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09.11.1984

Planung reduziert Aufwand und Stillstand

Durch die Einführung eines EDV-Verfahrens konnte die Bau- und Betriebsabteilung des Siemens Gerätewerks Erlangen die Zahl der aufwendigen Sofortaufträge an die Betriebshandwerkergruppen um rund 50 Prozent verringern. Zugleich reduzierten sich die ungeplanten Stillstandszeiten von Produktionseinrichtungen. Eingesetzt ist eine anwenderneutrale Standard-Problemlösung (AWE), die auf Siemens-Rechnern unter BS2000 läuft.

Joachim Boecker, Leiter der Bau- und Betriebsabteilung des Gerätewerks Erlangen: "Der bereits vorab nachweisbare Gewinn aus dem EDV-Einsatz liegt vor allem in der effektiveren Nutzung der vorhandenen Handwerkerkapazität- und damit in einer Reduzierung der direkten Kosten der Werkerhaltung. Mindestens ebenso groß - sind jedoch auch die Einsparungen bei den vorab nicht quantifizierbaren Folgekosten einer Werkerhaltung durch Senkung von Produktionsausfallzeiten als Folge vorgeplanter Instandhaltung, beschleunigter Umbauten, Umzüge und Instandsetzungen nach Ausfall."

Bei der Werkerhaltung - wie sie hier definert wird - werden neben der Instandhaltung noch andere Aufgaben wahrgenommen werden, die mit der Erhaltung des Sachanlagevermögens in Zusammenhang stehen. Das AWE-System - die Abkürzung steht für Allgemeine Werk-Erhaltung - ermöglicht den Einsatz arbeitswirtschaftlicher Methoden, wie sie in ähnlicher Form in der Fertigung heute weitgehend Standard sind und dort eine hohe Produktivität sichern helfen.

Boecker: "Mit dem EDV-Einsatz allein ist es aber nicht getan. Voraussetzung für effektive arbeitswirtschaftliche Methoden in der Werkerhaltung sind eine zweckmäßige, einfach zu handhabende Organisation des WE-Bereiches und des Arbeitsablaufes; ein Zeitbewirtschaftungssystem als Basis für Planung und Steuerung sowie eine lückenlose Erfassung aller objektbezogenen Kosten und Kennzahlen."

Um vorstehende Ziele erreichen zu können, besteht das AWE-System aus Org- und Software. "Eine Betrachtung wichtiger Faktoren der Instandhaltung im Zusammenspiel und in der gesamten Breite ihrer Auswirkungen führt zwangsläufig zu der Konsequenz, daß eine Instandhaltung ohne ein alle Faktoren berücksichtigendes System wenig Aussicht hat, die Wirtschaftlichkeit der WE zu erhöhen. Einzelmaßnahmen bringen nur dann dauerhaften Erfolg, wenn sie in ein Gesamtsystem hineinpassen".

Das AWE-System besteht daher aus aufeinander abgestimmten Orgware- beziehungsweise Softwarekomponenten für das Gestalten der Aufbau- und Ablauforganisation, für das Optimieren des Betriebsflusses und Sichern der Materialbereitstellung, für das Einführen der Zeitwirtschaft mit einem reproduzierbaren Zeitdatensystem, für das Organisieren der Materialwirtschaft, für das Einführen einer Kapazitäts- und Terminplanung, für den Aufbau einer systematischen "Geplanten Instandhaltung" und für das Einführen einer detaillierten, lückenlosen Aufwands- und Kostenverfolgung sowie Planungs- und Kennzahlenkontrolle pro Sachanlage mit dem Ziel einer vollen Aufwands-, Kosten- und Kennzahlentransparenz .

Orgware unterteilt die Funktionen

Mit Hilfe der AWE-Orgware läßt sich eine klare Aufgabenteilung und Abgrenzung der Funktionsträger für die in der Werkserhaltung notwendigen Funktionen erreichen. Das System sieht eine Funktionsunterteilung in technische Planung, technische Klärung, Arbeitsplanung, ausführende Werkstätten, kaufmännische Funktionen und Sonderfunktionen vor.

Die Einführung und die Anwendung eines komplexen geschlossenen Verfahrens wie des AWE-Systems läßt ein schrittweises Vorgehen sinnvoll erscheinen. Wie die Praxis der Bau- und Betriebsabteilung des Siemens Gerätewerks Erlangen zeigt, können die AWE-Komponenten Aufbauorganisation, Ablauforganisation, Betriebsfluß und Bereitstellung, Materialwirtschaft, Kapazitäts- und Terminplanung, vorgeplante Instandhaltung, Planungs-und Steuerungskennzahlen und Kostentransparenz ohne nennenswerten zusätzlichen personellen Aufwand eingeführt werden.

Das EDV-Verfahren

Die AWE-Software ist als Bausteinsystem nach Regeln des strukturierten Systementwurfs erstellt. Der branchenübergreifend und anwenderunabhängig konzipierte Verfahrenskern gestattet es - mit Hilfe von Schnittstellenmoduln - branchen- oder anwenderindividuelle Bausteine beziehungsweise vorhandene EDV-Verfahren zu integrieren. Der Aufbau der Bildschirmmasken und Listen ist an die Anwenderbedürfnisse anpassbar.

Die AWE-Software besteht aus den fünf Bausteinen Stammdateien, Termin- und Kapazitätsplanung, geplante Instandhaltungsaufträge, Aufwandserfassung und -bewertung und Lebenslaufdaten, Kennzahlen, Schadensanalysen. Die AWE-Programmbibliothek umfaßt rund 240 in Cobol geschriebene Programme. Alle Dateizugriffe werden über eine Standardschnittstelle abgewickelt.