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21.08.1987 - 

Computerleistung im Aktenkoffer-Format:

Portable Computer erobern die Büros

Fast jeder Personal Computer, der in ein Büro einzieht, ist zunächst einmal ein Problem für seinen neuen Benutzer: Gleichgültig, ob er als Werkzeug oder als Produktivitätsverstärker verwendet werden soll - er ist immer zu groß, es sei denn, er dient als Prestigeobjekt. Mit Computern im Aktenkoffer-Format läßt sich wenigstens das Platzproblem lösen.

Das Original und alle Nachbauten im Industriestandard-Grau beanspruchen rund ein Viertel der Fläche eines normalen Büroschreibtischs; einige Exoten und vor allem der Wang-PC bescheren ihrem neuen Anwender böse Kopfschmerzen, wenn die Integration in eine harmonisch abgestimmte Bürolandschaft vollzogen werden soll. Könnte man sie nur unter dem Schreibtisch verschwinden lassen, aber dem widersetzen sich zu kurze Kabel und der Wunsch, zumindest den Ausschalter ohne akrobatische Übung zu erreichen.

Auch spezielle Arbeitstische für Personal Computer verlagern das Problem lediglich. Chefbüros verfügen zwar in der Regel über ausreichende zusätzliche Stellflächen, lassen ein solches Arbeitsmittel jedoch als Fremdkörper in der Palisanderumgebung erscheinen. Sachbearbeiterplätze hingegen gestatten zusätzliche Möbel nur unter Verzicht auf Bewegungsfreiheit. Drückend wird das Problem, wenn auch noch ein Drucker aufgestellt werden soll. Spätestens beim Einlegen neuen Endlospapiers erweist sich, daß Zugänglichkeit von allen Seiten eine der hervorstechendsten Anforderungen moderner Kompaktdrucker ist.

Leistung ist keine Frage des Gewichts mehr

Könnte es sein, daß der Einzug moderner Informationstechnik ins Büro Verzicht von den Beteiligten fordert: bessere Informationsqualität mit Hilfe eines Personal Computers, aber beengte Platzverhältnisse und eingeschränkte Bewegungsfreiheit?

Doch Leistung ist wirklich keine Frage von Abmessungen und Gewicht mehr, heute allerdings noch des Preises. Es macht schon einen Unterschied, ob man pro Kilo Computer 260 oder 3850 Mark ausgeben muß. Dabei ist der Kilopreis nicht unbedingt der gebotenen Leistung adäquat. Das Verhältnis von Gewicht zu Leistung bei der Datenverarbeitung hat sich in den vergangenen fünfzehn Jahren kontinuierlich verbessert.

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*Peter Steding, Diebold Deutschland GmbH, Frankfurt.

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Noch 1970 waren rund acht Zentner EDV, ein klimatisierter Raum und eine eigene Stromversorgung nötig, um Informationsbearbeitung betreiben zu können. Das kostete rund 200 000 Mark und machte meistens keinen Spaß.

1981 standen ähnliche Möglichkeiten bei 30 Kilogramm Gewicht für rund 16 000 Mark zur Verfügung - der Kilopreis EDV hatte sich dabei nur unwesentlich verändert. Die äußeren Abmessungen dieser als Personal Computer bezeichneten Geräte waren entsprechend dem Gewicht geschrumpft. Die Bezeichnung "Desktop" besagt jedoch lediglich, daß diese Geräte theoretisch auf einem Schreibtisch Platz finden - ob sie dort nun passen oder nicht.

Die Technik schreitet weiter fort: Etwa 1982 erschienen die ersten "Portables" auf dem Markt. Sie vereinigten alle Komponenten eines modernen Personal Computers in einem Gehäuse und vereinfachten somit den Transport erheblich. Das durfte jedoch nicht darüber hinwegtäuschen, daß die Technik nicht speziell verändert wurde - ob Stromversorgung, Datenanzeige oder Gewicht. Tragbar waren diese Geräte daher nur von kräftigen Personen über kurze Distanz. Sie können wir heute als eine bereits im Aussterben begriffene Zwischenlösung ansehen.

