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15.11.1991 - 

Aktienkurs sank seit Anfang 1991 um zwei Drittel

Positive Überraschungen sind bei Compaq kaum zu erwarten

Compaq richtet sich - im Vergleich zur Konkurrenz - mit zirka einjähriger Verspätung auf die veränderten Rahmenbedingungen der Hardware-Industrie ein. Als Folge des dadurch anfallenden Restrukturierungsaufwandes schrieb das Unternehmen im dritten Quartal 1991 rote Zahlen. Bereinigt man den Verlust von 70 Millionen Dollar um den außerordentlichen Restrukturierungsaufwand, verbleibt im dritten Quartal ein operativer Gewinn von 17 Millionen Dollar.

Im Vorjahresquartal waren im gleichen Zeitraum noch 124 Millionen Dollar verdient worden. Für die ersten drei Monate ergibt sich ein Gewinn je Aktie von 72 Cent, verglichen mit 3,62 Dollar im vergleichbaren Vorjahreszeitraum.

Die Entwicklung des Aktienkurses spiegelt den Ertragsverfall wider. Der Wert der Compaq-Notiz hat sich seit Anfang 1991 beinahe gedrittelt. Ist jetzt der Zeitpunkt der Rückkäufe gekommen?

Als zuverlässiger Frühindikator für die Kursentwicklung bei Compaq hat sich das Verhalten der Insider erwiesen. In den USA sind Unternehmens-Insider verpflichtet, der Börsenaufsicht Käufe und Verkäufe von Aktien solcher Unternehmen zu melden, bei denen sie Insider sind. Die Anforderungen an diese Berichtspflicht sind, je nach Stellung des Insiders, innerhalb des Unternehmens abgestuft. Die Mitwirkung der Börsenaufsicht kann soweit gehen, daß Vorstandsmitglieder vor dem Verkauf persönlich gehaltener Aktien des Unternehmens, dem sie verstehen, die Zustimmung der Börsenaufsicht einholen müssen.

Seit April 1990 waren Compaq-Insider außer im Oktober 1990 ständig auf der Verkäuferseite. Daran hat sich bis heute nichts geändert. Auch im Oktober 1991 erhöhte sich die Zahl der netto leerverkauften Compaq-Aktien um 200 000 auf 2,4 Millionen Stück. Dies bedeutet, daß die Compaq-Insider per saldo mehr Compaq-Aktien verkauft haben, als sie besitzen. Solche Leerverkäufe (Baissespekulation) sind in den USA möglich.

Solange sich an dieser negativen Einschätzung der zukünftigen Kursentwicklung der Compaq-Aktie durch die Unternehmens-Insider nichts ändert, ist es trotz des im historischen Vergleich scheinbar niedrigen Kursniveaus für Käufe zu früh. Daran ändert weder die jetzt vorgenommene Vorsorge für Restrukturierungsaufwendungen etwas noch der Wechsel im Vorstandsvorsitz - im Gegenteil: Das Beispiel Philips zeigt, daß neue Besen zunächst einmal kräftig kehren und nicht nur die Belastungen, die in der Vergangenheit entstanden sind, aufscheinen lassen, sondern negative Erwartungen überrealistisch darstellen, um für die Zukunft zusätzlichen Handlungsspielraum zu erhalten. Vor diesem Hintergrund kann man davon ausgehen, daß Compaq in nächster Zeit nicht mit positiven Überraschungen aufwarten wird.

Die Branche rechnet für das vierte Quartal mit einem Gewinn von zirka 75 Cent. Daraus errechnet sich ein Jahresgewinn von knapp 2,5 Dollar für 1991. Vor dem Hintergrund des Management-Wechsels könnte diese Erwartung für das vierte Quartal zu optimistisch sein. Trotz der Kursdrittelung sollten Käufer Compaq weiter meiden.