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15.11.1985

POLYPen mit 30 Prozessoren

Ein ausgeklügeltes Mehrrechner-System wie den Heidelberger POLYPen zu entwickeln, geht nicht von heute auf morgen über die Bühne: Fünf Jahre dauerte es, ehe die ersten Versuchssysteme mit sechs beziehungsweise vier Prozessoren lauffähig waren und für Zwecke der kernphysikalischen Forschung sowie der automatisierten Bildverarbeitung in der Medizin eingesetzt werden konnten.

Seither, also in etwa den letzten zwölf Monaten, sind noch zwei größere Systeme mit je 30 Prozessoren aufgebaut worden, berichtet Diplom-Physiker Dr. Reinhard Männer, wobei das eine dem Heidelberger Max-Planck-lnstitut für Kernphysik zur Verarbeitung von Daten, die bei dessen Experimenten anfallen, benutzt wird. Das zweite stellt ein Stück deutsch-amerikanischen Technologietransfers dar, wird es doch am Optical Services Center der University of Arizona zur Bildverarbeitung eingesetzt.

Diese neueren Systeme weisen laut Männer jeweils eine Rechenleistung von rund 30 VAX-Rechnern des Typs "750" (ohne Gleitkommaeinrichtung) auf und jedes läßt sich bei Bedarf auf bis zu 180 MB Hauptspeicher ausbauen. Derzeit arbeiten Männer und seine Männer an der Implementierung von 32-Bit-Mikroprozessoren vom Typ "68020" wobei schon jetzt auch der Einsatz des Gleitkomma-Zusatzprozessors "6888" ins Auge gefaßt wird.

Und obwohl man bereits zwei Betriebssysteme für diese doch recht ungewöhnliche Maschinerie - die übrigens bisher in Assembler programmiert wurde - zur Hand hat, soll nun auch noch Unix lauffähig gemacht werden.

Damit das System POLYP nicht nur wissenschaftlich gesehen etwas "bringt", sondern vielleicht auch wirtschaftlich, haben die Züchter dieser vielarmigen Rechenwerke sich mit einer Firma aus dem Heidelberger Technologiepark zusammengetan, den "Heidelberg Instruments". Sie will das System unter industriellen Aspekten überarbeiten und dann auf den Markt bringen. es