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Kolumne


13.03.2006 - 

Plattformkonvergenz oder was?

Endlich wieder eine CeBIT, auf der gute Laune die vorherrschende Gemütslage war. In den Hallen war viel los, die Aussteller blickten zufrieden drein und führten ihre Fachgespräche - womit wir beim weniger erfreulichen Thema wären: Auf der CeBIT haben die Marketing-Profis das Heft fest in der Hand. Nein, wir wollen uns nicht über die meisterhaft inszenierte Markteinführung des "Ultramobile PC" von Microsoft und Partnern mokieren, bei dem es sich letztlich um eine Neuauflage des Tablet-PC handelt (siehe Seite 11). Es geht auch nicht um die zahlreichen anderen Ankündigungen, die übrigens nicht immer Neues brachten. Die Rede ist vom IT-Vokabular.

Die computerwoche hat in diesem Jahr erstmals TV-Aufnahmen auf ihrer Website gesendet, darunter auch eine kleine Umfrage unter Messebesuchern, die gebeten wurden, einige In-Begriffe zu erklären. "Triple Play" beispielsweise erinnerte den einen an Eishockey-Szenen, den anderen an ein Tête-à-tête mit gleich zwei Damen. Dass es um Kommunikation geht, wussten immerhin auch einige der Interviewten.

Ein schönes Beispiel ist in diesem Zusammenhang auch die "Konvergenz". Seit Jahren hält sich dieser Terminus weit oben in den IT-Floskel-Charts. Das Schöne daran ist das Nebulöse, Ungefähre, Dehnbare. Konvergenz suggeriert: Irgendwie wächst alles mit jedem zusammen. Festnetz, Internet und Mobilfunk verbinden sich auf wundersame Weise. Auch U- und E-Elektronik sind - aus welchen Konvergenzgründen auch immer - nicht mehr voneinander zu trennen.

Solche Begriffe tauchen nicht von ungefähr auf: Hersteller können mit dem Hinweis auf die Erfordernisse der Konvergenz ihre ausgetretenen Geschäftspfade verlassen und auf die Pirsch nach neuen Einnahmequellen gehen. Der Kunde, der eigentlich Kontinuität und langfristige Unterstützung erwartet, hat nicht selten das Nachsehen.

Das Konvergenz-Argument haben übrigens auch die Messemacher bemüht, als es darum ging, die Veranstaltung in Richtung Unterhaltungselektronik auszubauen. Irgendwann werden auch die Büromöbel wieder da sein, die Erfordernisse der Konvergenz lassen der Messe AG keine Wahl. Und welches Feld erschließt sich erst, wenn endlich Autos, Kühlschränke und Melkmaschinen serienmäßig mit Internet-Anschluss verfügbar sind?

Ähnlich unscharf wie der Begriff Konvergenz ist die allseits beliebte "Plattform". Egal ob sich Messebesucher auf dem IBM-Stand, bei SAP oder der Telekom befinden, sie werden mit Plattformen erschlagen. Betriebssysteme, Rechner, Security, Netze - am Ende geht es immer um die Plattform oder auch den "Stack". Lustig wird es dann, wenn die Plattformen aneinander geraten. Wenn .NET, Unicenter, Websphere und Netweaver auf Kollisionskurs gehen. Wahrscheinlich werden wir bald von der Konvergenz der Plattformen hören. Wir bitten um einen Ordnungsruf, sollten Sie bei uns darüber lesen.