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31.10.1997 - 

Kleine Anfrage enthüllt Untätigkeit der Bundesbehörden

Politiker erkennen das Problem 2000 nicht

Mit sarkastischen Bemerkungen hat die Bundestagsfraktion Bündnis 90/Grüne eine Antwort der Bundesregierung zum Stand der Jahreszahlenumstellungen in der Behörden-DV kritisiert: "Untätigkeit ist das Markenzeichen der Bundesregierung. Dieser Ansatz ist aber untauglich, wenn es darum geht, Computer auch nach dem 1. Januar 2000 funktionsfähig zu halten." Die Regierung habe "das Ausmaß des Problems nicht einmal ansatzweise wahrgenommen". Die Antwort der Kohl-Regierung dokumentiert, daß noch weniger Vorsorge als bei Unternehmen betrieben wurde.

"Keine Kenntnisse" hat die Regierung über den Stand der Arbeiten bei Unternehmen in teilweisem Bundesbesitz, die - wie Bundesbahn und Telekom - wichtig für die Infrastruktur sind. Auch in Sicherheitsbereichen seien Notfallpläne "nicht erforderlich".

Bei der Flugsicherung laufe derzeit eine Untersuchung über das Ausmaß des Problems, ebenso bei den Prozeßrechnern der Kernkraftwerke. Die DV-Systeme der Bundesanstalt für Arbeit und der Institutionen zur Rentenversicherung seien weiter, nämlich in der Phase der Umstellung. Nicht so gut steht es um die Computer in der Bundesverwaltung.

So haben laut Regierung "einige Ressorts" für ihre Systeme "Analysen" vorgenommen - also nicht alle Verwaltungen, und umgestellt wurde offenbar noch gar nichts. Ferner vertritt sie die Meinung, es seien "keine Kosten bei der Neubeschaffung von Standard- und proprietärer Software zu erwarten".

"Ebensowenig sind Sonderetats für die Umstellungsarbeiten vorgesehen, da die Umstellungsmaßnahmen im Zuge der Erneuerungs- und Pflegeaktivitäten erfolgen." Die DV-Abteilungen in der Bundesverwaltung werden sich mit "Informationsveranstaltungen" und einem "Leitfaden" bescheiden müssen.

Die Bundesregierung hat keinen Beauftragten für die Datumsumstellung benannt, sondern verweist auf einen "Interministeriellen Koordinationsausschuß für Informationstechnik in der Bundesverwaltung" (Imka).

In ersten Stellungnahmen am Rande der Münchner Messe Systems kritisierten auch auf das Problem spezialisierte Manager von DV-Herstellern die Regierungsantwort. Ulrich Fröde, zuständiger Manager des Haus-und-Hof-Lieferanten SNI, bezeichnet die Absicht, die Umstellungen ohne zusätzliche Kosten und im Rahmen normaler Wartungsarbeiten zu schaffen, als "von der Methode her falsch". Er erklärt weiter: "Die Regierung sollte ein Interesse haben, mehr zu tun, und das Thema in der öffentlichen Verwaltung intensiver ansprechen." Frank Sempert, Sprecher der Anbietervereinigung "Initiative 2000", bedauert, daß der Bund sich als größter DV-Anwender Deutschlands nicht in der Pflicht sehe, mehr als zu informieren.