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29.01.2008 - 

Kolumne

Plötzlich setzen alle wieder auf die Jungen

Kaum fehlen hochqualifizierte Arbeitskräfte in der IT, entdecken die Unternehmen die Hochschulen neu. Ein paar Jahre lang blieben Informatikstudenten relativ unbehelligt von Arbeitgebern, die sie am liebsten schon nach dem Grundstudium an sich gebunden hätten. In den Jahren 2001 bis 2006 beschränkte sich das Interesse zumeist auf junge IT-Profis, die schon zwei bis drei Jahre Erfahrungen sammeln konnten und erste Projektleitungsfunktionen übernommen hatten.

Der Arbeitsmarkt entwickelte sich zugunsten der Arbeitgeber, die in Recruiting nichts oder zumindest nur sehr wenig investieren mussten. Der IT-Boom war vorbei. Junge Menschen studierten wegen der angeblich schlechten Berufsaussichten noch seltener Informatik als zuvor.

Ende 2006 drehten sich die Verhältnisse wieder; der Bedarf an IT-Profis überstieg das Angebot bei weitem. Der Branchenverband Bitkom sprach schon zur CeBIT 2007 von mehr als 10 000 fehlenden Fachkräften, heute ist sogar von 40 000 offenen Stellen die Rede.

Sofort rief die Industrie wie zu Zeiten der Green Card wieder nach ausländischen Fachkräften. Die Politik dreht den Spieß um und verlangte Ausbildungsinitiativen. Und alle waren sich darin einig, dass die Informatikstudiengänge in Deutschland zu verkopft und schwierig seien.

Ihre eigene Personalarbeit stellen die Unternehmen nicht in Frage. Wahrscheinlich deshalb nicht, weil sie sie sonst ändern müssten. Denn in dieser ausschließlich am momentanen Bedarf orientierten Politik liegt ein wichtiger Grund für die Engpäs-se beziehungsweise Überhänge am Arbeitsmarkt. Würden Unternehmen dagegen auch in Zeiten geringeren Arbeitskräftebedarfs die Kommunikation mit den Hochschulen und den weiterführenden Schulen aufrechterhalten und die langfristige Bedeutung der Informationstechnik für die gesamte Wirtschaft herausstellen, könnte sich der ständige Wechsel zwischen Überangebot und Mangel an IT-Fachkräften abschwächen. Auch in schwierigeren Zeiten sollten Unternehmen nicht nachlassen, Studenten und Schulabgänger für die Informatik zu begeistern, zum Beispiel weiter Praktikumsplätze für Diplomarbeiten anbieten und Studierende auf Hochschultagen und anderen Informationsveranstaltungen über die Anforderungen an den Job eines IT-Profis unterrichten. Dann bräuchten sie nicht bei jeder längeren Aufschwungphase wieder von vorn beginnen.

Ohne langfristige Rekrutierungsstrategie aber setzt sich bei Schulabgängern der Eindruck fest, IT sei ein ausschließlich zyklisches Geschäft und zu unsicher, um eine Karriere darauf aufzubauen.

Was glauben Sie? Führt eine langfristig angelegte Personalarbeit zu geringeren Ausschlägen auf dem Arbeitsmarkt? Diskutieren Sie mit unter: http://blog.computerwoche.de