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15.09.2000 - 

Voicestream-Übernahme noch ungewiss

Politiker wollen Telekom US-Markt verwehren

MÜNCHEN (CW) - Die Gegner einer Übernahme des US-Carriers Voicestream durch die Deutsche Telekom AG bleiben hartnäckig. Trotz eines positiven Bescheids aus dem US-Justizministerium arbeitet eine Gruppe um den US-Senator Ernest Hollings daran, die Akquisition zu verhindern.

Mit der überraschend schnellen Genehmigung durch das Washingtoner Justizministerium, hat die Deutsche Telekom die erste Hürde auf dem Weg in den US-Markt genommen. Dem Zusammenschluss müssen nun noch die Regulierungsbehörde Federal Communications Commission (FCC) sowie das Komitee für Auslandsinvestitionen Committee on Foreign Investment in the US (CFIUS) zustimmen. Vom FCC droht laut der US-Kanzlei Wilmer, Cutler & Pickering, die die Deutsche Telekom vertritt, keine Gefahr für das Voicestream-Vorhaben. Dagegen könnte das CFIUS noch Einwände erheben.

Die Akquisition gestaltet sich schwierig, weil es ausländischen Unternehmen, die zu mehr als 25 Prozent in staatlichem Besitz sind, laut Gesetz untersagt ist, amerikanische Telefonkonzerne zu übernehmen. Die Deutsche Telekom gehört zu 58 Prozent dem Staat. Eine Ausnahmeregelung erlaubt solche Transaktionen jedoch dann, wenn die Investition im öffentlichen Interesse liegt.

Einen solchen Nutzen für das Gemeinwohl zieht die Gruppe um US-Senator Ernest Hollings in Zweifel. Genährt wird die Ablehnung der Politiker durch einen Bericht des Federal Bureau of Investigation (FBI). Das FBI hat den Senatoren eine Liste über die Gefahren zusammengestellt, die der Sicherheit der USA drohen, wenn ein ausländischer Staatskonzern die Kontrolle über einen US-Carrier übernimmt. Nach Intervention von höchster Stelle, nämlich aus dem Weißen Haus, wurde dem FBI-Bericht noch ein Passus hinzugefügt. Darin heißt es, dass die derzeitigen Kontrollprozesse dazu dienten, eine Gefährdung kategorisch auszuschließen.

Laut einem Bericht der "Financial Times" scheint die Unterstützung für Hollings mittlerweile zu bröckeln. Ursprünglich hatte der Senator 30 Kollegen für seinen Plan gewinnen können, inzwischen ist die Zahl deutlich gesunken. Bei einer Anhörung vor dem Kongressausschuss haben zudem mit nur einer Ausnahme alle geladenen Experten eine Gesetzesänderung abgelehnt. Derweil schafft die Telekom Fakten. Der Bonner Carrier stellte Voicestream bereits fünf Milliarden Dollar für den Ausbau der GSM-Infrastruktur zur Verfügung und ließ sich dafür den Gegenwert in Voicestream-Vorzugsaktien aushändigen.