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17.06.1977

Planung und Bau der technischen Infrastruktur von Rechenzentren

17.06.1977

Moderne Datenverarbeitungsanlagen sind unverzichtbarer Bestandteil unserer heutigen Arbeitswelt. Sie helfen Kosten und Zeit sparen, wenn sie aufgabengerecht eingesetzt werden. Dies setzt jedoch eine gründliche Planung voraus, wenn sie die in sie gesetzten Hoffnungen erfüllen sollen. Die wichtigen Entscheidungen, welches System und welche Konfiguration den jeweiligen Ansprüchen am besten gerecht wird, muß sorgfältig vorbereitet werden. Erst wenn diese Voraussetzungen erfüllt sind, ist eine sinnvolle Planung der technischen Infrastruktur, die oft noch recht stiefmütterlich behandelt wird, möglich. Dennoch ist eine gut funktionierende Infrastruktur für die Funktion der Datenverarbei-tungsanlagen wichtig, da Störungen und Ausfälle z. B. der Stromversorgung oder Klimatisierung aufgrund von Datenverlusten und Ausfallzeiten einen erheblichen Kostenfaktor darstellen können.

Ohne Anspruch auf Vollständigkeit, die in einem kurzen Artikel bei dem Umfang der erforderlichen Maßnahmen sowieso nicht zu erreichen ist, soll diese Abhandlung doch einen Hinweis auf die wichtigsten Maßnahmen geben, die für den Betrieb der Datenverarbeitungsanlagen erforderlich sind.

Auswahl der erforderlichen Räume

Selten ist der mit der Planung der technischen Infrastruktur für die Datenverarbeitungsanlage Beauftragte in der glücklichen Lage, einen Neubau gemäß den Anforderungen erstellen zu können. Häufig müssen die Anlagen in bestehenden Gebäuden untergebracht werden, die nicht für diese Zwecke geplant und gebaut wurden. Hier sind Kompromisse unvermeidlich. Die Wahl der Räume für die Datenverarbeitungsanlage ist die wichtigste Vorentscheidung. Hier sind nicht nur organisatorische sondern auch technische Gesichtspunkte zu beachten, da die Kosten für die technische Infrastruktur stark von den baulichen Gegebenheiten abhängen. Zunächst sollte die erforderliche Größe der DV- und Nebenräume bestimmt werden. Hier sollte man nicht zu eng planen und - wenn möglich - Raum für die Erweiterung der Anlage vorsehen. Zu eng aufgestellte Maschinen behindern nicht nur den Betrieb und die Wartungsarbeiten, sondern bringen auch Probleme für die Klimatisierung und den Schallschutz, dem in Zukunft mehr Bedeutung zukommen wird. Auch sollte die Lage der Räume so gewählt werden, daß äußere Störeinflüsse (Straßenlärm, Erschütterungen durch Straßenverkehr und Fabrikationsanlagen, Störstrahlung durch Sendeanlagen usw.) möglichst gering gehalten werden. Ferner sollte man beachten, daß Räume mit rechteckigem Grundriß günstigere Aufstellungsmöglichkeiten und eine einfachere Klimatisierung ermöglichen. Die Bodenbelast-barkeit sollte nicht unter 750 kp/m2 liegen. Bei geringeren Belastbarkeiten sind häufig zusätzliche Maßnahmen zur Lastverteilung erforderlich. Die lichte Raumhöhe ist in der Arbeitsstättenverordnung festgelegt. Auch hier gilt, je höher der Raum, desto weniger Probleme ergeben sich für die Klimatisierung und die erforderlichen Schallschutzmaßnahmen. Als minimale Raumhöhe vor dem Raumausbau sind bei kleineren Anlagen 3,50 m anzusehen.

Raumausbau

Die Installation eines Doppelbodens hat sich allgemein bewährt. Er erleichtert nicht nur die Kabelverlegung, sondern kann auch zur Luftführung der Klimaanlage eingesetzt werden. Es sind heute Doppelböden auf dem Markt, die den speziellen Anforderungen der DV-Anlagen, z. B. bezüglich Ableitfähigkeit statischer Aufladungen, angepaßt sind. Wird der Doppelboden auch als Zuluftbereich eingesetzt, ist darauf zu achten, daß der Rohboden abreibfest ausgeführt ist, erforderlichenfalls kann dies durch einen Spezialanstrich erreicht werden.

Für die Deckenkonstruktion empfiehlt sich eine abgehängte Decke als Kassetten- oder Paneeldecke. Sie kann bei der heute üblichen Klimatisierung durch ein Einkreissystem als Rückluftbereich eingesetzt werden, und erleichtert de Installation der Deckenbeleuchtung und der Feuermeldeanlage. Die Decke sollte schallschluckend ausgelegt werden.

Eine schallschluckende Wandverkleidung ist heute kein zusätzlicher Luxus mehr. Die Arbeitstättenverordnung läßt einen maximalen Geräuschpegel von 70 dB (A) in Maschinenräumen zu. Da besonders die Peripheriegeräte der DV-Anlagen heute noch einen relativ hohen Geräuschpegel erzeugen, ist dieser Wert ohne zusätzliche Maßnahmen einzuhalten. Der Markt bietet Wandverkleidungen, die bei gutem Schallschluckverhalten auch einen ansprechenden optischen Eindruck machen.

