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19.10.2001 - 

IT in der öffentlichen Verwaltung/Deutsche Außenwirtschaft transparent gemacht

Portal in den gobalen Markt

Deutsche Unternehmen, die ihr Geld im Außenhandel verdienen, haben eine Menge zu beachten: Zollvorschriften, Ausfuhrbeschränkungen oder Umweltschutzbestimmungen sind von Land zu Land unterschiedlich und müssen penibel eingehalten werden. Dabei hilft die Bundesagentur für Außenwirtschaft, die wichtige Informationen über Auslandsmärkte bereithält - inzwischen auch via Internet. Von Alexander Hirschle*

Die deutsche Außenwirtschaft wird durch ein vielfältiges Angebot von Informationen, Förderprogrammen und anderen Serviceleistungen unterstützt. Um die Transparenz zu erhöhen und den Unternehmen einen schnelleren Zugriff auf relevante Daten zu ermöglichen, initiierte das BMWi das Internetportal "Ixpos". Denn: Geschwindigkeit und Flexibilität sind im Außenhandel allerhöchstes Gebot und häufig entscheidend im globalen Wettbewerb. Im Verbund mit dem Auswärtigen Amt und den Spitzenverbänden der deutschen Wirtschaft entstand so eine zentrale Plattform für die Außenwirtschaft. Die BFAI als Servicestelle des BMWi wurde mit der Ausschreibung sowie der Betreuung des Projekts beauftragt und ist heute für die inhaltliche Koordination des Portals zuständig.

Anforderung: Dezentrales RedaktionskonzeptDie Vorstellungen des BMWi von dem neuen Portal waren klar umrissen: Die Masse der zur Verfügung stehenden Informationen musste so aufbereitet und strukturiert werden, dass die Anwender sich schon beim ersten Besuch der Seite intuitiv zurecht finden können. Besonders wichtig war den Verantwortlichen, dass unabhängige Redakteure in den einzelnen, bundesweit verteilten Institutionen ihren Content selbständig und direkt ergänzen sowie aktualisieren können.

Ende September 2000 erhielt die Agentur Eskatoo grünes Licht zur Realisierung des Projekts. Sie empfahl als Content-Management-System den Content Manager der Gauss Interprise AG. Nicht Computerexperten sollten die Inhalte pflegen, sondern Mitarbeiter aller beteiligten Organisationen - ohne besondere Spezialkenntnisse erlernen zu müssen.

Als Erstes galt es, alle beteiligten Organisationen und ihre Arbeit in ein Gesamtkonzept zu überführen. Nachdem anfangs 15 Institutionen in der Portalstruktur abgebildet waren, erfolgte die Installation des Systems. So ging Ixpos am 8. Februar 2001 ans Netz. Server-Betriebssystem ist Linux mit Festplattenlaufwerk, 1 GB RAM und einem auf 800 MHz gesetzten Pentium-III-Prozessor.

Eine wichtige Anforderung war die Möglichkeit, das System kontinuierlich auszubauen und ohne großen Aufwand immer mehr Organisationen in das Portal einzubinden. Für die erste Phase erwies sich die Installation der Entry-Version des Content Manager mit fünf Lizenzen als ausreichend. Innerhalb kurzer Zeit wurde das System jedoch auf zehn Lizenzen erweitert. Heute sind rund 50 Ministerien, Behörden, Verbände und weitere Institutionen angeschlossen. Das System hat also seit seinem Start einen rasanten Ausbau erlebt und wird auch in Zukunft weiter wachsen.

Ein entscheidender Faktor für den Erfolg war das dezentrale Redaktionskonzept des Informationsportals. Jede Behörde, jeder Verband und jede Organisation kann sich hier direkt und selbst um den eigenen Content kümmern. Das heißt: Es gibt keine Reibungs- und Zeitverluste durch den Umweg über eine zentrale Redaktion. Dabei regelt ein Personalisierungssystem, wer auf welche Bereiche des Portals zugreifen und Content einstellen oder in welcher Phase verändern darf. Über das System werden den einzelnen Redakteuren Rechte für ihre Bereiche zugeteilt, um auf der Site die Inhalte einzupflegen. Sie entleihen die Seite über die entsprechenden Java-Applets vom Server, bearbeiten diese mit ihrem gewohnten Editor, einem beliebigen Textverarbeitungssystem, und stellen sie dann wieder in das System. Über den Workflow-Mananger geht das Dokument an einen Redakteur bei der BFAI, der für die Qualitätssicherung und Freigabe zuständig ist. Erst danach kommt der Text über den Workflow automatisch zur Veröffentlichung. Die dezentrale Content-Pflege und das Qualitätssicherungssystem waren wichtige Argumente für diese Lösung.