Bereits 1983 wurden erste Computermodelle vorgestellt, deren Bezeichnung auch sprachlich Assoziationen zum Schoßhund suggerierte: Laptop und Lapdog sind nicht allzuweit voneinander entfernt. Beide finden auf den Knien Platz und sind so empfindlich, daß sie nicht als Reisegepäck aufgegeben werden können. Während der Schoßhund jedoch ein Privileg älterer Damen ist, waren es technikbegeisterte Spezialisten, die bereit waren, erhebliche Summen in die neue Technologie zu investieren.

Laptops nutzen hochintegrierte Technik, um PC-Leistung auf Aktenkoffer-Format zu bringen. Sie sind ohne Rücksicht auf Kosten speziell auf niedriges Gewicht und geringe Abmessungen getrimmt. Der Kilopreis EDV schnellte bei den ersten Geräten auf über 3000 Mark empor.

Heute gibt es nicht ein Leistungsmerkmal moderner Mikrocomputertechnik, das nicht auch in einem Schoßcomputer zu finden wäre: Moderne Prozessoren machen die Aktenkoffer fast so schnell wie einen Supercomputer, große Arbeitsspeicher erlauben gleichzeitige Bearbeitung verschiedener Anwendung, und die Massenspeicherkapazität reicht zur Aufnahme von rund 5000 Schreibmaschinenseiten Text - alles bequem auf dem Schoß zu halten und jederzeit zur Verfügung.

Bequem auf dem Schoß

Aber ein solcher Computer muß nicht unbedingt auf dem Schoß gehalten werden. Jetzt, wo er erwachsen geworden ist, spricht nichts dagegen, ihn auch in die Büros einziehen und dort die Aufgaben seiner Großeltern übernehmen zu lassen. Wer also mit der Beschaffung seines persönlichen Mikrocomputers für das Büro noch etwas warten will, dem wird sich das Problem der Unterbringung wohl nie stellen. Wahrscheinlich kann er dann auch die Farbe entsprechend der Möbel wählen und damit den Mikrocomputer endlich als vollwertiges Mitglied in die Bürolandschaft integrieren.

Beschäftigen wir uns mit dem Markt für tragbare Computer etwas näher. Sechsundzwanzig Hersteller und Vertreiber sind auf dem deutschen Markt präsent. Ihr Angebot reicht von bereits etwas antiquierten Portables mit rund 16 Kilogramm Gewicht bis zu modernen Leichtgewichten wie Toshibas 3100. Technik, die dem Stand heutiger Standard-PCs der XT-Klasse entspricht, bieten lediglich zehn Lieferanten; und noch sind es nur sehr wenige, die sich in die oberste Leistungsklasse des IBM PC AT vorgewagt haben.

Aber der Trend ist unübersehbar: Noch Anfang 1986 beschränkte sich die Massenspeicher-Ausstattung der Schoßcomputer auf Disketten-Laufwerke. Zunächst waren das noch die herkömmlichen 5?-Zoll-Geräte, aber bald darauf erschienen Geräte mit dem neuen schnellen 3,5-Zoll-Laufwerk - ermutigt durch IBM, deren Convertible auch mit diesen Geräten ausgestattet ist.

Zur Hannover-Messe wurden dann die ersten Geräte mit eingebauter Festplatte vorgestellt; im Mai zogen weitere Hersteller, unter anderem Data General mit dem DG One Modell 2, nach, und zur Orgatechnik standen bereits fünf Modelle mit zwanzig Megabyte eingebauter Kapazität zur Verfügung.

Geringen Strombedarf mit niedrigem Gewicht kombiniert

Als Anzeigeeinheit dominiert heute nach wie vor die Flüssigkristall-Anzeige (LCD). Sie verbindet geringen Strombedarf mit niedrigem Gewicht und wäre prädestiniert für die Tragbaren, wenn nicht die Abhängigkeit von externen Lichtquellen wäre: Fehlt die entsprechende Beleuchtung von vorn oder auch von hinten, so tappt der Anwender wirklich im dunkeln.

Einen Ausweg bieten die Elektrolumineszenz-Anzeigen, die bei jedem Licht uneingeschränkte Ablesbarkeit gewährleisten und in ihrer Auflösung den Bildschirmen der Tischcomputer durchaus ebenbürtig sind. Ihr Stromverbrauch ist allerdings erheblich höher, so daß beim Betrieb ohne Netzversorgung zusätzliche Batterien erforderlich sind.

