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30.08.1985 - 

Diebold erwartet Aufschwung, aber:

Post muß günstige Btx-Bedingungen schaffen

WIEN (apa) - Wie auch in der Bundesrepublik wird Bildschirmtext bisher in Österreich hauptsächlich für kommerzielle Zwecke genutzt. Die Anzahl der privaten Teilnehmer, die ursprüngliche Zielgruppe von Btx, liegt derzeit noch unter acht Prozent.

Mit der Einigung der Sozialpartner über die Prinzipien für das zukünftige Btx-Gesetz wurden kürzlich günstige Ausgangsbedingungen für den österreichischen Bildschirmtext-Regeldienst geschaffen. Die technischen Vorbereitungen schloß die österreichische Post- und Telegraphenverwaltung (ÖPTV) Anfang Juni mit der Umstellung des bisherigen Btx-Standards auf den neuen europäischen Cept-Standard ab. Erstmals wurden im März dieses Jahres mehr als 3000 Btx-Teilnehmer gezählt.

In einer vom Marktforschungsinstitut Diebold herausgegebenen Studie über die Zukunft des Informationsmediums werden bis zum Ende dieses Jahrzehnts hohe Wachstumszahlen prognostiziert.

Bis 1990 rechnet die Post - die ihre ursprünglichen Planungswerte nach unten revidieren mußte - mit jährlichen Zuwachsraten von 80 Prozent. Demzufolge müßten bis dahin insgesamt 80 000 Neu-Anschlüsse vergeben werden. Nach der Beurteilung von Diebold kann dieses von der ÖPTV gesetzte Ziel allerdings nur unter bestimmten Voraussetzungen erreicht werden. Es müßten optimale Rahmenbedingungen wie Verbesserung der Qualität und des Umfanges des Programmangebotes, Einschaltung von größeren privaten Benutzergruppen ins Btx-System sowie günstige Entwicklung der Benutzergebühren geschaffen werden.

Gegenwärtig wird Bildschirmtext in Österreich primär im "professionellen" und "semiprofessionellen" (Anwender, die diesen Postdienst sowohl für gewerbliche als auch für private Zwecke nutzen) Bereich eingesetzt. Besonders stark - mit über 30 Prozent - sind die Banken in der Btx-Szene vertreten. Eine gesetzliche Einschränkung des "Homebanking" über Videotex wäre für die Geldinstitute ein harter Schlag.

Es ist abzusehen, daß Bildschirmtext in Österreich in den achtziger Jahren noch schwerpunktmäßig kommerziell genutzt wird. Dies könne sich nach Meinung der Marktbeobachter bei Diebold nur dann ändern, wenn die Post das Btx-System für Privatpersonen attraktiver gestalten würde.