Optimierte Beratung: Rubriken für alle FälleIxpos bietet eine Vielzahl von praxisorientierten Beratungs- und Informationsangeboten in unterschiedlichen Rubriken. In Länder & Branchen beispielsweise findet der Nutzer Wirtschaftsdaten, Marktanalysen und wichtige Hinweise für Handel und Investitionen, unter Termine & Veranstaltungen alles Wissenswerte über Messen, Delegationsreisen sowie Informations- und Kooperationsbörsen zum Thema Außenwirtschaftsförderung. Darüber hinaus lassen sich im Menüpunkt Adressen & Kontakte Anschriften von Im- und Exporteuren, Messeveranstaltern, Auslandshandelskammern und Botschaften recherchieren. Datenbanken helfen hier bei der individuellen Geschäftspartnervermittlung. Kooperationen & Geschäftsformen bieten allgemeine Informationen zu den Fördermöglichkeiten für ihre Auslandsprojekte, in Finanzierung & Rechtsfragen gibt es juristische Beratung und Informationen für die Umsetzung konkreter Auslandsgeschäfte. Im Menüpunkt Unterstützung vor Ort findet der User die Ansprechpartner bei der Umsetzung seiner Projekte im Ausland.

Interessante Perspektiven für internationale Engagements bietet die Rubrik Markt des Monats, in der ausgewählte Länder und Branchen, die Geschäftschancen sowie die Instrumente der Außenwirtschaftsförderung - speziell zugeschnitten auf den betrachteten Markt - vorgestellt werden.

Wachsende Nutzerzahlen und positives EchoDer Erfolg des Portals spiegelt sich auch in den Nutzerzahlen wider: Seit Mai dieses Jahres gibt es hier monatliche Wachstumsraten von 20 Prozent. Im August 2001 hatte das Portal 7500 Nutzer mit 53000 Pageviews - Tendenz steigend.

Dementsprechend erhalten die Macher durchgehend positives Echo seitens der Anwender und der beteiligten Mitglieder. Innerhalb weniger Monate hat sich die Informationsplattform des BMWi zu einer festen Institution der deutschen Außenwirtschaft gemausert. Dabei zählt der langfristige Erfolg bei den Unternehmen. Denn: Ist ein Fragenkomplex erfolgreich beantwortet, greifen Nutzer wahrscheinlich nicht gleich am nächsten Tag wieder zu. Aber sie kommen wieder, wenn sie auf neue Fragen und Probleme stoßen.

Der Ausbau ist in vollem GangeDas Portal ist auf weiteres kräftiges Wachstum ausgelegt. Das BMWi will in absehbarer Zeit weitere Institutionen einbeziehen, die ihre Inhalte in das Portal einbringen. Darüber hinaus ist die Einführung der "VIP Intelligent Templates and Forms" von Gauss angedacht. Mit dieser Software für die formularbasierende Eingabe von Web-Inhalten, die Navigation und Content dynamisch verknüpft, lassen sich Webpages recht komfortabel pflegen.

*Alexander Hirschle ist Leiter der Stabsstelle Serviceverbund Außenwirtschaft bei der Bundesagentur für Außenwirtschaft (BFAI).

50 InstitutionenIm Außenwirtschaftsportal Ixpos sind rund 50 Bundes- und Landesministerien, Institutionen und Verbände zusammengeschlossen. So unter anderem:

-für Wirtschaft und Technologie (BMWi),

-Auswärtiges Amt (AA),

-Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ),

-Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit (BMU),

-Wirtschaftsministerien der Bundesländer

-Bundesagentur für Außenwirtschaft (bfai),

-Außenhandelskammern (AHK): 115 in 77 Ländern,

-Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI),

-Deutscher Industrie- und Handelskammertag (DIHK),

-Industrie- und Handelskammern (IHK),

-Zentralverband des Deutschen Handwerks (ZDH),

-Bundesarchitektenkammer e.V. (BAK),

-Bundesverband der Deutschen Luft- und Raumfahrtindustrie e.V. (BDLI),

-Bundesverband des Deutschen Groß- und Außenhandels (BGA),

-Hauptverband der deutschen Bauindustrie e. V. (HDBI),

-Verband Chemischer Industrie (VCI),

-Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau e. V. (VDMA),

-Verband der deutschen feinmechanischen und optischen Industrie (Verband F+O),

-Verband der Deutschen Messewirtschaft e. V. (AUMA),

-Zentralverband des Deutschen Baugewerbes (ZDB),

-Zentralverband Elektrotechnik- und Elektronikindustrie (ZVEI),

-Deutsche Investitions- und Entwicklungsgesellschaft mbH DEG,

-Hermes Kreditversicherungs-AG,

-Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW),

-PwC Deutsche Revision sowie

-fünf Ländervereine und

-fünf Regionalinitiativen.