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18.05.2015 - 

Politiker und Verbraucherschützer

Pläne für Roaming-Gebühren rufen Welle der Kritik hervor

Bleibt es nun doch bei den Extragebühren für Telefonate, Surfen und SMS im EU-Ausland? Politiker und Verbraucherschützer laufen Sturm gegen entsprechende EU-Pläne.

Die Pläne der EU-Staaten, die Roaming-Gebühren für Handynutzer im Ausland doch nicht abzuschaffen, sind auf breite Kritik gestoßen. "Roaming-Gebühren passen nicht zur Idee von Europa und zur Idee des digitalen Binnenmarkts", sagte der frühere niedersächsische Ministerpräsident und jetzige EU-Parlamentarier David McAllister (CDU) der "Hannoverschen Allgemeinen Zeitung" (Samstag). Es mache keinen Sinn, dass es unterschiedliche Gebühren gebe. "Verbraucher sind sich häufig gar nicht bewusst, in welche Gebührenfallen sie dabei tappen."

Das Europaparlament tagt abwechselnd in Brüssel...
Das Europaparlament tagt abwechselnd in Brüssel...

Der SPD-Europaabgeordnete Bernd Lange kündigte den Widerstand des Europaparlaments an. "Offensichtlich scheinen einige Telekommunikationskonzerne Einfluss bei einigen Staaten gewonnen zu haben. Die Mehrkosten sind durch nichts mehr zu rechtfertigen, zumal die Telekommunikationsunternehmen längst europaweit agieren", sagte Lange der Zeitung.

Eigentlich hätten sich Handynutzer schon zum Jahresende auf eine Abschaffung der Extra-Gebühren für Telefonate, Surfen und SMS im EU-Ausland freuen können. Doch daraus wird wohl nichts: Erstens wird die Zeit knapp. Zweitens gibt es inzwischen unter den EU-Staaten einen Kompromissplan, die Gebühren auf niedrigem Niveau beizubehalten. Das geht aus einem öffentlich gewordenen Dokument des Rates hervor, über das am Freitag die "Bild"-Zeitung berichtete. Die EU-Länder müssen sich aber noch mit dem Europaparlament einig werden - dort will man die Gebühren eigentlich streichen. Das hatten EU-Abgeordnete bereits Freitag bekräftigt.

...und in Straßburg - es muss den Ratsplänen noch zustimmen.
...und in Straßburg - es muss den Ratsplänen noch zustimmen.
Foto: Wladyslaw via Wikimedia Commons

Auch Verbraucherschützer hatten die Abschaffung der Gebühren gefordert. Der Verbraucherzentrale Bundesverband (VZBV) hatte am Freitag empört reagiert: "Kommunikation ist nicht nur ein Urlaubsspaß, sondern innerhalb Europas für viele Menschen notwendiger Alltag", kommentierte Vorstand Klaus Müller. "Die Preise für die Endkunden müssen sich stärker an den realen Kosten der Unternehmen orientieren. Derzeit verdienen Unternehmen gutes Geld mit den Roaming-Gebühren."

Der Parlamentarische Staatssekretär im Bundesverbraucherschutzministerium, Ulrich Kelber (SPD), sagte der "Passauer Neuen Presse" (Samstag): "Die vollständige Abschaffung der Roaming-Gebühren in Europa muss das Ziel bleiben. Nur so werden wir den Erwartungen der Verbraucher gerecht." Angesichts des technologischen Fortschritts seien Roaming-Gebühren ein Relikt vergangener Zeiten. So schaffe man keine digitale europäische Gesellschaft, sagte die Grünen-Politikerin Renate Künast den "Ruhr Nachrichten" (Samstag). Die Vorsitzende des Verbraucherschutz-Ausschusses im Bundestag sagte, es sei an der Zeit, endlich etwas für alle Verbraucher zu tun.

Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv), Zentrale in Berlin
Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv), Zentrale in Berlin
Foto: Thomas Cloer (CC BY-NC-SA 2.0)

Dem Kompromisspapier der EU-Staaten zufolge sollen Bürger etwa bei Anrufen aus dem Ausland nur 50 Minuten lang zu Inlandskonditionen telefonieren können. Zudem sollen sie 50 SMS pro Jahr aus dem Ausland zu Inlandsbedingungen verschicken können, die mobile Internetnutzung ohne Aufschläge wäre nur bis zu 100 Megabyte im Jahr möglich. Diese Zahlen nannte die "Bild" am Freitag mit Bezug auf das Papier der EU-Länder. Die Staaten hatten sich bereits Anfang März darauf verständigt, dass sie die Extra-Gebühren für mobiles Telefonieren und Surfen im Ausland mit Einschränkungen vorerst weiter erlauben wollen.

Ein EU-Diplomat bestätigte, dass die Zahlen dem derzeitigen Kompromiss unter den Staaten entsprechen. Er sagte, man gehe aber davon aus, dass die Roaming-Aufschläge nach Erreichen dieser Grenzwerte niedriger ausfallen als bisher. (dpa/tc)

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Horst Ulrich Köther

O-ha, man merkt deutlich, wenn es um das Geld im eigenen Beutel geht, dann laufen die Bürger Sturm. Das Thema "Störerhaftung" war da deutlich weniger interessant. Das ist genauso, wie das Thema Sicherheit: Für mich interessiert sich doch keiner! - bekomme ich da zu hören. Der Zusammenhang zum eigenen Geldbeutel ist wohl nicht klar genug. Wenn ich dann aber Viren und vor Allem Trojaner vom Rechner beseitigen muß, stört meine Rechnung mehr, als der eben nur potentielle Schaden, den man durch die Trojaner haben >könnte<. Keiner will begreifen, daß man in den Bereichen, wo man sich nicht auskennt eben Berater braucht. (Einen schönen Gruß an die Bildungsministerkonferenz - die wissen genau: Dummes Volk regiert sich leicht!). Hauptsache der Urlaub ist "billig". Der Unterschied zwischen "billig" und "günstig" ist sowieso niemandem mehr geläufig - Armes Deutschland!
Gruß, HUK

Wadenbeisser

Wo kommen wir den da hin, wenn uns nun eine "Regierungsstelle" vorschreibt, was man für seine Waren verlangen darf.

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