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19.08.2008 - 

Kolumne

Platzt die SOA-Blase?

Die meisten SOA-Projekte verfehlen die gesteckten Ziele, hat das amerikanische Beratungsunternehmen Burton Group herausgefunden. Andere professionelle Marktbeobachter kommen zu ähnlichen Ergebnissen. In der internationalen SOA-Szene kursieren mittlerweile fast mehr Analysen typischer Fehler und Versäumnisse als Best Practices oder Erfolgsbeispiele (siehe Seite 20). Fast hat es den Anschein, als sei die über Jahre gewachsene SOA-Blase geplatzt.

Dieser Eindruck trügt. IT-Verantwortliche sollten sich von den Abgesängen auf den SOA-Hype ebenso wenig blenden lassen wie von den Hochglanzbroschüren der Softwarehersteller. Denn es gibt sie, die erfolgreichen SOA-Initiativen, auch in Deutschland. Nicht nur Pionieranwender wie die Deutsche Post haben bewiesen, dass SOA mehr ist als ein technikgetriebenes Modethema. Als strategische Option steht das Konzept bei einer Vielzahl großer Unternehmen und Behörden weit oben auf der Agenda. Dazu gehören die Daimler AG ebenso wie die Deutsche Bank, der Volkswagen-Konzern, die Telekom, die Hypovereinsbank oder auch die Bundesagentur für Arbeit. Die Bewerbungen zum computerwoche-Wettbewerb "CIO des Jahres 2008" belegen zudem, dass SOA nicht nur in Großunternehmen ein Thema ist.

Eine gewisse Ernüchterung, manche Analysten sprechen von Abkühlung oder gar Desillusionierung, ist dennoch unverkennbar. Die zum Teil schlechten Erfahrungen in der Anfangsphase der SOA-Euphorie, aber auch überzogene Versprechen der IT-Hersteller, haben ihren Teil dazu beigetragen. CIOs, Projekt- und Prozessverantwortliche sollten diese Erkenntnisse als Chance begreifen, um ihre SOA-Pläne kritisch zu hinterfragen.

Die wichtigste Lektion: SOA ist, entgegen vielen Argumenten der Softwaregurus, kein reines IT-Thema. Wer SOA nur als Architekturparadigma für die Softwareentwicklung begreift, wird die erhofften Vorteile wie Flexibilität, Agilität und Effizienz kaum ernten können. Das volle Potenzial entwickelt eine SOA erst über die damit zu erzielenden Prozessverbesserungen. Dazu müssen die Fachabteilungen ins Boot, was direkt zur zweiten Lektion führt: Die Protagonisten müssen den wirtschaftlichen Nutzen einer SOA besser erklären. Das altbekannte Kommunikationsproblem der Techies wirkt sich in SOA-Vorhaben fatal aus.

Dazulernen müssen aber auch die Mitarbeiter in den Fachabteilungen, beispielsweise wenn es um den Umgang mit modernen Tools für die Prozessmodellierung- und -analyse geht. Eng damit zusammen hängt eine dritte Erkenntnis: Die mit SOA einhergehenden organisatorischen Veränderungen wirken nicht nur in den IT-Abteilungen, sondern potenziell in allen Unternehmensteilen und Führungsebenen. Ohne deren Unterstützung und Mitwirken bleibt SOA am Ende doch nur ein IT-Konzept.