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18.06.1993

Ploenzke veranstaltete Kongress zum Thema EDM-Systeme sollen Schwaechen von CIM-Loesungen ueberwinden

FRANKFURT/M. (CW) - Das DV-Vokabular ist wieder einmal um eine Abkuerzung reicher geworden: EDMS steht fuer Engineering-Daten- Management-Systeme. Das neue Kuerzel verspricht die Loesung fuer Probleme, an denen die CAx-Konzepte bislang gescheitert sind.

Ziel des Engineering-Daten-Managements sei es, den Time-to- market-Vorteil zu vergroessern sowie komplexe Vorgaenge im Unternehmen transparent und beeinflussbar zu machen, erklaerte Klaus Ploenzke, Vorstandsvorsitzender der Ploenzke AG, Kiedrich, anlaesslich eines EDM-Kongresses, den das Software- und Serviceunternehmen kuerzlich mit 250 Teilnehmern in Frankfurt am Main veranstaltete. Wie Bruno Ruecker, Mitglied der Ploenzke- Geschaeftsleitung, ergaenzte, geht es bei EDM-Konzepten nicht nur um die Optimierung eines einzelnen Arbeitsganges oder einer Prozesskette, sondern darum, die Komplexitaet aller Vorgaenge im Unternehmen zu erfassen.

Nach der Definition des Hauses Ploenzke beschreibt der Begriff EDM technische Datenbank- und Kommunikationssysteme fuer die Speicherung, Verwaltung und Bereitstellung aller produktbeschreibenden Daten waehrend des gesamten Produktionsprozesses. Die Beziehung zwischen Produktmodell und Ergebnis soll dabei transparent sein. EDM-Systeme bilden laut Ruecker die Basis, um alle technischen Bereiche ueber eine gemeinsame Datenbasis zu integrieren.

Darueber hinaus ist in der

Ploenzke-Definition von EDM ein weiterer Anspruch enthalten. Gefordert ist, eine Kopplung zwischen technischer und kommerzieller DV realisieren zu koennen.

Erfahrungen mit CIM oder Buerokommunikation zeigen allerdings, dass solche Konzepte nicht von der Stange zu kaufen sind. Demzufolge stellen Unternehmen, die EDM einsetzen wollen, auf jeden Fall eine Klientel fuer Unternehmensberater dar.

Fuer die inzwischen hinreichend strapazierte Forderung nach schlanken Unternehmensstrukturen und Produktionsprozessen hatte Ruecker ein entscheidendes Kriterium parat: die Anpassungs- und Reaktionsfaehigkeiten von Systemen. Produktionsablaeufe muessen demnach von einem staendigen Lernprozess begleitet sein, der Marktentwicklungen und Kundenbeduerfnissen Rechnung traegt.

Diese wahrlich nicht neuen Forderungen scheiterten beispielsweise bei der Realisierung von CIM-Konzepten oftmals an der Unvertraeglichkeit technischer Systeme. Hinzu kam, so fasste Ruecker zusammen, die Unfaehigkeit der Beteiligten, abteilungsuebergreifend zu denken und zu handeln.

Die Krise der deutschen Wirtschaft sei eine Innovationskrise im deutschen Management, konstatierte der Unternehmensberater. Die Optimierung in Teilbereichen eines Unternehmens greife zu kurz. Das gelte sowohl fuer den Einsatz von Hard- und Software als auch fuer die Organisation der Arbeitsablaeufe.

EDM-Technologien wirken nach Rueckers Ansicht auf mehr Konsens im Gesamtunternehmen hin. Somit koennten sie Prozesse ausloesen, welche die eigenen Unternehmenskulturen neu aufbauen.

Werkzeuge fuer die Umsetzung dieses Ansatzes haben nach Einschaetzung der Ploenzke-Experten am deutschen Markt rund 40 Anbieter auf Lager. Ein Grossteil dieser Unternehmen kommt aus dem CAD-Bereich; dazu gezaehlt werden muessen beispielsweise Intergraph und Applicon. Anbieter von PPS-Systemen wollen sich, so weiss man in der Branche, ebenfalls ein Stueck von dem noch nicht verteilten EDM-Kuchen sichern.

Im Gegensatz zu den USA, wo EDM-Systeme bereits seit einigen Jahren eingesetzt werden, steckt der deutsche Markt noch in den Anfaengen, stellte Klaus Ploenzke fest (siehe Grafik). Vorreiter beim Einsatz solcher Konzepte sind Grossunternehmen, die mit Hilfe von EDM auch den Datenaustausch mit ihren Zulieferern organisieren.

Ein international gueltiger "Standard for the Exchange of Product Model Data" (Step) soll kuenftig sicherstellen, dass die EDM- Produkte auch leisten, was die Hersteller versprechen. Hardwarebasis fuer den Einsatz von EDMS sind nach einer

Untersuchung aus dem Hause Ploenzke in 80 Prozent aller Faelle jeweils ein Unix-System, das mit einer Standard-Benutzeroberflaeche wie OSF Motif oder Open Look ausgestattet ist.

Derzeit investieren US-Anwender noch deutlich mehr in EDM-Technik als die Europaeer.