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02.12.1994

Plan: Einzel-CPUs und Vierprozessor-Platinen Intel koennte mit dem P6-Chip den Pentium-Absatz gefaehrden

MUENCHEN (CW) - Wie Brancheninsider berichten, wird Intel schon kommendes Jahr den Pentium-Nachfolgeprozessor "P6" vorstellen. Neben Einzel-CPUs will der Siliziumriese, so weitergehende Informationen, auch Systemplatinen praesentieren, auf denen bis zu vier der Hochleistungschips aufgebracht werden koennen.

Der P6-Prozessor soll ab dem dritten Quartal 1995 ausgeliefert werden, entsprechend ausgestattete Computersysteme wuerden drei Monate spaeter auf den Markt kommen, heisst es.

Informanten wollen darueber hinaus wissen, dass Firmen wie Unisys, Hewlett-Packard und AT&T GIS Rechner mit dem Topchip auf dem Reissbrett haben. Als Preis fuer den P6 handeln die Informanten 1000 Dollar. Damit laege der Chip in der gleichen Kategorie wie der Pentium mit 100 Megahertz Taktrate.

Diese Meldungen werfen allerdings Fragen auf: So vermarktet Intel den Pentium-Chip erst seit diesem Jahr; der Verkaufserfolg ist nach Unternehmensangaben bislang hinter den Erwartungen zurueckgeblieben. Bis Jahresende rechneten die Marketiers des Halbleiter-Spitzenreiters mit rund sieben Millionen verkauften Pentium-Prozessoren. Dieses Ziel werde man, so ein Intel-Manager kuerzlich vor der Presse, "nur mit groesseren Anstrengungen" erreichen koennen. Auf Nachfrage bei Intel hiess es, man erwarte nunmehr zwischen fuenf und sieben Millionen abgesetzte Chips.

Bekannt ist andererseits, dass die Entwicklungskosten fuer Hochleistungsprozessoren heutzutage extrem hoch sind. Beim Pentium gehen Experten von Investitionen von etwa 1,2 Milliarden Dollar aus, die sich amortisieren muessen. Zu der Problematik befragt, erklaerte eine Intel-Sprecherin, neue komplexe Softwarepakete mit anwenderfreundlichen Oberflaechen verlangten Rechnerleistungen, die ueber das Vermoegen von Intels Brot-und-Butter-Chips, den 486- Prozessoren, hinausgingen. Aus diesem Grund vermarkte Intel einerseits den Pentium als beste Preis-Leistungs-Offerte, der P6 eroeffne andererseits einen Weg fuer noch leistungshungrigere Anwender.

Intel werde den P6-Chip kommendes Jahr vorstellen, auf der CeBIT 1995 koenne man eventuell schon erste Technologiedemonstrationen erleben. Allerdings teilte die Sprecherin nicht die Meinung, Benutzer von 486-Systemen koennten durch Intels Vorstoss ermutigt werden, bei Aufruestplaenen die Pentium-Generation zu ueberspringen und gleich auf die P6-CPU zu setzen. Diese wird, so das Unternehmen, etwa doppelt so leistungsfaehig sein wie ein Pentium- Prozessor mit 100 Megahertz Taktrate.

Zu auf dem P6-Chip basierenden Rechnern wollten die Firmen HP, Unisys und AT&T GIS keine Angaben machen.