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30.06.1978 - 

Interaktive Systeme zu teuer für standnetzoptimierung:

Plotter macht das Gasnetz schneller

ESSEN - Zum bundesweiten Dienstleistungsangebot der Ruhrgas-AG gehört die, hauptsächlich von Stadtwerken genutzte, "stationäre Gasnetzanalyse" - ein Gasnetz-Optimierungsprogramm, das in einem hausgeschriebenen "Stagas"-Paket gefahren wird. Eine Ausgabe-Option des nun in der zweiten Version eingesetzten Stagas ist ein offline Plotterteil. Diese Plotter-Anwendung hat den Zeichenaufwand bei Gasnetzplänen (siehe Grafik) annähernd um den Faktor acht bis zehn verringert, schätzt Dipl.-Mathematiker Horst Augustin, der Stagas geschrieben hat.

Während die Ruhrgas dabei ist, für Gästransportsysteme (Pipelines) demnächst interaktive graphische Displays einzuführen, wird die "Reinzeichnung" der schematischen Netzpläne aus Kostengründen auch weiterhin künftig auf dem Plotter bleiben: Es wäre zu teuer, in der großen Netz-Optimierungs-Abteilung jedem einzelnen Mitarbeiter ein interaktives Terminal auf den Tisch zu stellen. Über, dies ist Stagas ("Es bestehen keine Absichten, das Programm zu verkaufen", Augustin) nach sechsjähriger Reifezeit inzwischen so ausgefuchst, daß kaum noch Wünsche offenbleiben. Wie der Stagas-Autor berichtet, wird bei der Ruhrgas-AG seit langem das Druck- und Flußverhalten von Rohrnetzen mit Hilfe von EDV-Programmen berechnet. Die Anwendungen erstrecken sich auf Gastransportsysteme (Pipelines) und auf Versorgungsnetze für Wasser und Gas (Standnetze). Die Eingabedaten und die Ergebnisse werden gespeichert, so daß alle Daten für weitere Berechnungen mit geänderten Verhältnissen leicht modifiziert werden können. Zur Bearbeitung eines Netzes wird ein schematischer Netzplan benötigt, in den zur besseren Übersicht die errechneten Drücke und Flußmengen eingetragen werden. Das geschah früher von Hand. Außerdem muß normalerweise nach endgültiger Berechnung eines Netzes eine Schönzeichnung des Rohrnetzplans, die die technischen Daten und die Ergebnisse enthält, angefertigt werden. Diese Aufgaben erledigt seit Jahren ein CalComp-Trommelplotter 1136.

Stagas greift auf Daten zurück, die bereits bei der Rohrnetzberechnung erstellt und benötigt werden. Als zusätzliche Informationen sind die Koordinaten aller Knoten sowie einige weitere Kennzeichen erforderlich, wie etwa Richtungen der Beschriftungsfahnen an den Knoten. Diese Informationen werden als zusätzliche Daten schon bei der Rohrnetzberechnung eingegeben und können auch mit diesem Programm leicht verändert werden. Beliebige rechteckige Ausschnitte des Netzplans lassen sich in gewünschter Größe ausplotten.

Große Stadtnetze erfordern oft umfangreiche Pläne, so daß die Breite des Trommelplotters (zirka 83 cm) nicht mehr ausreicht. Das gesamte Netz muß dann in zwei oder mehr Streifen parallel zur x-Achse des Plotters zerlegt und hintereinander gezeichnet werden.

Die Leitungs-Koordinaten an den Schnittstellen zwischen den einzelnen Streifen berechnet das Programm automatisch. Es sind fünf verschiedene Strichstärken für das Plottern von Leitungen vorgesehen, die auf Grund des tatsächlichen Durchmessers über eine Durchmessertabelle ausgewählt werden. Vielfach werden mehrere homogene Rohrleitungen, die parallel und/oder hintereinander verlegt sind, für die Berechnung zu einer Leitung (einem sogenannten Leitungssystem zusammengefaßt. Das Programm ermöglicht die zeichnerische Darstellung dieser Leitungssysteme, zum Beispiel die Leitung von Knoten 57 nach Knoten 58.

Vielzahl, Art und Größe der Beschriftungen an Leitungen und Knoten können über eine Reihe von Parametern gewählt werden. Außerdem ist es möglich, Symbole für Kompressoren, Regler, Hochbehälter, Übernahmestationen usw. zu zeichnen sowie einzelne Leitungen durch gestricheltes Zeichnen hervorzuheben.