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25.01.2002 - 

Gerüchte über Fusionsverhandlungen bislang unbestätigt

Plant AOL Time Warner die Übernahme von Red Hat?

MÜNCHEN (CW) - Laut Berichten US-amerikanischer Zeitungen plant AOL Time Warner die Übernahme des Linux-Distributors Red Hat. Der Internet- und Medienkonzern könne damit seine Marktstellung gegenüber Microsoft stärken. Keines der Unternehmen wollte bis Redaktionsschluss zu den Gerüchten Stellung nehmen.

Ausgelöst hatte die Spekulationen ein Artikel in der Zeitung "Washington Post" vom 19. Januar. AOL Time Warner befinde sich in Übernahmeverhandlungen mit der Linux-Company, schrieb das Blatt unter Berufung auf gut unterrichtete Quellen, der Kaufpreis sei noch offen. Über eine Kopplung des eigenen Online-Dienstes AOL mit der Linux-Distribution Red Hats könne der Konzern versuchen, Microsofts Vormachtstellung auf dem Desktop zu brechen, spekulierte der Autor.

Bis Redaktionsschluss wollten sich weder Red Hat noch AOL Time Warner zu dem Bericht äußern. Es sei Firmenpolitik, Gerüchte oder Spekulationen nicht zu kommentieren, erklärte AOL-Sprecherin Tricia Primrose. Aus der Umgebung der deutschen Red-Hat-Dependance war zu hören, dass zumindest im Januar nicht mehr mit einer wie auch immer gearteten Meldung gerechnet werde. Ein adäquates Forum für größere Ankündigungen wäre die Messe Linuxworld, die vom 29. Januar bis zum 1. Februar in New York City stattfindet.

Bei näherem Hinsehen ist allerdings fraglich, was der Mediengigant mit einer Übernahme des Linux-Spezialisten gewönne. Ein Argument lautet, er könne mit Herstellern mobiler InternetAppliances oder Settop-Boxen kooperieren und vorkonfigurierte Rechner mit Linux und den AOL-Diensten anbieten. Doch dazu bräuchte er Red Hat nicht zu übernehmen. Linux steht als Open-Source-Software frei zur Verfügung, das nötige technische Know-how ließe sich auch über Kooperationen mit Open-Source-Unternehmen beschaffen. Selbst bei dem stark gesunkenen Kurs der Red-Hat-Aktie beläuft sich die Marktkapitalisierung noch auf etwa 1,45 Milliarden Dollar.

Gewagt klingt auch die These, die Marktmacht des New Yorker Multis könne Linux zum Durchbruch auf Desktop-PCs verhelfen und so Microsofts Monopol eindämmen. "Niemand kauft ein Betriebssystem", sagt etwa Daniel Riek vom Linux-Verband Live. Die entscheidende Frage aber laute: "Was ist auf den Desktops vorinstalliert?" Gerade im Consumer-Bereich, wo derzeit kaum Linux-PCs erhältlich sind, könne AOL Time Warner mit seinen Marketing-Ressourcen für Bewegung sorgen. Denkbar seien Kooperationen mit großen Handelsketten wie Lidl oder Aldi, aber auch mit bekannten Markenherstellern.

Unstrittig ist, dass sich die Rivalität zwischen Microsoft und AOL Time Warner während des letzten Jahres deutlich verschärft hat. Mit rund 33 Millionen Nutzern liegt der Online-Dienst AOL zwar deutlich vor Microsoft Network (MSN), das rund 7,7 Millionen Abonnenten vorweist (Stand: Dezember 2001). Doch über die Kopplung von MSN und zugehöriger Anwendungen wie "MSN Messenger" oder "Media Player" mit dem Betriebssystem Windows XP hat sich Microsoft einen Wettbewerbsvorsprung verschafft.

Er geht vor allem zu Lasten von AOL, das mit dem eigenen "Instant Messenger" und dem "Real Player" von Real Networks arbeitet. Verhandlungen mit Microsoft-Managern über eine Einbindung des AOL-Dienstes in Windows XP waren im Sommer 2001 gescheitert. (wh)