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Aufträge für Voice-Mail-Projekt erhielten Siemens, DeTeWe und SEL:


09.08.1985 - 

Post plant öffentliche "Sprachkonserven"

MÜNCHEN (sch) - Die Weichen für einen "Probelauf" von Sprachspeichersystemen im öffentlichen Telefonnetz ab April 1986 hat jetzt die Deutsche Bundespost gestellt.

Einen Auftrag über die Lieferung von einschlägigen Geräten, die nach dem Prinzip des "elektronischen Briefkastens" arbeiten, erhielten nach Aussagen der Postpressestelle die drei Unternehmen Siemens, SEL und DeTeWe.

Die "Sprachkonserven" sollen die zeitversetzte telefonische Zustellung gesprochener Mitteilungen über einen Computer als Zwischenstation realisieren. Der Empfänger könne die für ihn gespeicherten "Sendungen" zu jeder Tages- und Nachtzeit über seinen Telefonapparat abhören und gleich beantworten. Zu den zusätzlichen Möglichkeiten die solche Sprachspeichersysteme im Gegensatz zu den herkömmlichen privaten Telefonanrufbeantwortern böten, gehöre beispielsweise der Rundspruch (Verteiler-Briefkasten). Laut Bundespost wird der dreijährige Probebetrieb in den drei bundesdeutschen Großstädten Hannover, Berlin und Essen stattfinden. In Hannover komme DeTeWe mit dem System VMI, in Essen SEL mit Comterm und in Berlin Siemens mit dem einschlägigen Equipment unter der Typbezeichnung VMX zum Zuge.

Siemens und SEL ließen in diesem Zusammenhang verlauten, daß die georderten Sprachspeichersysteme auf entsprechenden Entwicklungen amerikanischer Firmen beruhten. Namen werden hier zunächst noch nicht genannt. SEL erklärte dazu lediglich, daß die Firma im Rahmen dieses Projektes nicht mit der amerikanischen Muttergesellschaft ITT zusammenarbeite. Auch im Falle der "Siemens-Enkelin" DeTeWe wird gemunkelt, daß dieses Unternehmen seine Fühler nach den USA ausgestreckt habe.

Über Auftragsvolumen und technische Spezifikationen der Systeme schweigen sich die an dem Voice-Mail-Projekt beteiligten Geschäftspartner derzeit noch aus. Die Deutsche Telefonwerke und Kabelindustrie Aktiengesellschaft DeTeWe ging jedoch etwas näher auf ihre Anlage ein. So würde das System über Tonfrequenzen gesteuert, für die ein spezieller MFV-Tonsignalgeber zusätzlich zum Telefonapparat oder ein MFV-Tastwahlapparat in Verbindung mit einer entsprechend ausgerüsteten Vermittlungsstelle erforderlich seien. Die übermittelten analogen Sprachsignale wandele der Computer in digitaler Form um. Beim Abhören würden diese Digitalzeichen dann wieder in analoge Signale zurückverwandelt.