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21.08.1998 - 

Uneinigkeit der Hersteller als Ursache

Politische Gründe verhindern bessere Technologie

CD-ROM-Laufwerke haben sich innerhalb der vergangenen Dekade zur Standardausstattung von Destop-PCs gemausert. Anfang der 90er Jahre wurden, so die Analysten des US-Marktforschers Disk/Trend, rund eine Million solcher Laufwerke verkauft, im vergangenen Jahr lag der weltweite Absatz bei rund 66 Millionen Stück - und repräsentierte mehr als 90 Prozent aller optischen Laufwerke.

Von der nur lesbaren CD-ROM (Read Only Memory) führte der nächste Schritt in der technischen Entwicklung zur einmal beschreibbaren CD-Recordable (CD-R). Die CD-R ist damit eine Spielart des Formats "Write-Once, Read Many" (WORM). Seit 1997 sind die CD-RW-Laufwerke (rewritable) verfügbar, die ein mehrfaches Löschen und Beschreiben des optischen Mediums erlauben. Gartner Group schätzt, daß heuer rund vier Millionen Laufwerke für beschreibbare Medien (CD-Rs und CD-RWs) an die PC-Kundschaft verkauft werden.

Mit der Masse sinken die Preise, insbesondere für das Medium: Die silbernen Scheiben als transportable Datenträger sind heute zum Einzelstückpreis von rund fünf Mark zu haben. Ein zusätzlicher Vorteil der CD-Technik ist - neben der weiten Verbreitung - das einheitliche Format: Von Kompatibilitätsproblemen mit verschiedenen Laufwerks- oder Mediatypen bleiben die Anwender verschont.

Deshalb nutzen viele Unternehmen heute schon CD-ROMs als Archivmedium. Im vergangenen Jahr konnte rund eine halbe Million auf CD-Laufwerken basierender Jukeboxen abgesetzt werden. Die Zuwachsraten dafür liegen bei etwa 15 bis 20 Prozent jährlich, so die Analysten von Disk/Trend. Ein Problem haben die Datenspeicher allerdings: Eine Jukebox in ein Netzwerk einzubinden und allen Anwendern zur Verfügung zu stellen, ist eine ziemlich haarige Angelegenheit und nichts für schwache Nerven", beurteilt ein Insider.

Ein weiterer Schwachpunkt der CDs ist die mit 650 MB recht bescheidene Kapazität. Hier ist aber durch die Folgegeneration Digital Versatile Disk (DVD) mit Kapazitäten ab 2,6 GB Abhilfe in Sicht. Bei den privaten Endverbrauchern gilt sie als eierlegende Wollmilchsau, die in Zukunft CD-Player und Videorekorder ersetzen soll. Bei kommerziellen Anwendungen soll sie die CDs ablösen. Hier allerdings liegt die Schwierigkeit, denn die DVD-Technik kämpft seit ihrer Geburt mit Streitereien um das einheitliche Format.

Zwist gab es bereits bei dem DVD-ROM-Verfahren

Schon bei der Einführung der DVD-ROM (Read Only Memory) 1997 teilten sich die Hersteller in zwei Lager. Nach einem zähen Ringen um Einigung - auch mit Hollywoods Filmbossen, die unter anderem Mechanismen gegen Raubkopien verlangten - etablierte sich das DVD-Forum. Mitglieder der Vereinigung sind insbesondere die Hersteller von DVD-Laufwerken wie Sony, Toshiba, Matsushita/Panasonic, Hewlett-Packard oder Philips, die sich um Standards für das neue Medium bemühen.

Nun schienen sich bei der wiederbeschreibbaren DVD die Zwistigkeiten zu wiederholen. Während das DVD-Forum die "DVD-RAM" (Radom Access Memory) favorisiert, präsentierten im Herbst HP, Philips und Sony mit der "DVD+RW" ein eigenes Format (siehe COMPUTERWOCHE 35/97, Seite 33: Streit um DVD-RAM...").

