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01.08.1975 - 

Siemens hat viele Angebote

Pokern um Partner

MÜNCHEN - Während dem Kunden Wettbewerb präsentiert wird, pokern die Bosse in den Vorstandsetagen darum, wer künftig mit wem woher wieviel Geld bekommt.

Während Professor Heinz Gumin vom Siemensbereich Datentechnik auf die gleichen Bonner Förderungsbeträge wie bisher hofft - "plus Teuerungszulage" - ist in Bonn gleich eine ganze neue Bittsteller-Gruppe aufgetaucht: die Hersteller der original deutschen MDT-Konstruktionen, voran Nixdorf mit etwa 40 Prozent Marktanteil, wollen ein schönes Stück vom DV-Förderkuchen statt - wie bisher nur ein paar Krümel. Ihr Argument: IBM's System 32 und der Diebold-Kommentar, der die bisherige Geldverteilung als "Mißverhältnis" bezeichnet.

Ministerialdirektor Fritz-Rudolf Güntsch, Abteilungsleiter im Bonner Forschungsministerium: "Wir müssen die Bataillone neu formieren und die Gesamtsituation von Grund auf neu überdenken."

Parallel dazu werden in der Gerüchteküche täglich neue Kooperationsrezepte ausprobiert. "Wir kooperieren zur Abwechslung nun einmal mit uns selber" heißt es bei Siemens, wo man nach der Aufkündigung der RCA-Kooperation 1971 jetzt durch die Cll-Honeywell-Verbindung zum zweiten Mal allein gelassen wurde. "Wir lassen uns durch die Vorgänge in Frankreich nicht beirren - eines Tages stehen die Französen wieder vor der Tür" erklärte dazu Friedrich Ohmann von der Siemens-Datentechnik.

Nicht bei ihm sondern bei der Siemens-Kernkraftwerk-Tochter KWU ist das der Fall: verhandelt wird über Kooperation mit der französischen CGE, Großaktionärin bei ClI/Honeywell-Bull und Gesellschafterin bei Datel.

Siemens-Vorstandsvorsitzender Plettner erklärte in Wien, Siemens wolle auf jeden Fall das DV-Geschäft weiterführen - aber keinesfalls allein. Mangels Kompatibilität der Honeywell-Bull- mit der Unidata-Serie scheint Plettner auf die Dauer dit Kooperationsmöglichkeit "eingeschränkt, um nicht zu sagen unmöglich". Aber: "Siemens wäre grundsätzlich auch zu Zusammenarbeit mit ClI/Honeywell bereit, wenn sich eine Lösung finden ließe." Nach Plettner hat Siemens zur Zeit die Wahl unter verschiedenen Kooperationsangeboten "aus aller Welt". Einigermaßen ausgeschlossen scheint eine deutsche Version: "Zur Lösung unserer Probleme kann Nixdorf kaum beitragen" erklärte Heinz Gumin. -py