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15.04.1994

Portierung von Power-PC-Software verzoegert sich Absatz von Power-Macs in den USA uebertrifft die Erwartungen

MUENCHEN (CW) - In den USA verkaufen sich Apples Power-Macs besser als erwartet. Nach den Berichten einiger Distributoren wurden selbst optimistische Einschaetzungen uebertroffen. Sollte der Trend bis Ende des Jahres anhalten, stiege Apples Umsatz in nie gekannte Hoehen.

Seit dem Startschuss am 14. Maerz 1994 floriert das Geschaeft mit Power-Macs. Nach einem Bericht des "Wall Street Journal" sind einige US-Haendler bereits ausverkauft. "Wir haben alle 20 Power- Macintosh-Rechner aus der ersten Lieferung verkauft", sagte Donya Mullins, Miteigentuemerin einer Microage-Filiale in Greensboro.

Bei Ingram Micro, einer Grosshandelsfirma in Santa Ana, bietet sich das gleiche Bild: Die ersten Power-Mac-Rechner sind bereits ausgeliefert, wer jetzt bestellt, muss mit einigen Tagen Wartefrist rechnen. "Wir registrieren eine grosse Nachfrage nach Apples Power- PC-Rechnern und erwarten, dass das Interesse noch einige Zeit so stark bleibt", sagte Dave Jaskulke von Ingram Micro.

In Deutschland kommentieren zur Zeit weder Apple noch der Distributor Vobis die bisherigen Umsaetze. Inoffiziell war aber zu hoeren, dass die Nachfrage zwar stark sei, Lieferschwierigkeiten wie in den USA aber nicht zu erwarten seien.

Hier wie dort sind allerdings die Ergebnisse bislang mit Vorsicht zu geniessen. Erfahrungsgemaess sind die Kaeufer der ersten Stunde Freaks, die unbedingt die neue Technik haben wollen. Ein US- Distributor bestaetigte, dass die Power-Mac-Kaeufer Stammkunden seien, die mehr Rechenleistung brauchen, als Apples Geraete bisher bieten konnten. Die Nachfrage koenne sich aber weiter steigern, wenn mehr Programme an den Power-PC-Prozessor angepasst wuerden.

Ob die Software aber wirklich so schnell portiert wird, laesst sich nicht vorhersagen. Die anfaengliche Euphorie der Softwarehaeuser ist verflogen, weil die Power-PC-Rechner von IBM und Apple unterschiedliche Anforderungen an die Software stellen.

Sowohl IBMs Powerstation 250 als auch Apples Power-Mac basieren zwar auf dem Power-PC-Prozessor, doch das Design der Hauptplatinen ist so unterschiedlich, dass zur Zeit noch kein Betriebssystem oder Anwendungsprogramm auf beiden Rechnern genutzt werden kann.

Eine einvernehmliche Loesung dieses Problems durch IBM und Apple ist laut der CW-Schwesterpublikation "Infoworld" nicht vor Juni dieses Jahres zu erwarten. Geklaert werden muss, ob und wie Apples System-Bus "Nubus" und die Netzhardware "Appletalk" unterstuetzt werden. Einigen sich die beiden Firmen nicht, sind Softwarehaeuser gezwungen, ihre Programme in einer Version fuer IBMs Power-PC- Rechner und einer fuer Power-Macs anzubieten - eine Aussicht, die zum Beispiel Sun davon abhaelt, das Betriebssystem Solaris an den Power-PC-Prozessor anzupassen. Sun-Chef Scott McNealy gab in dieser Woche offiziell bekannt, dass Solaris erst dann portiert wuerde, wenn Apple und IBM ihre Power-PC-Rechner vereinheitlicht haetten.