Wann aber ist schon der Betrieb ohne Netzanschluß erforderlich? Einen Hinweis liefern die bevorzugten Anwendungsgebiete portabler Computer. Tragbare Computer sollten in ihren ersten Ausführungen den Transport erleichtern. So wurden Rechner, Speicher, Anzeigeeinheit und Tastatur in einem Gehäuse zusammengefaßt, daß auch noch gegen Regengüsse geschützt wurde. Zum Betrieb genügte eine Steckdose, und der Aufbau erfolgte in Sekunden: Anstatt zahlreiche Teile über verwirrende Kabel zu verbinden, brauchte der Benutzer eines transportablen Computers nur den Deckel von der Anzeigeeinheit, der auf der Innenseite die Tastatur enthielt, aufzuklappen, das Gerät einzuschalten und mit seiner Arbeit zu beginnen.

Nicht recht ernst zu nehmen war die Werbebotschaft, der moderne Manager könne seinen Computer überallhin mitnehmen. Denn zum einen hatten und haben Manager keinen Computer, sondern Sachbearbeiter. Zum anderen war das Köfferchen mit siebzehn Kilo Gewicht wirklich nur auf kurze Distanz tragbar. Ausschließlich für Kalkulationsaufgaben waren Pocketcomputer bestimmt, die speziell für Finanzberater und Techniker ausgelegt waren. Sie fanden ihre Anwendung bei Architekten, Statikern, Anlageberatern und Versicherungsagenten.

Wirklich für den mobilen Einsatz geeignet waren dann die ersten Laptops wie der Apple 2c, der Epson PX4/PX8 und der Sharp MZ 700. Mit Betriebssystem und Massenspeicher ausgestattet, konnten sie vor Ort auch für Rechenvorgänge in Tabellenform, Datenabfrage und Textbearbeitung eingesetzt werden. Wer aber braucht so etwas?

Rund 160 000 Architekten und Bauingenieure, 60 000 Versicherungsagenten, 50 000 Steuer- und Unternehmensberater, 15 000 Handelsvertreter, 80 000 Publizisten und 10 000 Werbefachleute verbringen zumindest einen Teil ihrer Arbeitszeit unterwegs. Hinzu kommen noch rund 40 000 Auslieferungsfahrer, von denen ein beträchtlicher Teil sein Verkaufsgeschäft selbständig abwickelt. Zusammen sind das insgesamt rund 400 000 potentielle Anwender tragbarer Computer.

Hinzu kommt die große Zahl von Sachbearbeitern aus Stab und Linie, die in Erfüllung ihrer normalen Berufstätigkeit gelegentliche Reisen in Kauf nehmen müssen oder genießen dürfen. Zählen wir nur jene, die Mittel- und Großbetrieben zuzuordnen sind, kommen wir auf die stattliche Anzahl von rund 800 000, von denen rund zehn Prozent auch außerhalb ihres Büros arbeiten.

Interessanter ist hingegen die Frage, wie viele der unterwegs Tätigen zur Ausführung ihrer Arbeit einen Computer brauchen. Nehmen wir an, es sei rund ein Drittel aller Reisenden. Damit kommen wir auf beachtliche 160 000 potentielle Anwender eines tragbaren Computers.

Wenig Rätsel bei Bauanwendungen

Welche Aufgaben gibt es überhaupt, die als Computeranwendung an wechselnden Einsatzorten verrichtet werden müssen? Architekten und Bauingenieure geben die wenigsten Rätsel auf, denn sie waren und sind eine Fundgrube für die Verkäufer von Mikrocomputern. Wie ernst zu nehmen die Herstellerwerbung jedoch ist, die Massenermittlung oder die Korrektur der Detailzeichnung müsse an der Baustelle direkt erfolgen, wissen Architekten und Bauingenieure am besten.

Versicherungsagenten können sich ihr Verkaufsgespräch, aber auch die Schadensabwicklung beim Kunden erheblich erleichtern, wenn sie alle Daten des Kunden, die Berechnungsverfahren für Ersatzleistungen oder Prämientabellen greifbar haben und auch direkt Alternativen durchrechnen lassen können. Auch Anlageberater wirken professioneller, wenn die Renditerechnung für ein Abschreibungsgeschäft oder die Steuerersparnis beim Erwerb von Werftanteilen auf dem Bildschirm eines Computers statt als Bleistiftzahl auf einem Blatt Papier erscheint.