Klimatisierung

Die Klimatisierung der DV-Anlagen dient nicht nur der Abführung der von den Maschinen erzeugten Verlustwärme, sondern soll auch das für die einwandfreie Funktion der DV-Anlagen erforderliche Klima schaffen. Dies macht eine Vollklimatisierung mit Kühlung, Heizung, Trocknung, Befeuchtung und Reinigung der Luft erforderlich. Bewährt haben sich Einkreisanlagen mit Einblasung der aufbereiteten Luft in den Doppelboden, von wo sie über Lüftungsplatten in den DV-Raum gelangt (bzw. über Lüftungsöffnungen im Doppelboden direkt in die zu kühlenden Geräte). Die Rückluft wird über die abgehängte Decke zur Klimaanlage zurückgeführt. Vielfach werden bei kleineren, aber auch verstärkt bei größeren DV-Anlagen, Klimaschränke eingesetzt. Diese können im DV-Raum, oder besser, in einem vom DV-Raum schalldämmend abgetrennten Raum untergebracht werden. Der Vorteil der Klimaschränke liegt in ihrer kompakten und damit raumsparenden Bauweise und der einfachen und damit billigen Montage.

Stromversorgung

Die meisten der modernen DV-Anlagen können direkt am örtlichen Stromnetz betrieben werden. Nur bei ungünstigen Netzverhältnissen oder bei hohen Ansprüchen an Netzkonstanz und Sicherheit gegen Netzausfall sind unterbrechungsfreie Stromversorgungsanlagen erforderlich. Um jedoch die Störungen durch andere Verbraucher gering zu halten, sollten die Zuleitungen für de DV-Anlagen zumindest bis zum Hauptverteiler getrennt verlegt werden. Bei größeren Anlagen ist der Einsatz eines eigenen Transformators zu empfehlen.

Sicherungsmaßnahmen

Die DV-Anlagen stellen einen hohen Wert dar. Es ist deshalb

erforderlich, sie gegen Beschädigung durch Feuer, Wassereinbruch und mutwillige Zerstörung zu schützen. Aus diesem Grunde werden Rechenzentren mit automatisch wirkenden Feuermeldeeinrichtungen versehen, die bei Auftreten von Rauch oder Hitze Alarm geben. Zur aktiven Brandbekämpfung werden Kohlesäurelöscher eingesetzt. Auch automatische Löscheinrichtungen sind möglich, jedoch müssen bei Einsatz dieser Anlagen besondere Maßnahmen zum Schutz des Bedienungspersonal der DV-Anlage getroffen werden.

Allgemeine Hinweise

Der Umbau bestehender Räume zu DV-Räumen stellte eine

Nutzungsänderung dar. Es ist also darauf zu achten, inwiefern diese gemäß den jeweiligen Landesbauordnungen genehmigungspflichtig sind. Die Auflagen der zuständigen Gewerbeaufsichtsämter sind zu beachten und die ausführenden Firmen auf Einhaltung der geltenden Vorschriften hinzuweisen. Die enge Zusammenarbeit mit dem DV-Anlagenhersteller ist bei Planung und Bau des Rechenzentrums notwendig und hilfreich.

Auf Samtpfoten

Bisher wurden neue Maschinen-Generationen von IBM immer mit Fanfarenstoß und Trommelwirbel aus der Taufe gehoben. Das war (tätärätä) 1964 bei der Serie 360 so und auch sechs Jahre später bei der 370 (dschingbum). Heute spricht niemand ernsthaft von der lang prophezeiten Ära der IBM-Future-Systems. Aber vielleicht befinden wir uns schon mitten drin. Denn soviel scheint sicher: Die neue IBM-Technologie wird nicht mit einem Knall kommen, sondern gleichsam auf Samtpfoten, "step by step". Noch will keiner für die vielen Einzelankündigungen der vergangenen zwölf Monate (370/138, 370/148, 3033 und jetzt 3274, 3276, 3278) einen gemeinsamen Nenner gefunden haben: Daß IBM zunehmend maßgeschneiderte Firmware, die für die Hersteller kompatibler Geräte nicht zugänglich ist, in Mikroprozessoren unterbringt, müßte indes Alarmzeichen genug sein. So wollen ganz heIlhörige nicht einsehen, warum IBM den 3033-Prozessor 3033 benannt hat, wenn er nur ein 370er Mitglied sein soll. Ist er, so gesehen, ein Erlkönig? Warten wir die nächste Ankündigung ab - irgendwann wird IBM den "Pferdefuß" zeigen (müssen).

Immer war IBM bemüht, Rentabilität zu erzielen und seinen Verkäufern zum richtigen Zeitpunkt neue Maschinen an die Hand zu geben. Die Zeit für neue Maschinen ist reif. So wird denn bereits jetzt kräftig spekuliert, daß noch im Spätherbst dieses Jahres eine 3032 als Wachablöse für die 370/158 kommt.

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