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24.09.1982 - 

25 Rechenzentren der Post (teils Siemens, teils IBM) sollen kompatibel werden

Postbank-Kunden als Btx-Anwenderpotential

BONN (bi) - Ein flächendeckendes DV-Netz soll in Zukunft die Dienststellen der Post je nach Bedarf mit DV-Leistungen unterstützen. Dies kündigte kürzlich vor dem Post-Verwaltungsrat Postminister Hans Matthöfer an. Auf Anfrage bestätigte das Posttechnische Zentralamt in Darmstadt, daß zwischen den beiden bereits bestehenden DV-Systemen der Post von Siemens und IBM Kompatibilität hergestellt werden soll. Insgesamt sind von dem Auftrag an das Zentralamt 25 Rechenzentren der Post betroffen.

Die Aussage Matthöfers steht im Zusammenhang mit Entwicklungsprognosen zum Zahlungsverkehr, den die Post für ihre Postscheckkonten-Kunden abwickelt. Im einzelnen geht es hier um die Verbesserung des Dienstleistungsangebotes durch DV: Ab 1983 sollen Geldausgabe-Automaten aufgestellt werden, ferner sollen für Kontenführung und Kontenverwaltung sowie die Abwicklung des Zahlungsverkehrs "neue Technologien" eingeführt werden.

Der Minister geht weiter davon aus, daß, da die Post im Kreditgeschäft nicht tätig ist und als Wettbewerber insoweit nicht in Betracht käme, eine Zusammenarbeit für Kreditgewerbe und Bundespost vorteilhaft sein könnte. Er hatte dabei das kostenträchtige, auch für private Bankunternehmen unrentable Zahlungsverkehrsgeschäft im Auge. Der Minister stellt sich eine Dienstleistung neuer Art für die Banken vor: Institutsübergreifende Organisation des Zahlungsverkehrs zwischen verschiedenen Instituten zu standardisierten Bedingungen.

Die Post ist nach eigenen Aussagen mit rund 28 Milliarden Mark Einlagen auf fast 20 Millionen Konten das größte Sparinstitut der Bundesrepublik. Die Kontenführung in beiden Postsparkassenämtern ist bereits voll automatisiert.

Trotz steigender Sparquote kam es 1981 zum erstenmal zu einem Rückgang der Einlagen von 1,1 Milliarden Mark. Um dieser Tendenz entgegenzuwirken, will die Post einerseits nun höher verzinsliche Anlagemöglichkeiten anbieten, aber auch ihren Kontenkunden-Service wesentlich verbessern. Auch hier attestiert Matthöfer der Datenverarbeitung "große Bedeutung". Folge dieser Erkenntnis ist die Kopplung der Rechenzentren der Oberpostdirektionen, Postscheckämter und Postsparkassenämter. Auch Einrichtungen der Basisdatenverarbeitung (außerhalb von Rechenzentren bei Anwenderdienststellen) sollen an dieses Netz angeschlossen werden, soweit ihre Aufgaben dies gebieten. So könnten auch die Datel-Dienste der Post innerbetrieblich besser genutzt werden. Diese nach den Worten des Ministers "ungemein schwierige Aufgabe" hat das Posttechnische Zentralamt nun zu lösen.

Der bargeldlose Zahlungsverkehr soll durch Bildschirmtext, Mikroprozessorscheckkarte, dezentrale Datenverarbeitung und neue Möglichkeiten der Mustererkennung (Personenidentifizierung) neue Strukturen entwickeln. Hier könnten die Postbankdienste eine Vorreiterrolle spielen. Letztlich würde das gesamte Kreditgewerbe von den neuen Techniken profitieren, wenn sie zu einer rentableren Form des Zahlungsverkehrs führen, und der ausrüstenden Industrie würden neue Märkte und Exportchancen eröffnet.