Handelsvertreter profitieren von der Möglichkeit, Geschäfte sofort in verschiedenen Variationen durchzurechnen und auch Daten anderer, ähnlicher Geschäfte zum Vergleich parat zu haben. Für Werbeleute kann der mit dem Kunden gemeinsam vorgenommene Media-Mix und seine Auswirkungen einen Wettbewerbsvorteil bieten. Und für Sachbearbeiter ist es ein erheblicher Vorteil, die im heimischen Büro vorbereiteten Kalkulationen bei einer auswärtigen Besprechung jederzeit mit neuen Variablen nachrechnen zu können.

Eines jedoch stellt sich bei der Analyse aller Anwendungen für unterwegs heraus: Abgesehen vom Verkaufsfahrer, der nach erfolgtem Geschäft sofort seinen Tragbaren im Lkw-Cockpit mit den Daten seines Klienten füttert, haben alle Anwender am Einsatzort in irgendeiner Form einen Netzanschluß zur Verfügung. Ob im Hotel, in einem fremden Büro oder in der Wohnung eines Kunden: Eine Steckdose ist immer in der Nähe - und wenn der Fernseher vorübergehend entstromt werden muß. Natürlich ist es bequemer, vom Sessel aus zu arbeiten und nicht die Nähe einer Steckdose suchen zu müssen. Moderne Wohnungen und Büros stellen jedoch fast an jeder Stelle einen Anschluß zur Verfügung. Für die Hersteller tragbarer Computer bedeutet das möglicherweise eine Abkehr von der bisherigen Argumentation des Nutzens der Laptops.

Abkehr von bisheriger Argumentation

Bislang lag der Schwerpunkt neu vorgestellter Geräte auf geringen Abmessungen und niedrigem Gewicht, vor allem anderen jedoch auf der Netzunabhängigkeit - damit der Laptop eben wirklich auf den Knien gefüttert werden kann, egal, wo man sich gerade befindet. Hersteller, die dieses Kriterium nicht erfüllen konnten, fühlten sich fast zu Entschuldigungen verpflichtet. Weitaus wichtiger scheint aus dem Bedarf des potentiellen Anwenderkreises jedoch zu sein, daß keine Leistungsabstriche gegenüber Auftischgeräten gemacht werden müssen; daß die Tastatur auch mit Fingern bedienbar ist und keine Kompromisse hinsichtlich des Komforts fordert, daß die Anzeige unabhängig von der Umgebung funktioniert und vor allem, daß die erfaßten und bearbeiteten Daten auf einem beliebigen anderen Rechner weiterbearbeitet werden können.

Eine interessante Zusatzfunktion bietet Ericsson mit ihrem PPC: Ein integrierter Akustikkoppler erlaubt es, von jedem Telefon der Erde aus mit einer Zentrale, einem Netzwerk oder einer Datenbasis Kontakt aufzunehmen.

Netzunabhängigkeit ist somit ein Argument, dessen Bedeutung im Massenmarkt tragbarer Computer keine Relevanz hat. Natürlich gibt es reisende Journalisten, die auch am Strand tippen wollen. Dafür jedoch genügt ein anspruchsloses Gerät, das Texte eingeben, korrigieren und übermitteln läßt. Es muß kein AT sein. Ein M10 von Olivetti tut es auch.

Damit erschließen sich jedoch den Herstellern tragbarer Computer völlig neue Anwenderkreise. Der Hochleistungs-Laptop ist eben nicht die Schreibmaschine für den Strand und auch nicht der Taschenrechner für das Flugzeug, wohl aber das transportable Gedächtnis und das mobile Kalkulationswerkzeug. Mehr noch: Er ist die bürofreundliche Alternative zu Auftisch-Computern, die einen Schreibtisch vollständig belegen. Mit der Aufnahme von Büroarbeitern in die Zielgruppe portabler Computer verzwanzigfacht sich das Potential dieser Produktgruppe: Nicht nur 160 000 mobile Anwender kommen als Abnehmer in Frage, sondern gleichermaßen die rund neun Millionen Bürobeschäftigten. Ihre Einbeziehung schafft die Voraussetzung für die noch recht optimistischen Absatzprognosen der Hersteller.

