze),

- Modem-Pools (CCITT-V-Serie),

- Konvertierungs-Server (Protokoll-Konvertierung) und

- Voice-Mail-Server.

Ferner seien Server für die Abrechnung, Analyse, Protokollierung, Registrierung möglicher Engpässe, und, die Erfassung internationaler Gespräche verfügbar.

Betont wurde auch die hohe Ausfallsicherheit des Systems: Ein bei Philips entwickeltes und patentiertes Verfahren der gegenseitigem Überwachung der Prozessoren , durch Hardware stelle sicher, daß Überwachungslücken in der Software - wie sie durchaus vorkommen - nicht mehr auftreten können. Überwachungssoftware sei für Sopho S nicht mehr erforderlich. Die mittlere Ausfallsicherheit zwischen zwei Systemausfällen beträgt Philips zufolge 25 Jahre.

Zur "Mischkommunikation", dem wesentlichen Komfortmerkmal von ISDN-Kommunikationsanlagen, bemerkten die Entwickler, selbstverständlich werde es alle möglichen Mischkommunikationsformen geben. Über den genauen Zeitpunkt hüllte man sich jedoch in Schweigen. Es sollen noch bestimmte Normierungsschritte der CCITT abgewartet werden, eine Aussage, die auch vom Mitbewerber TN zu hören war.