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28.08.1987

PMS: Emotionale Sperre bei den Mitarbeitern?

Die Einführung eines Projektmanagementsystems bedeutet eine tiefen Einschnitt in den Arbeitsablauf aller Mitarbeiter. Besonders heikel wird die Situation, wenn Verfahren und Methoden, die sich über Jahre entwickelt und eingeschliffen haben, Plötzlich geändert werden müssen. Nicht selten verursacht schon die Definition verbindlicher Regeln bei den Betroffenen ein gewisses Unbehagen. Verstärkt wird es durch die Überprüfbarkeit der Arbeitsergebnisse. COMPUTERWOCHE fragte Projektleiter nach ihren Erfahrungen.

Section Manager, EDP and Procedures Aircraft Overhaul, Lufthansa German Airlines, Hamburg

Wie gegen alles Neue gibt es bisweilen auch gegen das DV-gestützte Projektmanagement emotionale Ablehnung von seiten der Mitarbeiter. Die ist insofern ungerechtfertigt, als wir definitiv keine Leistungskontrollen vornehmen. Bei der Bewältigung dieser Bedenken setzen wir vor allem auf Information. Unser Schulungsprogramm ist dreistufig aufgebaut: Zunächst behandeln wir das Thema in allgemeiner Form und machen den Mitarbeitern klar, daß es sich bei einem Projektmanagementsystem keineswegs um "schwarze Magie" handelt. Im nächsten Schritt erläutern wir, was konkret zu bearbeiten ist, und die Auswirkungen auf das betriebliche Umfeld. Am Ende steht eine individuelle Einweisung in das spezielle PMS-Produkt, wobei jedem Mitarbeiter seine spezifische Funktion innerhalb des Systems erklärt wird.

Gerold Hoerrmann, Projektcontroller Ressort Diagnostica, Boehringer Mannheim GmbH, Mannheim

Anfangs gab es sicher eine gewisse Abneigung gegen unser Projektmanagementsystem wie fast gegen jedes System zur Kosten- und Terminverfolgung. Das wurde nach der Anlaufphase jedoch anders. Denn die Mitarbeiter haben erfahren, da mit dem PMS ein effizientes Planungsinstrument an die Hand bekommen, das ihnen selber nutzt. Die Funktionsfähigkeit eines solche Systems ist davon abhängig, daß es als Werkzeug angenommen wird; es sollte also nicht durch Befehl von oben durchgesetzt werden. Wir haben hier parallel zur Einführung und mit Hilfe einiger aufgeschlossener Mitarbeiter echte Überzeugungsarbeit geleistet. Nicht zuletzt trug auch die gute Benutzerschnittstelle unseres Systems dazu bei, daß die Aktzeptanz mittlerweile wirklich groß ist.

DV-Projektleiter, Nukem GmbH, Hanau

Akzeptanzprobleme aus Angst vor Kontrolle gibt es bei uns eigentlich nicht. Unser Problem ist vielmehr die organisatorische Einbindung des Systems. Innerhalb jeder Projektgruppe haben sich individuelle Ordnungskriterien herausgebildet, die nicht ohne weiteres über Bord geworfen werden können. Die notwendige Festlegung einer gemeinsamen Struktur der Dateneingabe ruft daher ein Gefühl des Unbehagens bei den beteiligten Mitarbeitern hervor. Insgesamt gesehen ist die organisatorische Lösung eines DV-Systems weitaus wichtiger als das eigentliche Werkzeug. Sinnvoll wäre deshalb die Schaffung einer Institution, die für die Gestaltung von Standards und die Unterstützung bei Projekt- beziehungsweise Kapazitätsplanung und -überwachung zuständig wäre.