Laptop-Markt zeigt beachtliche Dynamik

Die Marktentwicklung seit Einführung der Laptops zeigt eine beachtliche Dynamik: 1983, als lediglich Apple, Epson und ein paar Exoten solche Geräte anboten, waren schon rund 8000 Käufer bereit, einen tragbaren Computer zur erwerben, wenn auch die angebotenen Leistungen recht mager waren. 1984 konnten schon 11 000 Laptops abgesetzt werden; 1985 kletterte die Zahl auf rund 17 000. Bis zum September 1986 meldeten die Anbieter rund 20 000 abgesetzte tragbare Computer. Das bedeutet, daß bis zum Jahresende knapp 29 000 Laptops einen Käufer gefunden haben werden. Damit werden 1986 rund zehn Prozent des Gesamtabsatzes professioneller Mikrocomputer bereits auf die Laptops entfallen.

In den kommenden Jahren wird der Anteil der heutigen Schoßcomputer am Gesamtabsatz kontinuierlich steigen. Wenn wir die von Diebold prognostizierte Absatzentwicklung aller professionellen Mikrocomputer mit der Absatzprognose tragbarer Systeme vergleichen, so steigt der Anteil portabler Mikrocomputer kontinuierlich an: Rund 30 Prozent aller ausgelieferten Rechner werden im Jahr 1991 Laptops sein. Damit einhergehen wird eine Änderung der Definition und wahrscheinlich auch der Bezeichnung: Der heute als Laptop bezeichnete Schoßcomputer wird per Definition zum Kompaktgerät für den Büroeinsatz, bei dem Integration in die Büroumgebung wesentlichstes Argument sein wird.

Streit um den Platz auf dem Schreibtisch

Der Bestand in Gebrauch befindlicher Laptops wird von 54 000 Einheiten Ende 1986 auf rund 240 000 Stück Ende 1991 steigen. Unter der Annahme, daß jeder der 160 000 potentiellen Unterwegs-Anwender ein Gerät im Einsatz haben wird, werden dann bereits rund 80 000 Laptops in die Büros eingezogen sein, wo sie herkömmlichen Desktops den Platz auf dem Schreibtisch streitig machen. Wahrscheinlich aber werden es noch mehr sein, die nicht von einer Steckdose zur anderen wandern müssen.

Langfristig steht zu erwarten, daß der Mikrocomputer fester Bestandteil der Ausstattung eines Büroarbeitsplatzes wird. Seine Ausführung wird sich jedoch geänderten Anforderungen hinsichtlich Ergonomie und der Bürofunktionen anpassen müssen. Äußere Abmessungen und Geräuschentwicklung werden dabei genauso wichtig sein wie die mögliche Integration in Kommunikationsnetze.

Ist heute der integrierte Akustikkoppler des Ericsson PPC eine Einrichtung, die speziell für mobilen Betrieb ihre Bedeutung hat, wird es in zukunft der Anschluß an die digitale Telefonnebenstellenanlage oder ein lokales Netzwerk sein, der die Einbindung des Arbeitsplatz-Mikrocomputers in die Bürokommunikation ermöglicht. Dabei werden Rechner im Format heutiger Laptops eine Zwischenlösung darstellen, die ergonomische Merkmale mit Kommunikationseigenschaften verbinden. Ihre Nutzung als intelligentes Telefon wird heute schon an der Ausführung des Minitel von Siemens sichtbar.

Funktionale Erfordernisse stehen im Vordergrund

Zukünftig wird die Ausstattung des Büroarbeitsplatzes nach funktionalen Erfordernissen gestaltet sein: Eine Anzeigeeinrichtung, die zur Darstellung aller benötigten Informationen von der Rufnummer eines Gesprächspartners bis zum Dokument vom Hintergrundsystem geeignet ist; eine Tastatur, über die eine Rufnummer gewählt, eine Datenbank abgefragt oder eine Kalkulation vorgenommen wird und Einrichtungen zur akustischen Kommunikation. Alles zusammen läßt sich heute schon in einen Büroschreibtisch so integrieren, daß die Arbeitsfläche freibleibt. Die Hersteller spezieller Terminal- und Mikrocomputertische können sich der technologischen Entwicklung anpassen und Möbel anbieten, die speziell für die Aufnahme dieser neuartigen Komponenten zugeschnitten sind. Und der zukünftige Anwender eines solchen Mikrocomputers wird in jedem Fall von dem Problem befreit sein, sich Gedanken über die Unterbringung seines Geräts machen zu müssen.