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28.08.1987 - 

US-Anbieter setzen sich gegen DoD durch:

Posix soll SVID aus dem Feld schlagen

WASHINGTON (CWN) - In ihrer Unix-Auseinandersetzung mit dem US-Verteidigungsministerium (DoD) können die amerikanischen Softwareanbieter einen strategischen Erfolg verzeichnen. Statt der AT&T-eigenen System V Interface Definition (SVID) dürfte künftig der potentielle neue Standard "Posix" verbindliche Forderung bei SW-Ausschreibungen sein.

Als Ursache für diesen Richtungswechsel des Pentagon werten amerikanische Branchenkenner eine Protestaktion der unabhängigen SW-Anbieter (siehe auch CW Nr. 30 vom 24. Juli 1987, Seite 1). Die Forderung nach einem absolut SVID-kompatiblen Betriebssystem, so monierten die Softwerker mit Digital Equipment als Stimmführer, stelle für AT&T einen nicht zu rechtfertigenden Wettbewerbsvorteil gegenüber der Konkurrenz dar.

Testfall für die Neuorientierung des DoD in Sachen Unix sei die Auftragsvergabe für ein Upgrade des "Army Command and Control System" (ACCS), heißt es in DoD-nahen Kreisen. Der Ausschreibungsentwurf für das auf zwei Milliarden Dollar geschätzte Projekt machte zunächst SVID-Kompatibilität zur zwingenden Voraussetzung für die Bewerber. Daraufhin entschlossen sich mehrere Interessenten aus dem SW-Bereich kurzfristig, ihre Offerten gar nicht erst einzureichen, da nur ein AT&T-eigenes Unix-Derivat dieser Forderung entsprechen könne.

Dieser Auslegung widersprach jetzt ein Sprecher der Army vehement. "Für uns stellte die Forderung nach SVID-Kompatibilität lediglich eine Zwischenlösung dar, da 'Posix' noch nicht offiziell als Standard verabschiedet ist", erklärt Colonel John Keane. "Das Problem war, Posix-Kompatiblität zu spezifizieren, ehe die offizielle Spezifikation des Standards vorlag. Keineswegs wollten wir aber Versionen von Berkeley-Unix oder andere Ansätze, die ebenfalls zu Posix führen, von der Ausschreibung ausschließen."

Neben Posix werden noch weitere vier Punkte für die Auftragsvergabe maßgeblich seine. Verwendung der Programmiersprache "Ada", Einsatz von SQL als Abfragesprache sowie Protokolle und lokale Netze, die der Open Systems Interconnection (OSI) entsprechen.