Die Vertreter der RAM-Version werfen den Abtrünnigen Sony und Philips vor, mit der Ankündigung einer eigenen Variante die breite Markteinführung der beschreibbaren DVD im Geschäftsbereich verzögern zu wollen. Beide Unternehmen gelten als Erfinder der CD-Technik und kassieren von OEM-Herstellern Lizenzgebühren. "Es liegt in deren Interesse, den Lebenszyklus der CD-ROM so lange wie möglich zu verlängern", bezichtigte Dana Berzin, Marketing-Managerin bei Panadonic, das japanisch-holländische Gespann. Die Beschuldigten weisen solche Gedanken zurück. "HP, Sony und Philips setzen bei den beschreibbaren DVDs auf Rückwärtskomatibilität zu CDs, und das ist mit dem DVD-RAM-Standard nicht zu erreichen.Deshalb entwickelten wir das DVD+RW-Format, das mittlerweile auch durch das US-Standardisierungsgremium ECMA zertifiziert ist ", erklärte Manfred Buchwald, Business Development Manager für Massenspeicher bei HP.

Tatsache ist aber, daß die ersten Laufwerke vom Typ DVD+RW erst im kommenden Frühjahr auf den Markt kommen werden. HP-Manager Buchwald gesteht ein, daß die Entwicklung der notwendigen Software - auch von Drittanbietern - noch nicht abgeschlossen ist. Derzeit wird zwar schon der OEM-Kanal beliefert, der sich aber selbst um Lösungen bemühen muß.

Der Streit um die unterschiedlichen Formate bei wiederbeschreibbaren DVDs spiegelt sich auch in den Prognosen der Marktforscher wider. Robin Burke, Principal Analyst für den europäischen Speichermarkt bei Dataquest, bezifferte den Asatz von DVD-Laufwerken im Geschäftsbereich im Jahr 1997 auf 30 000 Stck. Im Jahr 2002 sollen bereits mehr als 30 Millionen DVD-Geräte verkauft werden, allerdings nur drei Prozent davon werden die Silberscheiben mehrfach beschreiben können.

Da die Technik zur Beschreibung von CDs - also dir CD-RWzudem erhebliche Kostenvorteile gegenüber den mehrfach beschreibbaren DVDs aufweist - IDC-Marktforscher Wolfgang Schlichting errechnete den doppelten Preis für das neue Medium -, sind sich die Brancheninsider weitgehend einig, daß das CD-Format mindestens bis zum Jahr 2000 dominieren wird. Dennoch statten PC-Hersteller wegen der höheren Speicherkapazität einige ihrer Rechner mit DVD-ROM-Laufwerken aus.

Beschreibbaren CDs droht der Garaus

In Deutschland kann man bei Gateway, SNI, Dell oder Compaq bereits Destops und/oder Notebooks mit integrierten DVD-ROMs bestellen. HP plant, ab Oktober die "Vectra-VL"-PCs damit auszustatten.

Aber auch der beschreibbaren CD droht - wegen der geringen Kapazität - Gefahr: Informationen wandern verstärkt über das Internet und erübrigen so die physikalische Weitergabe von Transportmedien. Das geht schneller, einfacher und kostengünstiger als die Installierung und die Pflege von Laufwerken in NT- oder Novell-Umgebungen.

CD und DVD für den PC

CD-ROM: Anfang der 80er Jahre von Sony und Philips entwickeltes Format, das nur lesen kann, mit einer Kapazität von 650 MB.

CD-R: Einmal beschreibbare CD im WORM-Format.

CD-RW: Mehrfach beschreibbare CD.

DVD-ROM: Hochkapazitäts-CD-Format, das nur lesen kann. Speichert 4,7 GB und mehr.

DVD-R: Wie CD-R ein Verfahren zum einmaligen Beschreiben von DVD-Scheiben.

DVD-RAM: Mehrfach beschreibbare DVD nach dem Format des DVD-Forums. Kapazität der ersten Generation 2,7 GB (einseitig, einlagig), der zweiten 4,7 GB. DVD-RAM-Media können nicht in DVD-ROM-Laufwerk gelesen werden.

DVD+RW: Ebenfalls mehrfach beschreibbares Verfahren nach den Spezifikationen von HP, Sony und Philips, das abwärtskompatibel zu CDs sein soll (3 GB in der ersten Generation).